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Kolumne „Themenwechsel“: Warum der Tanz in den Mai aus dem Buch kommt
Die Coronakrise ist allgegenwärtig, derzeit bleibt kein Bereich unseres Alltags davon unberührt. Jeden Tag gibt es neue Schlagzeilen, und das überall. Das ist gut so, denn Information ist wichtig. In unserer Kolumne wollen wir jedoch auch einen Blick auf die Themen werfen, die trotz Corona gerade aktuell sind, oder solche, die unsere Leser bewegen. Ein Gastbeitrag von Rabea Weller.
(Foto: Hagen Roeder/Archiv)Heute ist es wieder so weit: der letzte Tag im Monat April, der den Tanz in den Mai mit sich bringt. Wenn nicht gerade die Corona-Pandemie umgeht, wird dieser besondere Tag ausführlich gefeiert. Die Walpurgisnacht - was ist das denn eigentlich? In unserer Region weiß man wohl, wo dieser Begriff einzuordnen ist, aber kaum jemand wird wohl als Hexe verkleidet um ein Lagerfeuer hüpfen.

Dabei liegt der Ursprung im Aberglauben. Die besagten Hexen sollen in dieser Nacht zum Brocken im Harz geritten sein - um sich dort dem Satan hinzugeben. Viele heidnische Frühlingsfeste haben diesen Tag geprägt, es gibt jedoch auch christliche Spuren. Hier geht es um die heilige Walburga, die ein Kloster leitete - im 8. Jahrhundert, in Bayern. Sie gibt der Walpurgisnacht ihren Namen, denn der erste Mai ist ihr Namenstag.

Walpurgisnacht ist schon lang eine Tradition
Bereits vor über 120 Jahren wurden touristische Walpurgisfeiern organisiert. Noch heute zeugen Felsformationen mit Namen wie "Hexenaltar" von diesem Kult. In der Literatur ist das bekannteste Beispiel in Johann Wolfgang von Goethes "Faust" zu finden. Hier findet sich der Protagonist zusammen mit Mephisto, der Teufelsfigur im Klassiker, auf einen bizarren und wilden Feier auf dem Brocken wieder. Allein durch dieses Werk soll die Walpurgisnacht, oder der Tanz in den Mai, seine Popularität erlangt haben.

Wo heute böse Geister vertrieben werden sollen, dort hat Goethe den Teufel seinen Protagonisten hinführen lassen. So teuflisch ist der Tanz in den Mai für uns heute lange nicht mehr. Vielleicht ist es aber doch eine gute Idee, den Kindern heute Abend im Garten mal eine kleine Geschichte zu erzählen - am Lagerfeuer kommt das bestimmt besonders gut rüber.

In diesem Sinne: Der Frühling webt schon in den Birken,
Und selbst die Fichte fühlt ihn schon;
Sollt' er nicht auch auf unsre Glieder wirken?
Wir lesen uns am Montag!
Nachricht vom 30.04.2020 www.ak-kurier.de