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Zoo Neuwied hat nun ein Tigerweibchen für Ivo
Für viele Besucher des Zoo Neuwied ist der Sibirische Tiger eines ihrer Lieblingstiere. Entsprechend häufig wurde in den letzten Jahren gefragt, warum denn nur ein Tier in dem Gehege lebt, das doch schon 2010 einen großen, naturnah gestalteten Anbau erhalten hat.
Kimba, die neue Bewohnerin im Zoo Neuwied. Fotos: Zoo NeuwiedNeuwied. „Anders als Löwen, die im Rudel leben, sind Sibirische Tiger wie die meisten Katzen Einzelgänger, und verbringen auch in freier Wildbahn den Großteil ihres Lebens allein“, antwortete Zoodirektor Mirko Thiel stets auf diese Frage. „Trotzdem fehlt in Abwesenheit eines Weibchens natürlich ein wichtiger Teil des arttypischen Verhaltensspektrums, nämlich der ganze Komplex des Paarungsverhaltens“.

Seit vielen Jahren hat der Zoo Neuwied auf die Zuteilung eines Weibchens gewartet, und vor wenigen Monaten war es endlich soweit: Das Zuchtbuch sprach eine Empfehlung aus, die siebenjährige Tigerin „Kimberly“ aus Magdeburg nach Neuwied zu schicken. Nach ein paar Umbauten am Gehege, die eine bessere Nutzung des alten Gehegeteils ermöglichen, wurde der Umzug schnell in die Wege geleitet, und am 13. November 2020 war es soweit.

Kimberly wurde vormittags in Magdeburg verladen und in den Zoo Neuwied gebracht. Im frühen Abend traf der Transport am Ziel ein, wo bereits alles vorbereitet war: Tigerkater „Ivo“ war für die Nacht in der Innenbox untergebracht, damit die Tigerin ihre neue Umgebung erstmal alleine in Augenschein nehmen konnte. Ein dickes Strohbett lag bereit, sodass sie die Nacht auch bequem im Freien verbringen konnte, sollte sie sich nicht ins Haus trauen.

Kimberly verließ die Transportkiste, die mit dicken Spanngurten sicher am Gitter befestigt war, unmittelbar nach dem Öffnen des Schiebers. Sie war zunächst noch sehr nervös, gegen Morgen entspannte sie sich jedoch allmählich.

Am nächsten Tag durften Ivo und Kimba, wie sie von den Pflegern genannt wird, sich erstmals durch das Gitter hindurch sehen. Während der Kater neugierig und interessiert war, zeigte Kimba noch deutliche Abwehrreaktionen.

„Wir beobachten die Beiden genau und warten auf eindeutige Signale, bevor wie sie zum ersten Mal zusammen lassen. Spätestens, wenn die Katze rollig wird, ist damit zu rechnen dass sie den Kater an sich heran lässt“, erklärt Kuratorin Alexandra Japes. „Ob die beiden dann jedoch dauerhaft zusammen sein werden, oder immer nur für kurze Zeit, wird sich zeigen: Das hängt stark von den Individuen ab“, weiß die Biologin. „Bei manchen Paaren klappt das gut, und in einigen Fällen ist es sogar möglich, die Kater mit Mutter und Jungtieren zusammen zu führen. Häufig jedoch akzeptieren Katze und Kater die Gesellschaft des Partners nur zur Paarungszeit, und gehen sich ansonsten aus dem Weg, wie es auch in freier Wildbahn geschieht. Wenn das hier der Fall sein sollte, dann werden wir das akzeptieren. Tiger sind eben keine Löwen“.
   
Nachricht vom 18.11.2020 www.ak-kurier.de