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Corona-Lage stellt Apotheken vor zusätzliche Herausforderungen
Die Corona-Pandemie ist eine Herausforderung für viele Wirtschaftszweige und das Gesundheitswesen im Land. Wie sich die Situation für die Apotheken darstellt, darüber informierte sich die Landtagsabgeordnete Jessica Weller stellvertretend bei Apotheker Kord-Henrich Wolff aus Gebhardshain.
(Foto: CDU Bürgerbüro Weller)Gebhardshain. Weller traf sich nach einem längeren Telefonat abends, nach Dienstschluss, mit Wolff in seiner Apotheke und tauschte sich mit ihm über die aktuellen Probleme aus. Währenddessen unterstützte sie den Apotheker bei der Abfüllung selbst hergestellten Desinfektionsmittels. „Jetzt ist es doch noch ein Vorteil, dass ich mal ein paar Semester Chemie studiert habe – da kann ich mich direkt noch nützlich machen“, merkt Jessica Weller dazu an.

Per Allgemeinverfügung ist es Apotheken seit einigen Wochen bundesweit erlaubt, befristet bestimmte isopropanolhaltige Biozidprodukte zur hygienischen Händedesinfektion herzustellen. Wolff und sein Team stellen seitdem neben dem weiterlaufenden Tagesgeschäft selbst Desinfektionsmittel her, können der generellen Nachfrage aber kaum nachkommen, da es immer wieder zu Knappheit der einzelnen Inhaltsstoffe kommt. Nicht nur die einzelnen Bestandteile für Handdesinfektion unterliegen Lieferschwierigkeiten, auch bei unzähligen Medikamenten kommt es weiterhin zu Engpässen, die sich durch die aktuelle Krise noch verschärft haben, wie Wolff berichtete. So sind aktuell in seiner Apotheke um die 100 Medikamente, die üblicherweise vorrätig sind, nicht von Hersteller oder Großhandel lieferbar. Der inzwischen hohe Kostendruck durch die Krankenkassen führt dazu, dass die Hersteller die Produktion aus Europa in Billiglohnländer auslagern. Auf Wellers Nachfrage nannte Wolff konkrete Zahlen von ehemals 80 % aus europäischer Herstellung zu im Moment 20 Prozent.

Der Schutz der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist für Wolff auch wichtig: Er hat Plexiglasscheiben anfertigen lassen und Handlungshinweise für seine Kunden angebracht. „Wir möchten unsere Kundinnen und Kunden bei allen Schwierigkeiten auch weiterhin bestmöglich versorgen, so wurde auch unser Botendienst ausgeweitet.“

Auf seine Wünsche an die Politik befragt antwortet Wolff: „Ich wünsche mir, dass die „Vor-Ort Apotheken“ wieder mehr wertgeschätzt sowie Gesetze zu Stärkung der Apotheken durchgesetzt werden, wie es sogar im Koalitionsvertrag vereinbart ist. In dieser Krise helfen uns weder Hersteller noch Versandapotheken im Ausland, die zudem in Deutschland keine Steuern und Sozialabgaben zahlen.“ (PM)
Nachricht vom 03.04.2020 www.ak-kurier.de