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Nachricht vom 24.07.2018 - 08:34 Uhr    

Zum Jubiläumsfest der Hubertus-Schützenbruderschaft Frauenpower

Als die 298. Kugel durch die Nacht gepeitscht war, fiel der Vogel am Samstag, 21. Juli, auf dem Schießstand Am Uhlenberg – und Karin Hake ließ sich freudestrahlend und mit erhobenen Händen bejubeln. Zu vorgerückter Stunde war mit ihr die fünfte Majestäten für das Jubiläumsschützenfest der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Birken-Honigsessen ermittelt – und: Erstmals in der 50-jährigen Historie der Bruderschaft ist mit Anja Schäfer eine Frau Kaiserin.

Karin Hake (2.v.l.) und Anja Schäfer haben den Vogel abgeschossen. Die künftige Königin und die künftige Kaiserin werden hier von Torsten Hake (l.) und Martin Schäfer eingerahmt. Foto: (tt)

Birken-Honigsessen. Dem 50. Schützen- und Kirchweihfest auf der Birkener Höhe steht nichts mehr im Wege: Die fünf Majestäten sind seit Samstagabend ermittelt und freuen sich auf die Festlichkeiten anlässlich 50 Jahre St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Birken-Honigsessen. Es kann getrost von Frauenpower gesprochen werden, denn beim 50. Vogelschießen hatten sich bei fünf Wettschießen vier Damen die Würde gesichert. Das royale Quintett komplettiert Schülerprinz Fabian Simon.

Traditionell war die Jubelbruderschaft am späten Nachmittag im Ort angetreten. Von den Klängen der Bergkapelle Birken-Honigsessen begleitet marschierte die Schützengesellschaft an den Schießstand, wo angelegt, gezielt und geschossen wurde.

„Ich habe mich bemüht zu treffen“, schmunzelte Anja Schäfer. Gerade hatte sie den am Hochstand den entscheidenden Schuss beim Kaiserschießen abgegeben und den Vergleich der zehn Altmajestäten, darunter zwei ehemalige Königinnen, für sich entschieden hatte. Am Hochstand hatten die Altmajestäten auf den Holzaar angelegt. Diese habe schon so gewackelt, sodass sie gar nicht mehr angenommen habe, noch mal zum Zug zu kommen, erinnerte sich die 51-jährige Schäfer. Sie kam sehr wohl noch mal an die Reihe – und nutzte ihre Chance, von Familie und Freunden unterstützt. Die 221. Kugel machte Anja Schäfer zur Kaiserin – und zwar zur ersten in der 50-jährigen Geschichte der örtlichen St.-Hubertus-Schützenbruderschaft. Beim Vogelschießen 2016 hatten sie und ihr Ehemann Martin Schäfer, die seit 16 Jahren in Birken-Honigsessen leben, beide um die Königswürde mitgeschossen.

Damals wurde Anja Schäfer als glückliche Schützin die dritte Königin der Bruderschaft. Es ist ihr anzumerken, wie sie sich auf das 50. Schützen- und Kirchweihfest und den Festzug freut: „Als Vorstandsmitglied wäre ich ja mitgelaufen, aber jetzt ziehe ich auch das schöne Kleid an.“ Anja Schäfer wird die Kaiserwürde von Siegfried Storbeck übernehmen. Der Schießmeister ist seit fünf Jahren ranghöchster Repräsentant der Bruderschaft. Die Insignienschützen sind Andreas Reuber (Zepter, 12. Schuss), Hubert Wagner (Reichsapfel, 48.) und Michael Storbeck (Zepter, 76.).

Bei den Jungschützen war parallel die Nachfolge für Jungschützenkönig Fabian René Lauer ausgetragen worden. Nachdem die Preisschützen den Holzaar gerupft hatten und Nils Asbach Krone und Zepter und Jonas Tereick den Reichsapfel erzielt hatten, rangen in einem spannenden Wettschießen Christina Probst und Theresa Herzog um die Würde. Lange habe der Vogel gewackelt, berichtete Pressewart Marcel Ring. Der 363. Schuss, den die 20-jährige Theresa Herzog abgegeben hatte, war ein Volltreffer. Im Vergleich zum Vorjahr mit 186 Schüssen, hielt der Holzaar diesmal fast der doppelten Schusszahl stand. Es war schon gut 21 Uhr und nach den Melodien der Bergkapelle unterhielt nun das „Duo Supreme“, als noch ein Holzaar unberührt da stand.

Das Exemplar sollte mit seinem Fall die Thronfolge für den amtierenden König Torsten Hake (Fürthen) entscheiden. Unter der Schießaufsicht des stellvertretenden Schießmeisters André Rödder und Andreas Rosenthal standen 30 Teilnehmer an. Die Preisschützen sind Daniel Schlechtingen (Krone, 8. Schuss), Tim Schäfer (Reichsapfel, 37.) und Simon Wunderlich (Zepter, 64.). Ein Schuss nach dem anderen fiel, aber es dauerte lange, bis der Holzvogel sich leicht rührte. Den hatte wieder Burkhard Wagner gebaut, und zwar mit der Schablone, mit der schon der erste Holzvogel gefertigt wurde, hieß es.

Obwohl bei der Bruderschaft gewöhnlich nicht Flügel als Insignie abschießt, fiel die linke Schwinge doch zu vorgerückter Stunde: Mit dem Schuss hatte Karin Hake den Holzaar seitlich auf Drei Uhr kippen lassen. Sie habe sich da gefragt: „Was machst ich jetzt?“, berichtete sie später. Ihr Ehemann und noch amtierende König Torsten Hake habe ihr zugesprochen, weiter drauf zu halten. Das habe sie angespornt, ebenso der Zuspruch von Brudermeister Florian Jung. Dann war es ein Kampf zwischen Karin Hake und dem Holzvogel, der mit dem 298. Schuss der Erdanziehungskraft nachgab. Als der Vogel in zwei Teile zerbrochen war, drehte sich Karin Hake um und genoss den Moment des Glücks: Mit freudestrahlendem Gesicht wurde sie bejubelt. Der erste Gratulant war ihr Ehemann Torsten Hake. Präses Pfarrer Martin Kürthen, Bezirksbundesmeister Jörg Gehrmann und Brudermeister Florian Jung standen mit an, um der designierten Königin zu gratulieren.

Ganz kurzfristig habe sie sich entschlossen mitzumachen, sagte Karin Hake dem AK-Kurier und ergänzte freudestrahlend: „Ich genieße es.“ Obwohl die Bruderschaft über 600 Mitglieder zähle, so Brudermeister Jung, komme es auch mal vor, dass „auswärtige“ Mitglieder den Vogel abschießen: „Das sind Leute, die den Schießsport aktiv unterstützen, in Schießsportgruppen und bei Arbeitseinsätzen mitmachen.“ Dafür kommen die Eheleute Hake immer von Fürthen nach Birken-Honigsessen, denn: „Der Verein liegt mir richtig am Herzen“, sagte die 52-jährige Hake, und Ehemann Torsten Hake unterstreicht: „Das ist unser Verein, unsere Bruderschaft.“ Die Eheleute sind aktive Sportschützen, gehören seit fünf Jahren der Bruderschaft an und hatten 2017 beide um die Königswürde mitgeschossen.

Eine Premiere auf der Birkener Höhe ist es nicht nur, dass künftig eine Kaiserin repräsentieren wird, sondern auch, dass die Königswürde unter Eheleuten weiter gereicht werden wird, hieß es. Worauf freut sich die Jubiläumsschützenkönigin nun am meisten beim Fest? Die Antwort fiel ganz klar aus: „Auf unser ganzes Fest, es ist einfach toll.“

Bambiniprinzessin ist die elfjährige Jolina Simon, die das Amt von Devin Schneider übernehmen wird. Ihr Bruder, der 15-jährige Fabian Simon, ist der einzige männliche Regent im Jubeljahr: Er folgt auf Schülerprinz Nils Asbach. Der letzte Vogel an diesem Abend war nach 23 Uhr gefallen, und nachdem Karin Hake mit strahlendem Lächeln auf dem Gesicht die Glückwünsche entgegen genommen hatte, eröffnete sie mit ihrem Ehemann und amtierenden König Torsten Hake den Tanz zu dem Helene-Fischer-Lied „Atemlos“ - und auch die künftige Kaiserin Anja Schäfer und Ehemann Martin Schäfer gesellten sich tanzend dazu.

Die künftigen Majestäten sind ermittelt, das Schützenfest kann gefeiert werden. Aber das bedeutet erst noch Schweiß und Fleiß: Am Montag, 23. Juli, werden die Schützen das Festzelt aufschlagen. Denn wie der AK-Kurier bereits berichtete, wird diesmal schon eine Woche vor dem eigentlichen Schützenfest gefeiert. Los geht es am Freitag, 27. Juli, mit „Top 50“. Zu diesem Abend sind die Könige und Kaiser samt Hofstaat der vergangenen fünf Jahrzehnte eingeladen. „350 Personen aus 50 Jahren sind bereits angemeldet“, hob Festausschussvorsitzender Torsten Höfer hervor. Während dieser Abend eine geschlossene Gesellschaft sein wird, ist das am Samstag, 28. Juli, ganz anders: Die bekannte Coverband „Sidewalk“ wird ab 20.30 Uhr das Festzelt rocken, Einlass ist ab 19.30 Uhr.
Das 50. Schützen- und Kirchweihfest wird vom 4. bis 6. August gefeiert – unter anderem mit feierlicher Krönung der Majestäten am Samstag, Festzug am Sonntag und Frühschoppen am Montag. (tt)

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