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Kriminalstatistik der Polizeidirektion Neuwied für 2020
Die Polizeidirektion Neuwied hat die Kriminalstatistik für die Landkreise Altenkirchen und Neuwied veröffentlicht. Unter dem Strich waren die Straftaten rückläufig. Die Zahl der Täter stieg.
Die Einbrüche haben in 2020 wieder leicht zugenommen. Die Aufklärungsquote stieg. Foto: Wolfgang TischlerNeuwied. Die Straftaten waren in 2020 bei der Polizeidirektion rückläufig. Für den Kreis Neuwied wurden 9.451 (-665) und im Kreis Altenkirchen 6.387 (-295) Straftaten erfasst. Im Kreis Neuwied wurden 2020 insgesamt 6.216 Straftaten aufgeklärt. Die Aufklärungsquote (AQ) liegt bei 65,8Prozent (+ 0,4 Prozent). Im Kreis Altenkirchen wurden insgesamt 4.550 Straftaten aufgeklärt. Die AQ liegt bei 71,2 Prozent (-0,2 Prozent).

2020 hat die Polizei im Bereich der Polizeidirektion Neuwied 7.714 (+504) Tatverdächtige (TV) registriert. 5.905 TV waren männlich und 1.809 weiblich. Die 7.714 TV gliedern sich auf in 177 Kinder, 594 Jugendliche, 693 Heranwachsende und 6.250 Erwachsene. Im Kreis Neuwied wurden 4.643 (-279) TV registriert, im Kreis Altenkirchen waren es 3.132 (-214).

Im Bereich der Polizeidirektion Neuwied wurden für das Jahr 2020 insgesamt sieben Tötungsdelikte statistisch erfasst. Drei Fälle wurden von der PD Neuwied selbst bearbeitet:

Schwangerschaftsabbruch - Eine 26-jährige Frau gibt an, sich selbst Anfang des Jahres einen Fötus abgetrieben zu haben. Die Ermittlungen bestätigen den Sachverhalt.

Fahrlässige Tötung - Im Jahr 2018 erleidet eine Frau im Krankenhaus nach einer Injektion einen allergischen Schock, an dessen Folge sie verstirbt. Familienangehörige erstatten über ihren Rechtsanwalt Anzeige wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung (statistische Nacherfassung).

Schwangerschaftsabbruch – Versuch. Eine schwangere Frau wird von ihrem Lebenspartner zu Boden gestoßen und in den Bauch getreten (Gewalt in engen sozialen Beziehungen).

Zudem wurden vier Totschlagsdelikte im Jahr 2020 erfasst. Die weitere Bearbeitung erfolgte jeweils durch die Kriminaldirektion Koblenz. Unter anderem verletzte im August 2020 im Rahmen von Streitigkeiten ein 37-jähriger Mann seine Mutter mittels eines Beils sowie eines Messers tödlich. Am 18. Oktober 2020 wurde in Dierdorf ein Mann durch ein Messer im Rücken verletzt. Durch die Staatsanwaltschaft Koblenz wurde die Tat als Totschlag deliktisch eingeordnet.

Nach 2019 verzeichnete die Polizeidirektion Neuwied auch 2020 einen leichten Anstieg von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung um 21 auf insgesamt 288 Fälle. Der Anstieg betrifft vorrangig die Fälle von Verbreitung pornographischer Schriften (Erzeugnisse) um 58 auf 118 Fälle insgesamt. Fälle von „Vergewaltigung § 177 Abs. 6, 7, 8 StGB“ gingen direktionsweit auf 27 (-26) Fälle zurück. Bei den Vergewaltigungen handelte es sich um Einzeltaten.

Eigentumsdelikte gingen um 353 auf nunmehr 3.327 Fälle zurück. Deutlich fällt der Rückgang bei Ladendiebstählen sowie aus Dienst-, Büro-, Fabrikations-, Werkstatt- und Lagerräumen auf. Dies ist auf fehlte an Tatgelegenheiten durch den Lockdown zurückzuführen.

Wohnungseinbruchdiebstähle nahmen um 16 auf 222 Fälle. Hiervon entfielen 110 Fälle auf Einbruchsversuche. Im Jahr 2020 konnten 13,5 Prozent der Wohnungseinbrüche aufgeklärt werden, 2019 waren es 18 Prozent. Örtliche Schwerpunkte befanden sich, wie auch in den Vorjahren, an den Ortschaften entlang der Autobahn A 3 im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektionen Straßenhaus, im Stadtgebiet Neuwied mit angrenzenden Stadtteilen sowie an den Ortschaften entlang der Rheinschiene (B 42) im Bereich der Polizeiinspektion Linz.

Beim schweren Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen wurden 223 (+24) Fälle erfasst Die Aufklärungsquote lag bei 3,1 Prozent. Die Erhöhung der Fallzahlen in diesem Bereich ist im Kreis Neuwied auf das Phänomen der "Planenschlitzer" zurückzuführen. Die Tatorte befinden sich auf den Parkplätzen der Tank- und Rastanlagen entlang der A 3. Bei den überwiegenden Taten blieb es beim Versuch.

Ab November 2019 kam es im Kreis Altenkirchen zu einer Serie von Diebstählen von PKW der Marken BMW und Daimler Benz unter Überwindung des KeylessGo-Systems. Es folgten im Anschluss gleichgelagerten Tatserien im Westerwaldkreis und auch im Kreis Neuwied. Es wurde eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Diese fand ihren erfolgreichen Abschluss im September 2020, als Zugriffs- und Durchsuchungsmaßnahmen zusammen mit einer Dienststelle aus Nordrhein-Westfalen erfolgten.

Die Polizeidirektion Neuwied verzeichnet einen Anstieg bei den Branddelikten um 33 Fälle auf 139 Fälle. Die KI Neuwied bearbeitete eine kleine Serie in Niederbieber. Hier wurden Bücher in einer Telefonzelle, Sonnenschirme in einem Biergarten und Sperrmüll in Brand gesetzt. Der Anstieg im Bereich Betzdorf / Wissen ist auf die Nacherfassung einer Serie zurückzuführen. In den Ortslagen Grünebach, Herdorf (sieben Mal) und Daaden (drei Mal) wurden Unterholz, Holzstücke und -stapel sowie eine Wiese in einem Waldstück entzündet. Hinzu kamen in den Sommermonaten mehrere Brände im Bereich von Wäldern und Wiesen, die auf eine erhöhte Brandgefahr aufgrund anhaltender Trockenheit im Zusammenhang mit fahrlässigem Verhalten von Personen zurückzuführen waren.

Ein Anstieg um 114 auf insgesamt 1.860 Fälle wurde bei der Rauschgiftkriminalität verzeichnet. Rauschgiftdelikte sind ein klassischer Fall der sogenannten „Holkriminalität. Der deutliche Anstieg der Fallzahlen basiert auf der intensiven Kriminalitätsbekämpfung sowie auf polizeilichen Kontrollaktivitäten.

Tatmittel Internet
Im Jahr 2020 wurde bei insgesamt 1.097 Fällen das Internet als Tatmittel benutzt. Im Jahr 2019 waren es 1.034 Fälle. 2020 konnten 987 Fälle aufgeklärt werden.

Gewalt in engen sozialen Beziehungen (GesB)
Im Jahr 2020 wurden 702 Fälle GesB erfasst. Im Vorjahr waren es noch 619 Fälle. Einen deutlichen Schwerpunkt bilden die Körperverletzungen mit 500 Fällen (2019: 461 Fälle) sowie Bedrohungen mit 110 Fällen (2019: 76 Fälle).
woti
 
Nachricht vom 25.02.2021 www.ak-kurier.de