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Nachricht vom 31.07.2014 - 13:17 Uhr    

BI-Siegtal: Grenzüberschreitendes Treffen der Bürgerinitiativen

Drei Bundesländer wollen die Windenergieanlagen vorantreiben. Dies versetzte die Bürgerinitiativen aus der Region, die sich zu einem Bündnis gegen Windkraftanlagen in den Wäldern und Naturschutzgebieten zusammenschlossen, in Alarmstimmung. Die Bürgerinitiative (BI) Siegtal traf sich mit weiteren Initiativen und Interessengemeinschaften, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Verstärkt zusammenarbeiten über die Ländergrenzen hinweg will die Bürgerinitiative Siegtal, um den überflüssige Windenergieanlagen in den Wäldern der Region zu verhindern. Foto: pr

Region. Die Nachrichten der letzten Wochen zur Reform des EEG und dem damit verbundenen weiteren Ausbau der Windkraftindustrie in den Mittelgebirgslagen von Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen versetzte die Landesbündnisse und die in ihnen organisierten Bürgerinitiativen in höchste Alarmstimmung.

Fast zeitgleich wurde der Regionalplan der Bezirksregierung Arnsberg für Südwestfalen vorgestellt und es wurden die Vorhaben zum Bau von Windenergieanlagen in Hessen bekannt. Rheinland-Pfalz wird nach eigenen Aussagen von Ministerin Eveline Lemke den Ausbau ebenfalls weiterhin verstärkt angehen.

Diese alarmierende Entwicklung nahm die BI-Siegtal zum Anlass, Vertreter aus den drei Landesbündnissen, Mitglieder der BI- Erhaltet die Kalteiche, der BI-Stegskopf und schließlich zu einem weiteren Treffen benachbarte Bürgerinitiativen aus Elkenroth, BI Bürger für Elkenroth, aus Mörlen: Interessengemeinschaft FARBE für Mörlen und aus Neunkhausen: Interessengemeinschaft FARBE für Neunkhausen einzuladen, um gemeinsame Ziele und Vorgehensweisen zu erörtern.

„Wenn das so kommt, wie es angekündigt ist, dann gibt das für unsere Mittelgebirgslandschaft im „Dreiländereck“ NRW, Hessen und RLP eine Katastrophe für Mensch und Natur“, darin waren sich alle Teilnehmer einig.

Bei diesen Treffen wurden zunächst die Planungen der einzelnen Bundesländer vorgestellt, soweit sie bekannt waren:

• NRW will alleine in Südwestfalen knapp 18.000 Hektar für den Bau von Windindustrieanlagen zur Verfügung stellen, was rechnerisch für ca. 2500 WEAs reichen würde, aber man ist sich auch schon darin einig, dass das noch nicht ausreicht!

• Hessen will den Ausbau der Windenergie ebenfalls vorantreiben und das unter der Vorgabe, dass jeder mögliche Standort überprüft wird, unabhängig davon, ob es sich um schützenswerte Natur-, Tier- und Kulturbereiche (Denkmalschutz) handelt oder ausgewiesene Naturschutzgebiete.

• RLP plant, für die nächsten Jahre weitere 1600 Windenergieanlagen (WEA) zu genehmigen.


Alle drei Bundesländer haben auch schon bekundet, dass eine Neuregelung der Mindestabstände von WEAs zur Wohnbebauung (teilweise unter 600 Meter) nicht in Frage kommt. Hier zeigen die Landesregierungen in Sachsen und in Bayern mehr Respekt vor dem Schutz ihrer Bevölkerung: Sie vergrößern die Abstände auf die 10fache Höhe der WEAs. Das bedeutet, dass 200 Meter hohe Anlagen 2 Kilomter Abstand zur Wohnbebauung einhalten müssen.

Viele der bisher bekannten ausgewiesenen oder geplanten Vorrangflächen für Windkraftindustrie liegen in den waldreichen Mittelgebirgen von NRW, RLP und Hessen. Da die Natur sich aber nicht an Ländergrenzen hält und Lebensräume auch „grenzüberschreitend“ besiedelt werden, erscheint es nur logisch, dass auch die Bürgerinitiativen zum Schutz unserer heimischen Wälder vor Industrialisierung durch WEAs überregional tätig werden.

Die beteiligten Mitglieder der Bürgerinitiativen aus den drei Bundesländern einigten sich in großer Sorge darauf, in Zukunft enger zusammen zu arbeiten und sich gegenseitig tatkräftig zu unterstützen.

Die Vorstände der Landesbündnisse, die im Vorfeld bereits über gute Kontakte zueinander verfügten, vereinbarten einen gemeinsamen Schulterschluss unter dem Thema „Unternehmen Dreiländereck“ und länderübergreifende Aktionen in der nächsten Zeit.

Gemeinsames Fazit des Treffens laut Pressemitteilung:
• „Wir haben das Glück, in einer so wunderschönen Wald- und Kulturlandschaft leben zu dürfen und die Pflicht, sie für kommende Generationen zu erhalten!

• Wir haben nicht das Recht, den Wald durch überflüssige Windenergieanlagen in Industriestandorte zu verwandeln und damit unwiderruflich zu zerstören!

• Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie unsere ökologisch wertvollen Wälder und Mittelgebirgslandschaften industrialisiert werden!

• Wir sind drei starke Landesbündnisse – und das wissen auch unsere Landesregierungen!

• Wir erwarten von den Landesregierungen, dass sie ihre ureigenste Aufgabe wahrnehmen: Den Schutz der Menschen und der Natur in ihrem Land!“


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