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Nachricht vom 14.04.2018 - 14:13 Uhr    

Kreis-Jusos besuchten Betzdorfer Tafel

Die Jusos im Kreis Altenkirchen waren zu Gast bei der Betzdorfer Tafel. Sie ließen sich deren Arbeit aber nicht nur in der Theorie erklären, sondern erlebten den Tafel-Alltag mitten im Geschehen. Dem Treffen ging eine lange Vorbereitungszeit voraus, die zwischen-zeitlich von den Ereignissen um die Tafel in Essen überschattet wurde.

Die Jusos informierten sich bei Bruno Georg (rechts) über die Tafel in Betzdorf. (Foto: Jusos Kreis Altenkirchen)

Betzdorf/Kreisgebiet. Unter dem Motto „Vor Ort informieren, statt nur darüber reden!“ traf sich ein Teil der Jungsozialisten (Jusos) im Kreis Altenkirchen kürzlich bei der Tafel in Betz-dorf, um sich auf Einladung von „Tafelchef“ Bruno Georg genauer über das Projekt zu infor-mieren. Dem Treffen ging eine lange Vorbereitungszeit voraus, die zwischenzeitlich von den Ereignissen um die Tafel in Essen überschattet wurde. Umso mehr bekräftigten die Jusos die Bedeutung dieses Besuchs: „Es ist wichtig, sich vor Ort mit den Themen auseinanderzusetzen, die die Bürgerinnen und Bürger bewegen; welche Probleme es gibt und wo Handlungsbedarf – gerade aufseiten der Politik – besteht“, so Juso-Kreisvorsitzender Philip Schimkat.

Viel Arbeit hinter den Kulissen
Los ging es um 10.30 Uhr, eine halbe Stunde vor Öffnung der Tafel mit der Ausgabe der nummerierten Essensmarken nach dem Zufallsprinzip. Anschließend präsentierte Georg den Jusos, welche Massen an Lebensmitteln, die ansonsten vernichtet würden, von der Tafel abgeholt und wöchentlich bereitgestellt werden. Dies sowie die Arbeit der ehrenamtlichen Kräften, die hier jede Woche geleistet wird, beeindruckte die Jusos in besonderem Maße: „Wenn etwas von außen betrachtet perfekt funktioniert, steht dahinter meist viel ‚unsichtbare‘ Arbeit der freiwilligen Helferinnen und Helfer“, so Juso-Kreisgeschäftsführer Jan Hellinghausen.

Nach der Begrüßung durch Bruno Georg und die Betzdorfer Gemeindepfarrerin Anja Karthäuser konnten die Jusos miterleben, was es für das Team bedeutet, an 80 bis 120 Menschen Lebensmittel auszugeben. Dass es hierbei immer ruhig und gesittet zugeht, liegt auch an Georg, der sich immer mitten im Geschehen befindet und zur Not mit seiner Stimme für die nötige Ordnung sorgt. Beim Rundgang durch die Küche konnten die Jusos die Großgeräte bestaunen, die durch eine Spende des Klickervereins Kirchen angeschafft werden konnten. Hier wird regelmäßig eine warme Mahlzeit zubereitet, die für kleines Geld von den Besucherinnen und Besuchern zusätzlich erworben werden kann. Das Urteil der Jusos, die dieses durch eine Spende der Metzgerei Schmidt in Daaden ermöglichte Angebot ausprobierten: „Schmackhaft und reichhaltig!“

Wichtige soziale Funktion
Zum Abschluss präsentierte Georg den durch Spenden im letzten Jahr beschafften Kühltransporter, mit dem Großlieferungen von Lebensmitteln durch ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer abgeholt werden. Die Jusos bedankten sich bei allen Helferinnen und Helfern vor Ort für ihre Arbeit sowie für die gewonnenen Eindrücke und machten deutlich, diese auch öffentlich teilen zu wollen: „Die Tafeln haben schließlich auch eine wichtige soziale Funktion für die Besucherinnen und Besucher. Die Menschen haben die Möglichkeit, sich zum Gespräch und zum gemeinsamen Austausch zu treffen und dadurch soziale Kontakte zu pflegen.“ Man dürfe die Menschen, die dort hingehen, nicht pauschal aburteilen, wie es kürzlich von der Berliner Politik in Person von Jens Spahn getan wurde, so die Jusos. Sie stellten nach ihrem Besuch fest: „Die Tafel ist mehr als Hartz IV und Flüchtlinge!“ (PM)

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