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Polizeidirektion Neuwied legt Unfallstatistik vor
Im Jahr 2020 ereigneten sich im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Neuwied, der die Landkreise Neuwied und Altenkirchen umfasst, insgesamt 8.795 Verkehrsunfälle.
Bei schweren Unfällen ist oft auch die Feuerwehr gefordert. Archivfoto: Wolfgang TischlerNeuwied. Bei allen Dienststellen war ein Rückgang der Unfälle festzustellen: Damit ist die Gesamtunfallzahl zum vierten Mal in Folge rückläufig, gegenüber 2019 war ein Minus von 1.327 Verkehrsunfällen (13,1 Prozent) zu verzeichnen. Dies ist auch mit den Beschränkungen durch die Corona-Pandemie geschuldet. Damit fielen im Einklang auch die Zahl der Todesopfer (minus drei auf acht) und die Zahl der Verletzten.

Verkehrsunfälle mit unerlaubtem Entfernen von der Unfallstelle
Die Zahl der Verkehrsunfälle mit unerlaubtem Entfernen vom Unfallort ist mit 205 Unfällen weniger im Vergleich zum Vorjahr deutlich rückläufig. Im Verhältnis zur Gesamtunfallzahl mit einem Anteil von 21 Prozent flüchtete etwa jeder fünfte Unfallbeteiligte von der Unfallstelle, ohne eine Feststellung zu seiner Person zu gewährleisten. Hier ist die Polizei bei der Aufklärung regelmäßig auf die Mithilfe aus der Bevölkerung angewiesen.

Verkehrsunfälle mit Kinderbeteiligung

Im Berichtszeitraum ereigneten sich 81 (-19) Verkehrsunfälle mit Kinderbeteiligung (bis 14 Jahre). Tödliche Unfallfolgen für Kinder waren erneut nicht zu verzeichnen. Mehr als ein Drittel der verunglückten Kinder waren Mitfahrer in Fahrzeugen und hatten damit keine Möglichkeit, sich dem Unfallgeschehen zu entziehen.

Verkehrsunfälle junger Fahrer (15 bis 24 Jahre alt)
Im Jahr 2020 waren an insgesamt 2.140 (-276) Verkehrsunfällen junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren beteiligt. Dies stellt im Fünf-Jahresvergleich einen neuen Tiefstand in dieser Risikogruppe dar und nimmt 24,3 Prozent am Gesamtunfallaufkommen ein. In 68 Prozent der Fälle waren die jungen Leute Hauptverursacher der Unfälle.

Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Senioren (ab 65 Jahre)
Im Jahr 2020 kam es zu 1.805 Verkehrsunfällen unter der Beteiligung von Senioren. Wenngleich dies einen Rückgang (13,7 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr darstellt, ist die Anzahl von Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Senioren mit 20,5 Prozent am Gesamtunfallaufkommen nach wie vor auf einem hohen Niveau – einhergehend mit der demographischen Entwicklung und fortschreitender Urbanisierung. Senioren waren im Falle ihrer Beteiligung zu 62,7 Prozent Hauptunfallverursacher.

Verkehrsunfälle mit Personenschaden unter Beteiligung von motorisierten Zweiradfahrern
Im Jahr 2020 ereigneten sich insgesamt 287 (-16) Verkehrsunfälle unter Beteiligung motorisierter Zweiradfahrer. Bei mehr als zwei Drittel dieser Unfälle war Personenschaden zu beklagen. Insgesamt wurden zwei Kradfahrer getötet. Erneut konnte festgestellt werden, dass überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit mit einem Anteil von 24,4 Prozent die weit überwiegende Unfallursache war.

Radfahrer
Radfahren wird immer beliebter und gerade in Corona-Zeiten hat das Fahrrad enorm an Bedeutung gewonnen. Insbesondere liegen Fahrräder mit Elektromotor, allgemein auch E-Bikes genannt, voll im Trend. Im Jahr 2020 war bereits ein deutlicher Anstieg der Unfälle mit Pedelecs und der Verunglückten in dieser Risikogruppe festzustellen. Im Berichtsjahr ereigneten sich insgesamt 196 (+4) Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fahrradfahrern. Glücklicherweise wurde kein Mensch getötet,

Alkoholunfälle

Die Anzahl der Alkoholunfälle beläuft sich im Jahr 2020 auf 159. Es bleibt festzustellen, dass der Anteil der Personenschäden bei Alkoholunfällen mit 36,8 Prozent im Vergleich zum Anteil der Personenschadensunfälle in Bezug auf die Gesamtunfallzahl (10,8 Prozent) mehr als dreimal so hoch ist.

Drogenunfälle
Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 35 auf 46 merklich erhöht.

Hauptunfallursachen sind Abstand, Geschwindigkeit und Ablenkung
Bei den Hauptunfallursachen lag das fehlerhafte Abstandsverhalten mit 30,6 Prozent an erster Stelle. Unfälle aufgrund mangelnden Sicherheitsabstandes stellen sich zu über 92 Prozent als Sachschadenunfälle dar und ereigneten sich zu 84 Prozent im innerörtlichen Bereich. Bei jedem zehnten Abstandsunfall war Personenschaden zu beklagen.

Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit ist die Hauptursache für Verkehrsunfälle außerhalb geschlossener Ortschaften und den zumeist aus diesen Unfällen resultierenden schweren Unfallfolgen. Hier war 2020 ein Rückgang um 135 auf 715 Unfälle zu verzeichnen. Bei festgestellter Unfallursache Geschwindigkeit kamen sechs Menschen ums Leben. Somit waren sechs der acht Unfalltoten auf nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen.

Darüber hinaus ereignen sich nach wie vor zahlreiche Verkehrsunfälle, deren Unfallhergang sich mit herkömmlichen Gefahren des Straßenverkehrs nur schwerlich erklären lässt. Wenngleich ein Nachweis nur in seltenen Fällen möglich ist, liegt der Verdacht nahe, dass Fahrzeugführer, insbesondere durch die nicht erlaubte Nutzung des Mobiltelefons, abgelenkt waren und deshalb von der Fahrbahn abgekommen oder plötzlich auf die Gegenfahrspur geraten sind.
woti
 
Nachricht vom 23.02.2021 www.ak-kurier.de