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Nachricht vom 13.04.2021    

IHK-Präsidentin kritisiert Testpflicht

IHK-Präsidentin Susanne Szczesny-Oßing kritisiert Testpflicht: Mitarbeiter gesund halten, sei ureigenes Interesse der Wirtschaft.

Symbolfoto

Koblenz. „Die Betriebe haben ein ureigenes Interesse, ihre Mitarbeiter gesund zu halten. Sie setzen deshalb seit über einem Jahr Hygiene-Maßnahmen, die Maskenpflicht, Homeoffice-Möglichkeiten oder Schichtmodelle wegen Homeschooling ohne Widerstand um. Auch das freiwillige Testen in den Unternehmen haben wir nur zu gerne umgesetzt, um unseren Beitrag zur Pandemiebekämpfung und zum Gesundheitsschutz unserer Mitarbeiter zu leisten. Denn gesund durch die Pandemie zu kommen, heißt Arbeitsplätze erhalten. Aber die nun beschlossene Testangebotspflicht ist ein Zeichen des Misstrauens gegenüber der Wirtschaft und reine Symbolpolitik“, so Susanne Szczesny-Oßing, Präsidentin der IHK Koblenz.

„Nicht alle Mitarbeiter wollen ihre Gesundheitsdaten preisgeben. Das ist zu respektieren, daran ändert auch das verpflichtende Corona-Test-Angebot nichts“, fordert die IHK-Präsidentin. Die IHK plädiert deshalb dafür, weiter auf die Selbstverpflichtung und das Verantwortungsbewusstsein der Wirtschaft zu setzen. Dass dies der richtige Weg sei, untermauere die IHK-Umfrage Mitte März: Fast jedes sechste Unternehmen in Rheinland-Pfalz bietet seinen Beschäftigten regelmäßig Corona-Tests an. Weitere 30 Prozent würden ihren Mitarbeitenden in Kürze Tests anzubieten. Doch die Umsetzung scheitert an der Verfügbarkeit und Beschaffung der Tests, an den Kosten und der Bürokratie.




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„Betriebe sind keine Gesundheitseinrichtungen und der Staat macht es sich leicht, die Verantwortung und Kosten an die eh schon gebeutelten Betriebe abzuwälzen. Viele Unternehmen sind am Ende ihrer Kräfte. Mit dem organisatorischen und finanziellen Aufwand, der mit der Pflicht, Corona-Tests anzubieten, einhergeht, dürfen die Betriebe nun nicht allein gelassen werden. Wir fordern, dass die Politik alles daransetzt, eine Öffnungsperspektive für ein Leben mit dem Virus aufzuzeigen. Losgelöst von Priorisierungen muss beim Impfen mehr Tempo gemacht werden“, so Szczesny-Oßing. Wie dies funktionieren kann, hat die IHK in einem Konzeptvorschlag ausgearbeitet und der Landesregierung präsentiert: Sobald es durch ausreichend Impfstoffe möglich ist, auch dezentral zu impfen, sollen größere Unternehmen als „Ankerbetriebe“ mit ihren betriebsärztlichen Abteilungen als lokale Impf-Orte – auch für umliegende kleinere Betriebe – bereitstehen. So könnte die Wirtschaft als „dritte Säule“ die Impfstrategie des Landes ergänzen. (PM)


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