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HIBA Wissen – Wie der Verein die Krise meistert
Alle sprechen in diesen Tagen über die Folgen des Corona-Virus für die Wirtschaft. Doch wie geht es eigentlich Vereinen in dieser besonderen Zeit? Der Hilfsdienst für Behinderte und ihre Angehörigen (HIBA) ist ein gemeinnütziger Verein in Wissen und hat ebenfalls mit der Krise zu kämpfen.
Seit mehr als 30 Jahren unterstützt der Hilfsdienst für Behinderte und ihre Angehörigen (HIBA) Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen in ihrem Alltag. Die aktuelle Situation stellt auch den Verein vor ungeahnte Herausforderungen. Wissen. Seit 34 Jahren ist der HIBA Wissen Ansprechpartner und Dienstleister für Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen in verschiedenen Bereichen des Lebens, die von der täglichen häuslichen Betreuung über Ferienfreizeiten bis hin zur Integrationshilfe in Bildungseinrichtungen reichen.

Neue Herausforderungen
Das Einsatzgebiet des Vereins ist der Kreis Altenkirchen, die wesentlichen Kostenträger für den integrativen Bereich sind das Jugendamt und das Sozialamt. Der Kreis zahlt hier die tatsächlich geleisteten Stunden, wodurch sich mit den Schulschließungen zunächst ein großes Problem ergeben hat: Integrationshelfer/innen konnten ihren Dienst in den Schulen nicht mehr antreten. Nachdem das Jugendamt des Kreises Altenkirchen aber schnell die weitere Finanzierung für die Monate März und April zugesagt hatte, bekam der HIBA auch vom Sozialamt die Bestätigung über die fortlaufende Kostenübernahme, abzüglich der Summe für angemeldete Kurzarbeit. „Wir sind sehr dankbar für die solidarische Hilfe“, sagt Christof Weller vom Hilfsdienst für Behinderte. Trotz dieser erfreulichen Nachricht, bleibt die Ungewissheit, denn falls die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus verlängert werden, steht die Finanzierung wieder in Frage.

Außerdem ergeben sich für den Verein ganz grundsätzliche Herausforderungen. Der persönliche Kontakt ist Kernstück der Arbeit und den müssen alle zurzeit stark einschränken. Einige Familien möchten von sich aus auf diesen Kontakt in der jetzigen Situation verzichten, andere wiederum sind auf die Unterstützung angewiesen. Sorgen schwingen hier teilweise auch mit, denn es gibt Familien, die man in dieser Zeit nicht in dem Maße erreicht, wie man es sich wünschen würde, weil es aktuell durch die Schulschließungen keinen persönlichen Kontakt gibt. Die Schulsozialarbeit, die ebenfalls ein Aufgabenbereich des HIBA ist, wird dennoch weiterhin angeboten. „Es gibt einen Bereitschaftsdienst und wir melden uns auch bei den betroffenen Familien, sagt Christof Weller.
Vorstandsvorsitzende Frea Gend betont ebenfalls, dass es wichtig sei, „am Ball zu bleiben und telefonischen Kontakt zu halten."

Häusliche Betreuungsangebote finden überwiegend weiterhin statt, da diese unverzichtbar sind. „Ambulante Angebote finden statt, wo es nötig ist. In Krisensituationen sind wir sofort zur Stelle“, sagt Frea Gend.

Im Bereich der Ferienfreizeiten muss der HIBA natürlich auch große Einschränkungen hinnehmen. Ende März sollte es nach Hamburg gehen und in den jetzigen Osterferien nach Cochem, jedoch mussten diese Freizeiten abgesagt werden, wie auch eine Reise nach Holland im Mai. Gerade die Freizeiten sind für die Klienten, Kinder wie Erwachsene, eine besondere Abwechslung und oft auch eine ganz wichtige Entlastung für die Familien.

Trotz der angespannten Situation ist Frea Gend dankbar für die unermüdliche Arbeit des ganzen Teams von fast 90 Mitarbeitern und die Unterstützung durch die Kreisverwaltung. „Trotzdem gibt es ein Gefühl von Zusammenhalt, obwohl es gerade so schwierig ist“, sagt sie. (rst)
Nachricht vom 13.04.2020 www.ak-kurier.de