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Nachricht vom 13.03.2018 - 14:30 Uhr    

Der „WEISSE RING“ Ring rückt Internetkriminalität in den Fokus

Der Weiße Ring registriert eine zunehmende Zahl von Opfern von Internetkriminalität, die Hilfe suchen. Auch online verübte Verbrechen haben demnach auf die reale Lebenswelt eines Opfers handfeste Auswirkungen. Anlässlich seines Jahresberichts will der Verein rund um die Gefahren der Web-Kriminalität sensibilisieren.

Betzdorf/Kreisgebiet. Im Jahr 2017 haben sich 47 Opfer von Straftaten an die Außenstelle Altenkirchen des Weißen Rings gewandt. Vielen konnte erfolgreich Hilfe und Beistand geleistet werden, denn die meisten Verbrechensopfer sind nicht in der Lage, das Erlebte allein zu bewältigen. Neben der Opferbetreuung wurden in vielen Fällen die Kosten für die Erstberatung bei Rechtsanwälten oder Psychologen geleistet. Ferner stellte die Außenstelle Altenkirchen über 7.200 Euro hilfsbedürftigen Opfern von Straftaten zur Verfügung. Darüber informiert die Organisation in einer aktuellen Pressemitteilung.

Im Netz wird man schnell zum Opfer
Die finanziellen Verluste fallen dabei nicht so sehr ins Gewicht, die seelischen Folgen der Tat seien meist gravierender. Die überwiegende Zahl der Hilfesuchenden waren Opfer von Gewalt- und Sexualdelikten, aber auch zunehmend aus den Bereich der Internetkriminalität. Das Internet bietet viele Vorteile und ist aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken. Allerdings kann man im Netz auch zum Opfer werden, egal ob jung oder alt. Darauf macht Dieter Lichtenthäler, Ansprechpartner des Weißen Rings für den Kreis Altenkirchen aufmerksam, denn auch online verübte Verbrechen hätten auf die reale Lebenswelt eines Opfers handfeste Auswirkungen.

Laut einer repräsentativen Untersuchung des Digitalverbandes Bitkom ist fast jeder zweite deutsche Internetnutzer (49 Prozent) schon zum Opfer von Internetkriminalität geworden. Die Maschen der Täter, die im Netz ihre Identität verschleiern können, sind vielseitig: Sie infizieren beispielsweise Computer mit Schadprogrammen, betrügen bei Online-Geschäften, greifen Bankdaten ab oder bedrohen und erpressen mit hochgeladenen Bildern und Videos. Durch die weltweiten Vernetzungsmöglichkeiten des Internets müssen sich die Täter für ihre Tat gar nicht in Deutschland befinden. Fast die Hälfte aller von Internetkriminalität Betroffenen trägt der Bitkom-Studie zufolge finanziellen Schaden davon. Sie müssen beispielsweise teure Reparaturdienste oder Rechtsberatungen zahlen.

Wichtig: Das eigene Verhalten im WWW
„Nicht vergessen werden dürfen die psychischen Belastungen, unter denen Opfer leiden“, sagt Lichtenthäler. „Betroffene fühlen sich machtlos und Tätern schutzlos ausgeliefert.“ Häufig würden sie wieder erneut zu Opfern, da Täter kompromittierendes und erpresserisches Material nicht löschten, sondern es stattdessen immer wieder gegen sie verwenden könnten. Dazu komme bei vielen die Scham, überhaupt auf einen Online-Betrüger hereingefallen zu sein. Auch Resignation spiele eine Rolle: Oftmals würden Betroffene denken, dass die Täter sowieso nicht ermittelt werden könnten. Daher würde auch keine Anzeige erstattet. Dieter Lichtenthäler betont aber: „Wer Opfer von Internetkriminalität wird, muss sich nicht schämen. Täter arbeiten mit raffinierten Methoden.“ Der Weiße Ring möchte Betroffene ermutigen, sich Hilfe zu holen: beispielsweise bei Vertrauenspersonen, bei der Polizei oder eben beim Weißen Ring.

Der Verein rät dazu, aktuelle Virenscanner und zusätzliche Sicherheitssoftware wie Firewalls zu nutzen. Betriebssysteme der Rechner, Smartphones und Tablets sollten stets mit neuen Updates des Herstellers versehen sein. Gleiche Passwörter sollten nicht mehrmals für unterschiedliche Zugänge wie beispielsweise E-Mail-Programme und soziale Netzwerke verwendet und regelmäßig gewechselt werden. Auch sollten sie mindestens aus sieben Zeichen und immer aus einer Kombination aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. „Wichtig ist auch das eigene Verhalten im Netz“, sagt Lichtenthäler. Mit eigenen Daten wie Fotos, Adressen und Telefonnummern sollte zurückhaltend umgegangen werden. Je mehr öffentlich preisgegeben werde, desto einfacher könne damit Missbrauch betrieben werden.

Personen, die Interesse an einer menschlich anspruchsvollen ehrenamtlichen Tätigkeit für den Weißen Ring haben, können sich mit Dieter Lichtenthäler in Verbindung setzen (Tel.: 02741 - 935216; E-Mail: dieter.lichtenthaeler@t-online.de). (PM)

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