Werbung

Nachricht vom 19.04.2017    

BI Hümmerich: Altus-Antrag unvollständig, fehlerhaft und voller Widersprüche

Die Bürgerinitiative (BI) Hümmerich fordert mit einer Pressemitteilung die Investoren auf, die Pläne einer "Windenergiefarm" auf dem Hümmerich zwischen Mittelhof und Gebhardhain abzuschwören. Insbesondere geht es um die Altus AG und den Eigentümer des betroffenen Gebietes. Die Kreisverwaltung hatte den Antrag zum Bau der Windenergieanlagen im Februar abgelehnt.

Die Raumnutzungsanalyse unter anderem für den Rotmilan bewertet die Kreisverwaltung Altenkirchen als nicht prüffähig und somit als unvollständig. Mit dieser Begründung lehnte sie den Altus-Antrag ab. Foto: BI Hümmerich

Mittelhof. Nachdem die Kreisverwaltung in Altenkirchen den geplanten Bau von Windrädern auf dem Hümmerich zwischen Gebhardshain und Mittelhof abgelehnt hat, legte der Antragsteller, die Altus AG, Widerspruch ein. Die BI Hümmerich, die sich gegen die Bebauung des Hümmerich zur Wehr setzt, begrüßt die klare und mutige Entscheidung der Kreisverwaltung, zeigt aber nach wie vor Unverständnis dafür, dass die Initiatoren der Windenergieanlagenpläne immer noch nicht von ihrem Vorhaben Abstand nehmen.

„Wir begrüßen die klare und mutige Entscheidung der Unteren Immissionsschutzbehörde bei der Kreisverwaltung in Altenkirchen, den Altus-Antrag abzulehnen“, erklärt Dieter Glöckner, Sprecher der BI Hümmerich. „Nach dem, was wir aus der Ablehnungsbegründung wissen, gab es vor allem offene Fragen beziehungsweise Mängel insbesondere hinsichtlich des Umweltschutzes, zu denen Altus nicht oder erheblich unzureichend informiert hat.“

Zur Erinnerung: Die Altus AG hatte den Antrag zum Betrieb einer „Windfarm“ bereits am 12. Mai 2016 bei der Kreisverwaltung in Altenkirchen eingereicht. Die Unterlagen waren jedoch nicht vollständig, stellte die Behörde fest. In mehreren Schreiben, zuletzt am 11. Juli 2016, forderte sie auf, das Fehlende nachzuliefern. Immer wieder schob Altus Informationen nach, aber immer noch nicht ausreichend, um die Vollständigkeit festzustellen. Mit Schreiben vom 13. Februar 2017 schließlich lehnte die Kreisverwaltung dann den Antrag ab, und fand in der Mitteilung an Altus dazu deutliche Worte.

Unter anderem heißt es dort: „Die Raumnutzungsanalyse [...] für Rotmilan, Schwarzstorch und andere durch Kollision gefährdete Greifvogelarten kann [...] aufgrund gravierender systematischer, bewertungserheblicher Fehler nicht als prüffähig und somit nicht als vollständig anerkannt werden.“ An anderen Stellen in dem Schreiben ist von „dem gravierenden Mangel einer grob fehlerhaften und unvollständigen Datenermittlung der Raumnutzungsanalyse“ die Rede und davon, dass sich eingereichte Gutachten gegenseitig widersprechen.

Dieter Glöckner: „Altus hatte jetzt erneut eine Frist, um der Ablehnung ihres Antrags zu widersprechen und hat dies auch getan. Die Begründung kann sie bis zum 20. April nachliefern.“ Dass dem Widerspruch abgeholfen, also stattgegeben würde, hält die BI Hümmerich angesichts der massiven Ablehnungsgründe für eher unwahrscheinlich. Dennoch fürchtet sie den Fortgang des Verfahrens: „Im weiteren Verlauf ist der Kreisrechtsausschuss zuständig. Die nächste Instanz wäre dann das Verwaltungsgericht. Wir sind noch nicht am Ende. Aber wir werden weiterhin zusammen mit unseren befreundeten Naturschutzverbänden für einen windanlagenfreien Hümmerich kämpfen. Dabei zählen wir auf unsere Mitglieder und die vielen Menschen rund um den Hümmerich, die uns unterstützen und bestärken.“

Erneut appellierte Glöckner an den Verbandsgemeinderat Wissen, auf die Ausweisung des Hümmerichs als Vorrangfläche für Windenergie im Flächennutzungsplan zu verzichten: „Nachdem jetzt schon die Überprüfung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz viele Zweifel an der Möglichkeit einer Bebauung aufkommen lässt, sollte klar sein, dass ein solcher Flächennutzungsplan kaum Bestand haben kann und schon gar nicht einfach durchgewinkt werden darf.“

Die Altus AG und ihre Investoren im Hintergrund sowie den Grafen Hatzfeldt, dem die Ländereien auf dem Hümmerich gehören, forderte Glöckner angesichts des Ablehnungsbescheids erneut auf, dem Projekt abzuschwören: „Es gibt so viele andere Möglichkeiten, sein Geld sinnvoller zu investieren. Muss man dafür denn unbedingt unsere heimische Natur und Landschaft zerstören?“ (PM)


Kommentare zu: BI Hümmerich: Altus-Antrag unvollständig, fehlerhaft und voller Widersprüche

Es sind leider keine Kommentare vorhanden


Aktuelle Artikel aus der Region


Ein neuer Lebensabschnitt beginnt

Wissen. Die Vergabe der Sommerabschluss-Zeugnisse fand unter dem Dach der berufsbildenden Schule in Wissen statt. Im Wechsel ...

Zahlreiche Einsatzkräfte suchten vermisste Person

Bürdenbach-Bruch/Oberlahr. Am Mittwoch, 28. Juni wurden die Feuerwehren Oberlahr und Flammersfeld, durch die Leitstelle Montabaur, ...

Maßschneiderinnen freigesprochen: Kreativ zum Gesellenbrief

Betzdorf. Im Gegensatz zu vielen betrieblichen Ausbildungen in diesem Bereich erhalte man dafür aber die Möglichkeit, sich ...

Freiherr-vom-Stein-Gymnasium kürt UNESCO-Welterbe-Experten

Betzdorf. Diese fast 4000 Jahre alte Jagdform mit abgerichteten Greifvögeln bedarf viel Geduld, Einfühlungsvermögen und Expertenwissen, ...

Sieben START-Stipendiaten aus Rheinland-Pfalz haben ihr Abitur

Region/Frankfurt. Sieben START-Stipendiaten in Rheinland-Pfalz haben ihr Abitur bestanden und wurden gemeinsam mit Stipendiaten ...

Die Reihe „live-treff Herdorf“ im Rathausinnenhof startet

Herdorf. Hört man sich in Herdorf um, dann fragen schon jetzt viele Menschen danach, ob und wann es in diesem Jahr die Konzerte ...

Weitere Artikel


Badminton-Nachwuchs der DJK Gebhardshain nahm am Ranglistenturnier teil

Gebhardshain. Am Ende des Jahres werden dann alle Turnierergebnisse zu einer abschließenden Rangliste zusammengeführt. Die ...

Fünfteiliger Elternkurs zur Kindererziehung beginnt im Mai

Betzdorf. Kess leitet sich ab von kooperativ, ermutigend, sozial und situationsorientiert.
Als Eltern möchte man seine Kinder ...

Else: „Aufgabe der Presse ist das Informieren!“

Region. Die Freiheit der Presse ist ein wichtiges Instrument einer funktionierenden Demokratie. „Ausspähen unter Freunden ...

Wandern mit der DJK Betzdorf auf dem Marienwanderweg

Betzdorf. Mit der DJK Betzdorf hinaus in die erwachende Natur heißt es wieder am Sonntag, 30. April die 8. Etappe des Westerwaldsteig ...

Traditionelles Maibaumaufstellen auf dem Dorfplatz

Wallmenroth. Am Sonntag, 30. April wird traditionell wieder der Maibaum durch Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Wallmenroth ...

Anbindung Bahnhofstraße an B 62 in Mudersbach fraglich

Mudersbach. „Eine Förderung nach LVFGKom können wir daher nicht in Aussicht stellen“, hatte der LBM Koblenz in Abstimmung ...

Werbung