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Nachricht vom 19.07.2014 - 22:34 Uhr    

Daadenbach bei Alsdorf wird durchgängig gemacht

Die erste Phase des Rückbauprojektes von fünf Wehren für Herbst befindet sich bereits in der Vorbereitung. Nach zahlreichen Verhandlungen sollen dann die ersten sechs Kilometer des Daadenbaches für Wasserlebewesen vernetzt werden.

Der Daadenbach soll bereits im kommenden Herbst durchgängig gemacht werden.
Fotos: KV Altenkirchen

Kreis Altenkirchen. Der Daadenbach, der von der Mündung in die Heller bis zur Mündung des Friedewälder Baches in die Daade verläuft, ist in diesem Bereich ein Gewässer zweiter Ordnung. Über diese Ordnungszahl regelt sich auch die Verantwortlichkeit für das Gewässer. Das Wasserhaushaltsgesetz und das Landeswassergesetz schreiben vor, dass für die Unterhaltung der Gewässer zweiter Ordnung die untere Wasserbehörde der Kreisverwaltung Altenkirchen zuständig ist. Zur Unterhaltung zählt insbesondere die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Eine ihrer wesentlichen Forderungen ist das Erreichen eines guten ökologischen Zustandes der Oberflächengewässer, welcher vor allem die Sicherstellung der „linearen Durchgängigkeit“ der Fließgewässer umfasst.
Ein Gewässer gilt als ökologisch durchgängig, wenn aquatische Lebewesen jeder Art, das heißt Fische und Kleinstlebewesen, an jeder Stelle und zu jeder Zeit ungehindert stromaufwärts und -abwärts passieren können.

Im rund neun Kilometer langen Stück des Daadenbach als Gewässer zweiter Ordnung befinden sich derzeit allerdings noch zehn Querbauwerke, die die freie Wanderung der Wasserbewohner verhindern. Die meisten der alten Wehranlagen wurden zu früheren Zeiten genutzt, um die Bewässerung der Auewiesen sicherzustellen und so eine mehrmalige Mahd im Jahr zu gewährleisten. Heutzutage erfüllen die Bauwerke jedoch keine wasserwirtschaftliche Funktion mehr.

Die Kreisverwaltung Altenkirchen beginnt den Daadenbach im Herbst dieses Jahres durchgängig zu machen. Dies soll im Rahmen von zwei Projekten geschehen, die jeweils den Rückbau von fünf Bauwerken umfassen.

Bei dem derzeit in Planung befindlichen ersten Projekt sollen mit dem Rückbau von fünf Querbauwerken zwischen Alsdorf und Schutzbach die ersten sechs Kilometer Gewässer für Wasserlebewesen frei passierbar gemacht werden. Dies dient der Biotopvernetzung, also der Verbindung der bis dato durch die Wehre getrennten Lebensräume der Wasserlebewesen. Bereits vor Fertigstellung der Genehmigungsplanung hatte die untere Wasserbehörde bei der Kreisverwaltung einen sehr hohen Koordinationsaufwand: es gab zahlreiche Verhandlungen und Abstimmungsgespräche mit Flächeneigentümern und Anliegern, den oberen Wasser-, Naturschutz- und Fischereibehörden bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion sowie anderen Beteiligten, wie beispielsweise der Daadetalbahn, dem Landesbetrieb Mobilität und den betroffenen Gemeinden. Seit Ende Mai liegt die wasserrechtliche Genehmigung der Struktur- und Genehmigungsdirektion vor, die u. a. auf Grundlage der Entwurfs- und Genehmigungsplanung eines beauftragten Ingenieurbüros aus Oberlahr erteilt wurde. Derzeit läuft die Ausschreibung der anfallenden Bauarbeiten. Die bauliche Ausführung soll zwischen September und Ende Oktober stattfinden, dabei muss nicht nur die Witterung beachtet, sondern auch verschiedene Schutzzeiten der Wasserlebewesen berücksichtiget werden.

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich nach derzeitigen Schätzungen auf etwa 540.000 Euro. Diese Maßnahmen zur Herstellung der Durchgängigkeit dieser Gewässer werden derzeit noch vom Land Rheinland-Pfalz im Rahmen der Aktion blau Plus mit 90 Prozent der Gesamtkosten gefördert, sodass der zehnprozentige Kostenanteil des Kreises bei etwa rund 54.000 Euro liegen wird.

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Kommentare zu: Daadenbach bei Alsdorf wird durchgängig gemacht

1 Kommentar


Stadt - Land - Fluss
Eine Posse im Sommerloch?

Generell eine gute Sache. Die Gesamtkosten in Höhe von 540.000 Euro scheinen aber auf den ersten Blick ziemlich hoch. Sicherlich ist der Aufwand bei den 10 Wehren nicht der Gleiche. Aber im Mittel 54.000 Euro pro Wehr??? Bei einem hochgegriffenen Stundensatz von 120 Euro für Bagger incl. Bediener und 100 Euro pro LKW incl. Fahrer komme ich so auf stolze 245 Stunden pro Wehr. Respekt !!! Selbst wenn die Gemeinden nur 10 % der Projektkosten tragen müssen, frage ich mich ob die Anliegergemeinden so reich sind oder sonst auf sehr hohem Niveau gejammert wird. Es wäre interessant zu wissen mit wieviel tausenden von Euros die hohe Ingenieursleistung hier zu Buche schlägt !!


Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

#1 von Daniela Gerold, am 20.07.2014 um 19:51 Uhr

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