Werbung

Politik | - keine Angabe -


Nachricht vom 10.07.2018 - 13:20 Uhr    

Kita-Zukunftsgesetz: Verdi hat noch viele offene Fragen

Der Verdi-Landesbezirk Rheinland-Pfalz-Saarland äußert sich in einer aktuellen Pressemitteilung kritisch zu dem vom Bildungsministerium vorgestellten Kita-Zukunftsgesetz. So gebe es keine tatsächlich erkennbare Verbesserung bei der Personalausstattung. Auch die angekündigte Qualitätsverbesserung stehe in Frage.

Symbolfoto

Mainz/Region. Das vom Bildungsministerium vorgestellte Kita-Zukunftsgesetz verändert ganz viel, nicht nur für Eltern und bei der über Mittag durchgehenden Öffnung, sondern auch bei Leitungen, Praxisanleitungen, und auch bei der Personalbemessung wird vieles neu strukturiert. „Die Landesregierung schafft eine neue und bessere personelle Grundausstattung. Das wird aber zu großen Teilen auch wieder eingefangen durch eine parallele Abschmelzung bei den bisherigen Kann-Regelungen, etwa Personal für interkulturelles Lernen, Sprachförderung oder Inklusion“, sagt Volker Euskirchen, Landesfachbereichsleiter Gemeinden bei der Gewerkschaft Verdi.

Die Personalberechnung soll sich demnach künftig nicht mehr an Gruppen, sondern an durchschnittlich genehmigten Plätzen orientieren. Die Zweijährigen werden Teil der Regelgruppe, die bisherige Regelung der Aufstockung um 0,25 bzw. 0,5 Stellenanteile bei bis zu sechs Zweijährigen in der Gruppe entfällt. „Durch die ‚neue‘ Personalbemessung wird das wieder aufgefangen, de facto ändert sich für viele Erzieherinnen an der erlebten betrieblichen Realität also nichts. Das ist jedoch gleichzeitig eine Enttäuschung, weil das aus Sicht der Erzieher wenig mit der angekündigten Qualitätsverbesserung in Verbindung gebracht wird“, ergänzt Jana Beißert, Gewerkschaftssekretärin, die jüngst mit einer Aufwertungsstaffel für die Kitas durch Rheinland-Pfalz zog. Die künftig notwendigen Aushandlungsprozesse zur Personalausstattung mit jedem einzelnen Kreisjugendamt machen es nach Verdi-Auffassung für alle Beteiligten nicht unbedingt einfacher.

Positiv, betont Verdi, sei, dass 62 Millionen Euro zusätzliche Mittel verfügbar gemacht werden. Allerdings ist Verdi noch nicht wirklich klar, wo die Mittel dann tatsächlich eingesetzt werden, auch nicht inwieweit damit so genannte Bundesmittel ganz oder teilweise weitergegeben werden. Es gebe mit der Gesetzesnovelle einige Verbesserungen, aber auch noch viele offene Fragen. „Daher wünschen wir uns die Möglichkeit zum Dialog mit allen Akteuren vor dem Abschluss der schriftlichen Anhörung, etwa durch einen um die Gewerkschaften als Teilnehmende erweiterten Kita-Tag der Spitzen", fordert Euskirchen. Ebenso bedauert Verdi, dass mit dieser Gesetzesnovelle beim Personal nicht die Fachkraft-Kind-Relation erreicht werden kann, die von der Wissenschaft empfohlen wird. „Aber was nicht ist kann ja noch kommen, mit dieser Novelle ist sicher nicht die Arbeit erledigt, damit haben wir unser Ziel noch lange nicht erreicht", so der Gewerkschafter weiter. (PM)


Kommentare zu: Kita-Zukunftsgesetz: Verdi hat noch viele offene Fragen

Es sind leider keine Kommentare vorhanden


Aktuelle Artikel aus der Politik


MdB Erwin Rüddel will Ehrenamt von Bürokratie entlasten

Kreisgebiet. „Das Ehrenamt muss von einem Zuviel an Bürokratie entlastet werden. Bundesweit sind über 30 Millionen Menschen ...

Kommunalwahlen: Offene Listen bei der FDP Daaden-Herdorf

Daaden/Herdorf. Der FDP-Ortsverband Daaden-Herdorf hat im Rahmen einer Mitgliederversammlung die Listen für die Kommunalwahl ...

SPD Altenkirchen-Weyerbusch ehrte langjährige Mitglieder

Altenkirchen. In der jüngsten Mitgliederversammlung ehrten die Sozialdemokraten des Ortsvereins Altenkirchen-Weyerbusch ihre ...

Kommunalpolitische Positionen der Wirtschaft veröffentlicht

Koblenz. Eine stärkere Zusammenarbeit der Kommunen und der regionalen Akteure: Das ist die zentrale Empfehlung der kommunalpolitischen ...

Kreis-SPD besuchte Mainzer Landtag

Mainz/Kreis Altenkirchen. Auf Einladung der beiden Landtagsabgeordneten Sabine Bätzing-Lichtenthäler und Heijo Höfer war ...

Montaplast in Betzdorf: SPD steht an der Seite der Beschäftigten

Betzdorf. Der SPD-Ortsverein Betzdorf bedauert laut aktueller Pressemitteilung die kürzlich bekannt gewordene Entscheidung ...

Weitere Artikel


Ohne Führerschein, mit Betäubungsmitteln: Gas und Bremse verwechselt

Altenkirchen/Hamm. Die Polizeiinspektion Altenkirchen meldet zwei Unfälle vom vergangenen Samstag, den 7. Juli:

• In Hamm ...

„Kölsche Naachschicht“: Frank Schultheis beim Nachtultralauf über 77 Kilometer

Horhausen/Köln. „171 km öm janz Kölle“: Das ist eine Ultralaufveranstaltung, die seit 2015 ausgetragen wird. Dabei absolvieren ...

Die Erfindung des Marxismus

Siegen. Zum Abschluss des Sommersemesters 2018 bei Forum Siegen referierte Dr. Christina Morina (Duitsland Instituut Amsterdam) ...

Prächtiger Festzug: 19 Gastvereine und Kapellen beim Wissener Schützenfest

Wissen. Am Sonntag (8. Juli) erfreuten die Show- und Brassband Alsfeld, die Stadt- und Feuerwehrkapelle Wissen, deren Mitglieder ...

Ganz schön heiß: Schmiedetreffen am Technikmuseum war ein großer Erfolg

Freudenberg. Heiß war es am vergangenen Sonntag in und um das Technikmuseum Freudenberg herum. Dafür sorgte nicht nur das ...

Landesmittel für Sportplatzumbau in Willroth

Willroth. Das Land Rheinland-Pfalz hat jetzt grünes Licht für die Förderung des Sportplatzes in Willroth gegeben. Das erfuhr ...

Werbung