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Nachricht vom 31.10.2010    

Literarische Leckerbissen zum Abschied

Mit einem Nachschlag zu den 9. Westerwälder Literaturtagen verabschiedete sich
Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil als Mitveranstalter der Literaturtage. Im nächsten Jahr wollen die Veranstalter neue Wege gehen und ein hochklassiges Programm auf die Beine stellen, das sich thematisch an der Bundesgartenschau in Koblenz orientieren wird.

Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil las zum Abschluss der 9. Westerwälder Literaturtage einzelne Passagen aus seinen Werken. Fotos: Thorben Burbach

Wissen. Zum Abschluss der 9. Westerwälder Literaturtage war der Kuppelsaal der Westerwald Bank in Wissen prall gefüllt. Dieses Mal reichte jedoch im Gegensatz zur Lesung im Schönsteiner Schloss die Anzahl der Plätze und alle Zuhörer konnten den Worten Ortheils aufmerksam folgen. Mit literarischen Leckerbissen aus seinen Werken verabschiedete sich der Schriftsteller als Mitveranstalter der Literaturtage, die er seit 10 Jahren mit organisiert hatte. 2001 hatte er mit der "Westerwälder Nacht der Autoren" die Literaturtage ins Leben gerufen. Zahlreiche Lesungen im "Garten", im Schloss Schönstein oder im Kulturwerk folgten. Angesichts der vielen Kulturinitiativen im Kreis mache er sich um das literarische Angebot in der Region keine Sorgen, betonte Ortheil, der sich aufgrund der hohen Arbeitsbelastung durch seine Professur an der Universität Hildesheim gezwungen sieht, als Veranstalter zurückzutreten.

In seiner Lesung stellte Ortheil einzelne Passagen aus seinen autobiographisch geprägten Romanen "Fermer" (1979) und "Hecke" (1983) vor, die sich nicht zuletzt um das Elternhaus "als Zentrum aller Bewegungen" drehen. Detailliert und eingehend beschreibt Ortheil in seinen frühen Romanen die Natur, die räumliche Umgebung und die Begegnungen mit seinen Eltern. In seinem neuesten Werk "Die Moselreise" knüpft er an Aufzeichnungen aus seinem Tagebuch an, das er als 11-Jähriger führte. Mit seinem Vater hatte er damals eine Reise von Koblenz bis nach Trier entlang der Mosel unternommen. Schon nach wenigen Zeilen fallen einem die kindliche Erzählweise und die Dialoge zwischen Vater und Sohn ins Auge, die den besonderen Charme dieses Buches ausmachen. Sei es die Landschaft an Rhein und Mosel, die Eigenarten seines Vaters oder kuriose Weinsorten wie der "Nacktarsch". Dem Blick des Erzählers Ortheil entgeht nichts und richtet sich auf jedes kleinste Detail. Es ist diese Exaktheit und Detailverliebtheit, die den Erzählstil des studierten Germanisten so unverwechselbar machen. Abschließend widmete sich Ortheil noch einmal jenem Essay zur Stadt Wissen, den er zur Eröffnung des Kulturwerks im Mai 2009 verfasst hatte. Alle Wissener unter den Zuhörern konnten dabei noch einmal in vergangenen Zeiten schwelgen, als im Walzwerk noch harte Arbeit verrichtet wurde und eine grüne Allee die Rathausstraße schmückte.



Die 10. Westerwälder Literaturtage im kommenden Jahr werden von der VHS Wissen und der Wissener eigenArt in Kooperation mit der Buchhandlung Liebmann, dem Buchladen Wissen sowie der Buchhandlung Mankelmuth in Betzdorf organisiert. Thematisch orientieren sich die nächsten Literaturtage an der Bundesgartenschau in Koblenz, so dass Gärten und Landschaften im Fokus der literarischen Auseinandersetzung stehen werden, verriet Berno Neuhoff von der Wissener eigenArt. Bereits jetzt steht fest, dass der bekannte Schriftsteller Wladimir Kaminer den Literaturtagen im kommenden Jahr einen Besuch abstatten wird. Dann werden Lesungen in Altenkirchen, Betzdorf und Wissen stattfinden. Und auch Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil wird natürlich für eine Lesung zur Verfügung stehen. (Thorben Burbach)


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