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Bertha goes Fair Trade – für eine nachhaltigere Schule
Die Schüler der Bertha-von-Suttner-Realschule-Plus in Betzdorf wollen sich aktiv engagieren – für ein besseres Klima und eine bessere Zukunft. Dazu gehört auch, das eigene Kauf- und Konsumverhalten zu überdenken und zu verändern.
Die „faire“ Produktpalette des Weltladens ist vielfältig. (Foto: Schule)Betzdorf. Im letzten Jahre hatte sich die Schulgemeinschaft der Bertha-von-Suttner-Realschule-Plus im Rahmen eines jahrgangsübergreifenden Projektes im Gesellschaftslehre-Unterricht intensiv mit den Folgen der Erderwärmung und des damit verbundenen Klimawandels beschäftigt. Auf dem Betzdorfer Wochenmarkt stellten die Schüler damals nicht nur ihre Ergebnisse vor, sondern zeigten auch Möglichkeiten auf wie jeder Einzelne vor Ort etwas unternehmen kann. Sehr enttäuscht waren die Schüler allerdings darüber, dass am größten „Klimakiller“, dem Gebäude der Bertha, nichts getan wird bzw. getan werden kann. Ihre Enttäuschung staute sich in Frust auf und dadurch fielen in der jetzigen 10. Klasse immer häufiger Aussagen wie z.B. „Wir können ja doch nichts ändern.“ Oder „Es ist sowieso zu spät“.

Damit die ansonsten engagierten Schüler nicht vollends demotiviert werden, kam das Projekt „Fair ist mehr“ unter der Leitung von Fr. Michaela Weynand wie gerufen. Ziel dieses Projektes ist es ein Wandbild für die Schule zu gestalten, indem auf aktuelle politische und soziale Ungerechtigkeiten aufmerksam gemacht wird.

Ein Baustein des Projektes ist der Fair Trade Handel. Nach einer thematischen Vorbereitung im regulären Unterricht besuchte Herr Hermann Hesse vom Weltladen in Betzdorf die Schule. Durch seinen lebendigen Vortrag bestärkte er die Schüler weiterhin vor Ort aktiv zu werden, und auch das eigene Handeln immer wieder zu hinterfragen. Mittels eindringlicher Bilder, Videos und eigener Erfahrungen, die Herr Hesse vor Ort z.B. an Kakao- oder Kaffeeplantagen sammeln konnte, öffnete er den Schülern die Augen für die Folgen des Mottos „Geiz ist geil“. Schnell erkannten die Schüler, dass jeder Mensch ein Recht auf ein existenzsicherndes Einkommen hat und jeder Verbraucher, also auch sie, einen Einfluss darauf durch sein Kaufverhalten hat. Viele Familien, in den sogenannten Entwicklungsländern, leben durch den zwanghaften billigen Konsum der Industrienationen in Armut. Die daraus resultierende Kinderarbeit und auch –prostitution ist nur ein Auswuchs dieses Teufelskreises. Hesse bat die Schüler sich bei jedem Kauf zu fragen „Warum ist das so billig? Wem schade ich so?“

Durch die Vorstellung der Produktpalette des Weltladens wurde den Schülern bewusst, wie breit gefächert diese ist. Mit dem Kauf von Produkten aus dem Weltladen bzw. aus dem Fair Trade Handel macht man sich auf den Weg zu einem nachhaltigeren Lebensstil und zur Bekämpfung der ungerechten Arbeits- und Lebensbedingungen in den Anbauländern. Mit dem neuen Gedanken eine Kooperation zwischen Schule und Weltladen zu schließen, bekamen die Schüler wieder neuen Schwung ihre Pläne für eine nachhaltigere Schule weiterzuverfolgen. (PM)
Nachricht vom 22.09.2020 www.ak-kurier.de