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Nachricht vom 09.11.2016    

Zeitzeugenbericht beeindruckte Jugendliche der IGS Hamm

Auf Initiative von Schulpfarrer Thomas Rössler-Schaake besuchte Esther Bejarano zusammen mit ihrem Sohn Joram Bejarano und dem Rap-Musiker Kutlu Yurtseven in Kooperation mit dem DGB Ende Oktober für eine Lesung mit Konzert die IGS Hamm/Sieg. Die Auschwitz-Überlebende beeindruckte die Jugendlichen.

Esther Bejarano beeindruckte mit ihrer Energie und ihrer Lesung an der IGS Hamm. Foto: Schule

Hamm. „Sag nie, dass du den letzten Weg gehst!“ Mit diesem Lied setzte Esther Bejarano einen besonderen Akzent, der Mut zum Leben geben sollte, auch in den schwierigsten Situationen.

Esther Bejarano, 91 Jahre alt, wurde 1924 in Saarlouis geboren. Ihr Vater war dort Kantor der jüdischen Gemeinde. 1943 wurde sie als junge Frau ins KZ Auschwitz deportiert. Ihre Mitarbeit im Lagerorchester gab ihr eine Überlebenschance: Sie musste nicht am Programm „Tod durch Arbeit“ teilnehmen, sie spielte im Orchester Akkordeon. Ihre Mutter und eine Schwester wurden in Auschwitz ermordet. Gegen Ende des Krieges mussten viele Gefangene die Konzentrationslager verlassen und sich auf die sogenannten Todesmärsche begeben. Hier gelang ihr im April 1945 die Flucht. Ihre persönliche Geschichte der „Befreiung“ war besonders bewegend. In einem mecklenburgischen Dorf spielte sie wieder Akkordeon: Dieses Mal aber zusammen mit amerikanischen und russischen Soldaten, die das Ende des Krieges feierten und tanzten.

Nach der Lesung aus ihren Buch „Erinnerungen“ trug Esther mit ihrem Sohn Joram und dem Musiker Kutlu Lieder gegen Rassismus vor. Dabei wurden auch Songs in jiddischer, italienischer und türkischer Sprache „gerappt“. Die 65 anwesenden Schülerinnen und Schüler der Religions- und Ethikkurse aus Klassenstufe 13 waren bewegt und begeistert von der Lebenskraft, die Esther Bejarano ausstrahlte.



„Ich habe zum ersten Mal einer Auschwitz-Überlebende zuhören dürfen. Es hat mich sehr berührt,“ so eine Schülerin später. Ein Schüler ergänzte: „Ich habe die kleine Person zwar nicht so gut sehen können, aber von ihr ging eine sagenhafte Energie aus!“
Mit dem Lied „Sag nie, dass du den letzten Weg gehst!“ erinnerte Esther Bejarano an den jüdischen Widerstand gegen die Nationalsozialisten.

„Lasst euch nicht unterkriegen! Tretet für Freiheit und Gerechtigkeit für alle Menschen ein!“ Das, so Esther Bejarano, gelte insbesondere heute, wo rechtsradikale Menschen wieder andere ausgrenzen, verunglimpfen und auch vor Morden nicht zurückschrecken.


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