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Vereine
Vor 60 Jahren erfolgte Wiedergründung des SV Wissen
Im Frühjahr 1870 schlug die Geburtsstunde des Wissener Schützenvereins. Im Nazideutschland und nach dem 2. Weltkrieg wurde der Verein aufgelöst. Am 18. Juni 1950 erfolgte die Wiedergründung. Im gleichen Jahr wurde das erste Schützenfest nach dem Krieg gefeiert.
Wissen. Der 18. Juni 1950 ist ohne Zweifel ein denkwürdiger Tag für den Wissener Schützenverein. An diesem Tag vor 60 Jahren erfolgte die Gründungsversammlung nach dem Krieg.
Als der zweite Weltkrieg 1945 zu Ende ging, schien es so, als sollte der Schützenverein nie wieder eine Rolle im öffentlichen Leben spielen. Durch das Kontrollratsgesetz war der Verein aufgelöst worden, das Vereinsvermögen unter Sequester gestellt. Diese Auflösung hatte nichts mit den Zielsetzungen des Vereins zu tun, es waren die Verhältnisse des Jahres 1938, die damals den Verein in eine Organisation zwangen, die die Auflösung zur Folge hatte. So berichten es Chronisten aus jener Zeit. Nun war der Schützenverein aufgelöst, lebte aber in den Herzen der Menschen weiter. Auch in der schlechten Zeit im Nachkriegselend. Bereits 1949 bemühten sich ehemalige Schützen, den Verein wieder zum Leben zu erwecken. Dann endlich war es am 18. Juni 1950 soweit, die Gründungsversammlung fand statt und 145 anwesende Schützen wählten genau den Vorstand, wie er vor der Zwangsauflösung bestanden hatte. Vorsitzender wurde Franz Becker, Kassierer Heinrich Bender, Schriftführer Josef Rick, weiterhin gehörten Karl Pritzer, Paul Hammerschmidt, Josef Kreit, Martin Metzler, Paul Olberz, Josef Schmidt, Walter Patt und Josef Stangier dem Vorstand an. Die denkwürdige Sitzung schloss mit dem Appell an alle Mitglieder, die Tradition des Wissener Schützenfestes zu wahren. Und es wurde im Jahr 1950 ein schönes Schützenfest gefeiert. Mit Hubert Deipenbrock und Königin Anita ( beide verstorben) und einem großen Hofstaat wurde auf der „Schützenwiese“ gefeiert. Der Schützenplatz stand erst Jahre später wieder zur Verfügung.
Vor 140 Jahren wurde der Wissener Schützenverein gegründet. Am 24. April 1870 hatte der neue Verein 82 Mitglieder, die per Unterschrift in der Gründungsurkunde unterzeichnet. Heute ist der Wissener Schützenverein mit mehr als 800 Mitgliedern einer der größten Vereine der Region. Es hat sich viel geändert, eines aber ist in 140 Jahren gleich geblieben: der Wunsch und Wille ein Heimatfest mit Königspaar und viel Musik zu feiern. Das wird am zweiten Sonntag im Juli auch 2010 so sein. (hw)
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Vor 60 Jahren nach der Neugründung des Wissener Schützenvereins standen Anita und Hubi Deipenbrock (von links) an der Spitze des Schützenfestes. Foto: Archiv SV Wissen
Nachricht vom 18.06.2010 www.ak-kurier.de