Werbung

Nachricht vom 18.03.2021    

Schwalben und Schwalbennester unterliegen dem gesetzlichen Schutz

In letzter Zeit häuften sich Meldungen über abgeschlagene oder entfernte Schwalbennester an Haus- und Firmenfassaden. Aus aktuellem Anlass weist die Untere Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung Altenkirchen daher darauf hin, dass sowohl Schwalben als auch deren Nester streng geschützt sind.

Schwalben sind als Kulturfolger auf menschliche Siedlungen als Lebensraum angewiesen. Gerade in der aktuellen Diskussion um das Insekten- und Artensterben sollte daher die Unterstützung gefährdeter Arten nicht an der eigenen Haustüre enden. (Fotos: Heinz Strunk)

Altenkirchen. Schwalben zählen zu den nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützten Arten (§§ 39 und 44 BNatSchG). In den letzten Jahren nahmen die Bestände der Mehlschwalben landes- und bundesweit ab, so dass die Art in Rheinland-Pfalz als gefährdet eingestuft und auf der Vorwarnliste der Roten Liste Deutschlands geführt wird. Schwalben sind als Kulturfolger auf menschliche Siedlungen als Lebensraum angewiesen. Eine der Hauptursachen für den Rückgang der Schwalbenpopulation liegt unter anderem in der illegalen Zerstörung von Nestern und Vergrämungsmaßnahmen an Gebäuden. Viele Hausbesitzer legen Wert auf „vogelfreie“ Fassaden und unterbinden aus Angst vor Kotspuren Nistversuche von Schwalben oder zerstören sogar bestehende Nester. Auch im Zuge von Haus- und Fassadensanierungen werden zahlreiche Schwalbennester beseitigt.

Schwalben sind sogenannte nesttreue Vogelarten, die jedes Jahr zu denselben Nestern zurückkehren. Auch die Nester der Schwalben unterliegen dabei dem gesetzlichen Schutz und dürfen daher auch nicht während ihrer winterlichen Abwesenheit beseitigt werden. Diese Verbote sind auch im Zusammenhang mit baulichen Veränderungen an Dach und Fassade sowohl von Eigentümern als auch von ausführenden Fachfirmen wie Gebäudereiniger oder Malerbetriebe zwingend zu beachten.

Zuwiderhandlungen stellen nach dem Bundesnaturschutzgesetz Ordnungswidrigkeiten dar, welche mit einem Bußgeld geahndet werden können. Denn das Entfernen von Nestern ist gesetzlich verboten und darf, wenn überhaupt, nur nach behördlicher Prüfung über eine Ausnahmegenehmigung erfolgen. Dies bezieht sich übrigens auf alle Tierarten, die Gebäude besiedeln, beispielsweise auch auf Fledermäuse und Mauersegler.



Geplante Vorhaben, die zu Konflikten mit Gebäudebrütern führen, sind deshalb vorab mit der Unteren Naturschutzbehörde Altenkirchen abzustimmen (Tel.: 02681-812655 oder -812652)

Insbesondere können Konflikte durch die zeitliche Anpassung von Sanierungsarbeiten außerhalb der Brut- und Aufzuchtzeiten vermieden werden: Arbeiten sollten daher „schwalbenfreundlich“ nicht in der Brutzeit von Mitte April bis Mitte August durchgeführt werden. Darüber hinaus können Fassaden vor Verschmutzung durch Schwalbenkot effektiv und kostengünstig geschützt werden, indem ein einfaches Kotbrett 50 bis 70 Zentimeter unterhalb des Schwalbennestes angebracht wird. Ist das Kotbrett in der gleichen Farbe wie die Fassade gehalten, ist für den Betrachter kaum eine Besonderheit an der Hausfassade wahrnehmbar.

Die Untere Naturschutzbehörde informiert abschließend: „Schwalben sind als Kulturfolger auf menschliche Siedlungen als Lebensraum angewiesen. Gerade in der aktuellen Diskussion um das Insekten- und Artensterben sollte daher die Unterstützung gefährdeter Arten nicht an der eigenen Haustüre enden. Durch etwas mehr Toleranz für gebäudebesiedelnde Tierarten wie die Mehlschwalben kann mit geringem Aufwand ein aktiver und wichtiger Beitrag zum Artenschutz und zum Erhalt bedrohter heimischer Tierarten geleistet werden.“ (PM)


Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Altenkirchen-Flammersfeld auf Facebook werden!


Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Kirchener Tobias Lautwein schockt die US-Boys

Der ehemalige erfolgreiche Radsportler des RSC Betzdorf, Tobias Lautwein, wurde bei den „World Championships of Fitness“ in Leipzig überraschend Weltmeister. Er, der reine Amateur, der Grundschullehrer im Hauptberuf, hatte die Elite aus Europa und auch die Profis aus den USA hinter sich gelassen.


„Bild der Verwüstung“ - Verkehrsunfall durch alkoholisierten Fahrer in Kircheib

In der Bushaltestelle in Kircheib endete die Chaosfahrt eines betrunkenen Fahrers am Mittwochabend (15. September). Zuvor hatte der Betrunkene mit seinem VW Bus Verkehrszeichen, eine Laterne und Wartehäuschen beschädigt. Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass er zwischen Kircheib und Buchholz Mendt außerdem mit einem LKW kollidiert war.


Wissen: Kurzfristige Sperrung der Bahnhofstraße für Straßenbaumaßnahmen

Die Bahnhofstraße in Wissen erhält eine neue Asphaltdecke. Am Freitag, 17. September wird die bisherige oberste Fahrbahndecke abgefräst. Am Donnerstag, 23. September erfolgt der Einbau der neuen Asphaltschicht. Die Bauarbeiten erfolgen unter Vollsperrung.


Werkausschuss: CDU geht Kreisbeigeordneten Dittmann scharf an

Es bleibt dabei: Die Insolvenz der privaten Greensill-Bank, die im März zahlungsunfähig wurde, sorgt beim Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises Altenkirchen weiterhin für Gesprächsbedarf - obwohl sie explizit nicht als Beratungspunkt auf der Tagesordnung der jüngsten öffentlichen Sitzung des Werkausschusses stand.


Altenkirchen: Baugebiet "Auf dem Eichelchen" wird abgespeckt

Der "Hunger" auf neue Baugebiete bleibt in und rund um Altenkirchen bestehen. Haben schon einige Ortsgemeinde Flächen für die Verwirklichung der Träume von Eigenheimen auf dem Schirm, hält die Stadt an der Entwicklung des Areals "Auf dem Eichelchen" fest - in zunächst abgespeckter Form.




Aktuelle Artikel aus Region


Werkausschuss: CDU geht Kreisbeigeordneten Dittmann scharf an

Kreis Altenkirchen. 3,6 Millionen Euro hatte der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) des Kreises Altenkirchen bei der Bremer Greensill-Bank ...

Der Druidensteig: Etappe 5 von Betzdorf zur Grube Bindweide

Betzdorf. Der Druidensteig, die längste Georoute Deutschlands, führt auf insgesamt 83 Kilometern in sechs Etappen von Freusburg ...

Energierechtstipp der Verbraucherzentrale: Preiserhöhung trotz Preisgarantie?

Westerwaldkreis. Viele Strom- oder Gasanbieter locken neue Kunden mit Zauberworten wie „Neukundenbonus", „Sofortbonus" oder ...

Vernissage mit Friedhelm Zöllner im Stöffelpark

Enspel. Im Stöffelpark in Enspel erhalten viele Künstler die Gelegenheit, ihre Werke einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, ...

Altenkirchen: Baugebiet "Auf dem Eichelchen" wird abgespeckt

Altenkirchen. Die Wohnraumnot allerorten ist groß. Abhilfe kann auch die Ausweisung neuer Baugebiete schaffen. Bei der Erschließung ...

Tierkrankheit Staupe: Hunde mit Impfung schützen

Altenkirchen. Für Menschen ist das Virus ungefährlich, für Hunde kann es aber tödlich sein. Vor allem jagdlich geführte Hunde ...

Weitere Artikel


Unbekannte Grubenanlage: Wer kennt dieses Bergwerk?

Wissen. So schrieb er unter anderem über das zwischen Wissen und Schönstein gelegene Frankenthal auf einer Darstellung des ...

44 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 136,6 – Kliniken weiterhin stark betroffen

Altenkirchen/Kreisgebiet. Geheilt sind 2340 Personen, stationär behandelt werden 38 Menschen aus dem Landkreis. Aktuell sind ...

Kreis-SPD analysierte Landtagswahl: „Fulminantes Wahlergebnis“

Kreisgebiet. Dass die Partei ihr gutes Landesergebnis von 2016 im Prinzip wiederholen konnte, sei auch ein Verdienst von ...

„Lernpaten“ freuen sich über Scheck der Lions Clubs

Hartenfels/Region. Das Lions Hilfswerk Westerwald e.V. hat 2020 mit freundlicher Unterstützung der Lions Clubs Altenkirchen-Friedrich ...

„Marco macht mit, Marco macht Mut“: Kochazubi nimmt am Rheinland-Pokal teil

Seelbach/Marienthal. Die Kölner Kulinariker unter dem Vorsitz von Ernst Vleer (ProGast GmbH) haben weder Geld noch Mühen ...

Landrat Enders: Wortwahl in Beschwerden teilweise menschenverachtend, unverschämt und dreist

Kreis Altenkirchen. Ein Jahr Pandemie - ein Jahr mehr oder minder große Einschränkungen: Viele Menschen können und wollen ...

Werbung