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Nachricht vom 12.03.2008 - 16:42 Uhr    

Jüdische Schicksale nachgezeichnet

Ein wichtiges Buch ist seit kurzem auf dem Markt: "Jüdische Familien aus den Gemeinden der Verbandsgemeinde Altenkirchen in der Zeit von 1933 bis 1945" lautet sein Titel. Verfasst wurde es von Dr. Eberhard Blohm, vorgestellt im Altenkirchener Rathaus.

jüdische Schicksale in altenkirchen

Altenkirchen. "Jüdische Familien aus den Gemeinden der Verbandsgemeinde Altenkirchen in der Zeit von 1933 bis 1945" ist ein Buch, das sich mit dem Leben und Schicksal der mehr als 130 jüdischen Bürger in unserer Region befasst und nun der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Forum war der große Sitzungssaal des Rathauses und er war gefüllt mit interessierten Menschen, Menschen die Anteil nahmen an den Schicksalen ihrer damaligen Mitbürger. Der Arbeitskreis für Heimatgeschichte und Brauchtumspflege Wölmersen-Altenkirchen unter der Leitung von Dieter Sommerfeld, der auch Leiter des Kreisarchivs Altenkirchen ist, hat es sich auf die Fahne geschrieben, Informationen zur Geschichte der Region Altenkirchen zu erforschen, zu sammeln und zu veröffentlichen. Mit diesem Buch, das sich ausschließlich mit dem dunklen Kapitel der Nazi-Zeit befasst, wurde ein weiterer Schritt in diese Richtung getan.
Autor des Buches ist Dr. Eberhard Blohm, der über zwei Jahre, auch und gerade mit Hilfe der neuen Informationsmedien, das Leben und Schicksal vieler jüdischer Mitbürger erforschte, rekonstruierte und fest hielt. Dr. Blohms Kontakte und Recherchen reichten bis nach Israel, in die USA, Südamerika und andere Länder. Das Buch beinhaltet Schilderungen, Briefe, Personen- und Ortsregister sowie eine Reihe von Fotos von Personen, Gebäuden und Ortsansichten. Zum Abschluss seiner einleitenden Worte sagte Sommerfeld: "Sie haben es verdient, dass wir uns an sie erinnern. So geben wir ihnen ein Stück ihrer Würde zurück." Dr. Eberhard Blohm schilderte die interessante Reise durch den Dschungel des Internets, das ihm in seiner Recherche sehr geholfen habe und die Arbeit sicherlich etwas vereinfachte. Er bedankte sich aber auch bei Behörden, die ihm Informationen öffneten. So waren allein 50 Standesämter in der Lage, ihm mit Aussagen zu helfen. Auslöser für die Forschung, so Blohm, seien Luftaufnahmen über das zerbombte Altenkirchen gewesen. Von Häusern, die nicht wieder aufgebaut wurden, für die kein Wiederaufbauantrag gestellt wurde. Hier hakte er ein, fand lange Zeit keine Antworten.
Bürgermeister Heijo Höfer dankte dem Autor für seine Arbeit und dem Arbeitskreis für die Herausgabe des Buches. Höfer betonte aber auch, dass das Buch Fakten aufdeckt und sucht, aber keine Schuldzuweisung sein soll. Diese furchtbare Zeit sei ein Teil unserer Geschichte, die es gelte aufzuarbeiten, möge es noch so schmerzhaft sein. Es sei wichtig, dem Bürger und besonders der heutigen Jugend die Möglichkeit zu geben, die Fakten nachlesen zu können. (wwa)
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Dieter Sommerfeld, Vorsitzender des Arbeitskreises Heimatgeschichte und Brauchtumspflege sowie Leiter des Kreisarchives Altenkirchen (links), Buchautor Dr. Eberhard Blohm (Mitte) und Bürgermeister Heijo Höfer (rechts) stellten im Rathaus das Buch über das Schicksal der jüdischen Bevölkerung vor. Foto: Wachow


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