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Politik
Wohnungslust und -frust: Zwischen Eigenheim, Genossenschaft und fehlenden Mietwohnungen
Die Leben auf dem Land hat Nachteile, aber auch viele Vorteile. Ein Vorteil ist, dass es genügend Raum für das Eigenheim und günstigen Wohnraum gibt. Aber ist das tatsächlich so? Lässt es sich im Westerwald einfach und gut leben? Gibt es genügend Wohnraum für alle? Ulli Gondorf, Landtagskandidat von Bündnis 90/Die Grünen hat da seine Zweifel und lädt zur Diskussion.
(Symbolbild: Pixabay)Kreisgebiet. „Gerade im Bereich der Mietwohnungen, vor allem für Familien, wo vielleicht nur ein Einkommen existiert, gibt es nur sehr wenige Angebote auf dem freien Markt. Da die Mieten im Vergleich zu urbanen Regionen bei uns auf dem Land noch vergleichsweise niedrig sind, ist es für Investoren nicht attraktiv, hier zu bauen“, sagt Gondorf und fährt fort: „Aus diesem Grund gibt es einfach an vielen Stellen zu wenige Wohnungen. Auch bei uns im Westerwald muss jeder eine gute Wohnung finden können. Dazu bedarf es einer Anstrengung von Kommunen und dem Land. Stichwort Sozialer Wohnungsbau. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir gemeinsam auf allen Ebenen dafür sorgen müssen, dass wieder mehr bezahlbarer Wohnraum entsteht.“

Eigenheim für jeden – das muss gehen
„Ein Eigenheimverbot, dass Boulevard-Medien den Grünen fälschlicherweise unterschieben wollen, ist natürlich völliger Blödsinn“, meint Gondorf und sagt: „In dem konkreten Fall in Hamburg, wo Wohnraum und Bauplätze mehr als knapp und oft unbezahlbar sind, ging es um einen Bebauungsplan und als Stadtplanender muss ich natürlich schauen, wie ich alle Interessen unter einen Hut bekomme. Aber ein generelles Verbot von Eigenheimen ist mit mir nicht zu machen. Die Menschen sollen sich nach ihren Möglichkeiten verwirklichen können. Gerade das ist ja einer der Vorteile des Landlebens. Man hat Platz und kann einen eigenen Garten anlegen. Trotzdem müssen wir im Blick behalten, dass nicht jede Gemeinde zügellos ein Neubaugebiet nach dem anderen ausweist. Wir müssen einen neuen Flächennutzungsplan für die VG Altenkirchen-Flammersfeld entwickeln, damit genügend Platz für alle Ideen und Projekte entsteht, wir gleichzeitig den Flächenfraß und die Versiegelung von Naturflächen im Griff behalten und einen ruinösen Wettbewerb der Ortgemeinden verhindern. Nur gemeinsam können wir die Interessen von Menschen, Natur und Kommunen in Einklang bringen.“

Eine gute Idee kann helfen - Genossenschaft
Für Ulli Gondorf liegt die Lösung des Problems auf der Hand: „Wenn der ländliche Raum für Investoren nicht interessant ist, dann müssen wir uns eben selber helfen, ganz im Sinne von Raiffeisen. Die Zeit ist reif für die Wiederbelebung der Gemeinnützigkeit in der Wohnungswirtschaft.“ Um die guten Erfahrungen mit Raiffeisen und der Genossenschaftsidee zu nutzen, ist aus Gondorfs Sicht ein Landesprogramm zur Anschubfinanzierung von Wohnungsbaugenossenschaften im ländlichen Raum unerlässlich. „Wir müssen in Mainz die entscheidenden Impulse setzen, damit die Kommunen den nötigen Spielraum bekommen, um agieren zu können.“

Offene (digitale) Diskussion mit Bürgerinnen und Bürgern

Am Dienstag, den 23. Februar, lädt Ulli Gondorf ab 19 Uhr zum digitalen und kostenlosen Gespräch unter konferenz.netzbegruenung.de ein. Dabei geht es nicht nur um die Frage, wie und was Genossenschaften im ländlichen Raum auf dem Wohnungsmarkt erreichen können, sondern auch darum, wie sich größere Lösungen in Eigenregie entwickeln lassen. Auch die Idee der Gemeinnützigkeit im Wohnungsmarkt, die Robert Habeck eingebracht hat, steht in der Diskussion. (PM)

‍Weitere Infos unter www.ulli-gondorf.de
Nachricht vom 20.02.2021 www.ak-kurier.de