AK-Kurier
Ihre Internetzeitung für den Kreis Altenkirchen
Region
Maik Köhler (†): Mudersbacher aus Polen lädt zum Gedenken ein
Zahlreiche Bürger, Vereine und Politiker traf der Tod des Bürgermeisters der VG Kirchen und der Gemeinde Mudersbach hart. So auch Tomasz Makowski. Statt still zu trauern, beschloss der gebürtige Pole aktiv zu werden, um das Andenken an Maik Köhler zu würdigen. Er lädt die Bürger ein, es ihm gleichzutun.
Tomasz Makowski lädt alle Bürger ein, ihrer Trauer auf dem Dorfplatz Ausdruck zu verleihen und Maik Köhler zu gedenken. (Foto: ddp)Mudersbach. „Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich immer noch Maik, wie er draußen herumläuft.“ Tomasz Makowski (35) wohnt direkt neben dem Dorfplatz in Mudersbach. So wie viele Bürger hat ihn der Tod von Maik Köhler schwer getroffen. Der letzte Woche verstorbene Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kirchen war seit 2004 Ortschef der Gemeinde, die auch Makowski seit einigen Jahren zu seiner Wahlheimat gemacht hat.

Nachdem er vom Tod des Bügermeisters erfahren hatte, wollte er aktiv werden und das Andenken an „Maik“, wie er ihn nennt, wahren. Die Genehmigung war rasch eingeholt. Samstagvormittag dekorierte Makowski schließlich die prominente Stelle direkt an der Hauptstraße mit einem Portrait Köhlers, Blumen, Kerzen und einer Engelsskulptur. Seinem Facebook-Aufruf, es ihm nachzutun, sind bereits viele Bürger gefolgt. Rund 60 Trauerkerzen, diverse Widmungen und Blumensträuße ziehen die Blicke seitdem auf sich, Tendenz wachsend.

Mindestens bis zur Beerdigung von Maik Köhler am Donnerstag wird noch jeder die Gelegenheit wahrnehmen können, am Dorfplatz seiner Trauer Ausdruck zu verleihen. Tomasz Makowski will sich darum kümmern, dass erloschene Kerzen wieder angezündet werden.

Der Tod Köhlers hat Makowski schwer getroffen. Jeden Abend denke er noch über den Verlust nach, erzählt er dem AK-Kurier. Der Bürgermeister sei ein wundervoller, herzensguter Mensch gewesen, der ihm bei Fragen oder Problemen immer rasch zur Seite gestanden hätte. Für jeden Menschen hätte er ein offenes Ohr gehabt.

Seit 2011 wohnt Tomasz Makowski mit seiner Familie direkt neben dem Dorfplatz. Er kommt eigentlich aus Polen. Der damalige Schaustellergehilfe lernte schließlich auf der Mudersbacher Kirmes seine heutige Frau kennen und gründete mit ihr eine Familie. Sein Sohn besucht die gleiche Grundschule wie eine Tochter des verstorbenen Bürgermeisters. Köhlers Familie sei auch schon an der Gedenkstätte gewesen, berichtet Makowski.

Und obwohl er nun einen wichtigen Menschen verloren habe, kann sich der Wahl-Mudersbacher nicht vorstellen, jemals wegzuziehen: „Ich bleibe hier und werde immer an Maik denken.“ (ddp)
       
Nachricht vom 16.02.2021 www.ak-kurier.de