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Nachricht vom 18.04.2021    

Buchtipp: „Tod der Schmetterlingsfrau“ von Heidi Fischer

Von Helmi Tischler-Venter

Spannung und Romantik, kulinarische Genüsse und künstlerische Kreativität, Tier- und Naturliebe, aber auch Egoismus, Autoaggression und Mord vereinigt die Autorin in dem Mallorca-Krimi.

Buchtitel. Gestaltung: Lauinger Verlag

Dierdorf/Karlsruhe. Die Balearen-Insel wird mit viel Liebe von ihrer schönen, naturbelassenen Seite gezeigt, abseits von Ballermann und Massentourismus.

Die idyllische Bucht von Deià ist der Fundort einer weiblichen Leiche. Die junge Frau muss entweder gestürzt oder gesprungen sein. Da nichts auf ein Fremdverschulden hindeutet, geht die örtliche Polizei von einem Suizid aus. Die Verstorbene Roberta Bergenbaum war drei Monate zuvor als Saisonarbeiterin auf die Insel gekommen und hatte als Bedienung in einem Hotel am Hafen gearbeitet. In ihrer Freizeit sah man sie häufig mit Block und Stift auf Wanderwegen entlanglaufen. Roberta hatte Schmetterlinge aller Art schon als Kind geliebt und gemalt. Ihre Bilder „signierte“ sie mit mindestens einem Schmetterling.

Ihre Mutter Marina glaubt absolut nicht an einen Freitod ihrer Tochter, von der sie kürzlich eine sehr lebensfrohe Postkarte enthalten hat. Nach der Trennung vom Ehemann, dem egozentrischen Schauspieler Waldemar Bergenbaum war die Beziehung der beiden Frauen schlecht, denn Roberta gab der Mutter die Schuld an der Scheidung. Da der Kontakt abgebrochen war, erfuhr Marina Bergenbaum erst durch die amtliche Todesnachricht, dass ihre Tochter auf Mallorca gearbeitet hatte. Voller Reue und Trauer fliegt Marina nach Mallorca, um auf Spurensuche zu gehen und herauszufinden, was wirklich passiert ist.

Auf der Insel gibt es einen weiteren Todesfall: Spitzenkoch Luciano Mancini, gegen den gerade wegen eines Salmonellenfalls ermittelt wird, stirbt bei einem Motorradunfall. Offenbar war er Robertas Freund gewesen, denn sein Handy enthält Anrufe von ihr und die junge Deutsche besaß Liebesbriefe, die nur mit L. unterzeichnet waren.




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Bei ihren Recherchen lernt Marina die Mitbewohnerin ihrer Tochter kennen, Hanna Winter, die ebenfalls im Restaurant jobbt. Auch eine kleine Katze, die Roberta von dem kauzigen Tierretter Mateo geschenkt wurde, lebt in dem Gartenhaus einer Finca.

Der aus Deutschland ausgewanderte, genussfreudige Restaurantkritiker Lorenz Triebenbach gehört ebenfalls zu Robertas Bekannten. Triebenbach glaubt nicht an Zufall, als ein weiterer Lebensmittelskandal die Insel erschüttert. Er verabscheut die Journalistin Liane Dorantas, die auch mit Roberta befreundet war.

Marina lernt eine weitere Bekannte ihrer Tochter kennen: Diana Mittermeier mit Buddha-Figur und einem Faible für Yoga, Cocktails und Gedenktage. Sie taufte Roberta „Schmetterlingsfrau“. Und sie glaubt nicht an einen Freitod: „Sie hatte ihren Weg gefunden. Roberta hat gerne gelebt.“

Als es noch einen weiteren Todesfall gibt, glaubt auch Comisario José Maria Casas nicht mehr an einen Zufall.

Der Leser ist als versierter Krimi-Konsument sicher, den Mörder längst erkannt zu haben, aber die Handlung nimmt eine unerwartete Wendung, durch die Marina Bergenbaum in Lebensgefahr gerät und die Spannung noch einmal anschwillt.

Der Roman lässt Fernweh nach Mallorca entstehen, denn Heidi Fischer kennt sich auf der Insel aus und beschreibt ihre Schönheit sehr anschaulich und liebevoll. Im Anhang lassen mallorquinische Rezepte mit klangvollen Namen wie „Pimientos de Patron“, „Feigen mit Serrano“ oder „Tortilla mit Chorizo“ und „Orangentarte“ das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Das Taschenbuch ist erschienen im Lauinger Verlag, ISBN 978-3-7650-9128-5.
htv


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