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Nachricht vom 10.11.2010    

Ralf Grzybinski aus Emmerzhausen sammelt Bibeln

Passionierte Sammler gibt es auf der ganzen Welt. Darunter auch Menchen, die Bibeln sammeln. Einer von ihnen ist Ralf Grzybinski aus Emmerzhausen. Kürzlich fand seine Bibelausstellung in Gebhardshain große Ausmerksamkeit. Grzybinski belässt es nicht nur auf das Sammeln von Bibeln, sondern befasst sich auch mit seinen Exponaten.

Ralf Grzybinski präsentiert hier zwei Bibeln aus Kaisers Zeiten um die Jahrhundertwende. Fotos: anna

Emmerzhausen. Der Mensch gehört ursprünglich zu den Jägern und Sammlern. Das mit dem Jagen betreiben heute nur noch vergleichsweise wenige, das Sammeln hingegen ist das Hobby vieler. Da gibt es die Klassiker wie Briefmarken- und Münzsammler, andere sammeln Bierdeckel oder Modellautos. Dies alles lässt Ralf Grzybinski aus Emmerzhausen jedoch völlig kalt. Er hat sich auf das Sammeln von Bibeln verlegt. Der bekennende Zeuge Jehovas sammelt nicht nur die verschiedensten Bibeln, er beschäftigt sich auch ausführlich damit. Schon seine Eltern besaßen einige Bibeln, zum einen, weil sie deren Inhalte vergleichen wollten und zum anderen, um bestimmte Dinge besser zu verstehen. Denn nicht in jeder Ausgabe steht Wort wörtlich das gleiche und manche alten Exemplare sind auf Grund ihrer umständlichen Ausdrucksweise nur schwer oder gar nicht zu verstehen. Allein in Deutschland gibt es über 1000 verschiedene Übersetzungen der Bibel.
So hatten die Eltern in ihrer kleinen Sammlung eine Elberfelder Bibel, dem Sohn schenkten sie eine Eugen-Schlachter-Bibel. Heute besitzt Ralf Grzybinski mehrere hundert Exemplare, darunter auch mehrteilige Ausgaben. "Die Bibel ist ein ewiger Bestseller und wurde in mehr als 2000 Sprachen übersetzt", so Grzybinski. Zu seinen ältesten Exemplaren zählt eine Ausgabe von 1699 mit Ledereinband und Metallbeschlägen, die größte ist die Nachbildung einer Gutenberg-Bibel aus dem Jahr 1899 und wiegt neun Kilo.
Der Sammler besitzt aber auch winzig kleine Bibeln, von denen eine als Anhänger an einer Halskette getragen werden kann. Eine andere enthält das "Vater Unser" in sieben Sprachen und die kleinste Bibel der Welt ist nicht in Buchform sondern auf einem 2,7 x 3,0 Zentimeter großen transparenten Plättchen im Photo-Chromic-Micro-Image-Verfahren erstellt. Auf dieser winzigen Fläche befinden sich, im Maßstab 1:48.000, 1245 Seiten, die erst ab einer 80-fachen Vergrößerung mittels Mikroskop zu lesen sind, verfasst in englischer Sprache. Überhaupt besitzt Grzybinski nicht nur deutsche Ausgaben, sondern Bibeln aus aller Welt, so auch eine aus Chile mit besonders schönen Bildern und ein zweisprachiges Exemplar, in Latein und Hebräisch verfasst.
Auch eine Echter-Bibel und eine wertvolle Lazarus-Goldschmidt-Bibel nennt er sein Eigen, ebenso wie verschiedene Kinderbibeln, die "Gute Nachricht Bibel" oder die in der heutigen Jugend-Sprache verfassten "Volx-Bibel".
Rätsel gibt ihm eine Caspar-Ulenberg-Bibel auf, die keinen festen Einband hat und gerollt werden kann. Der Gelehrte Ulenberg konvertierte im 17. Jahrhundert vom evangelischen Glauben zum katholischen Glauben und übersetzte die Bibel selbst. Zu der damaligen Jahrhundertwende war dem einfachen Volk der Besitz einer Bibel jedoch verboten. Somit vermutet der Sammler, dass dem Exemplar der Einband entfernt wurde, um es so besser verstecken zu können.
Selbst im ausgehenden 19. Jahrhundert gab es schon Wohltätigkeitsverkäufe. So ließ die damalige deutsche Kaiserin eine Bibel anfertigen, deren Verkaufserlös zu Gunsten Kranker Menschen bestimmt war und auch diese Bibel hat Grzybinski in seiner Sammlung. Überhaupt war der Besitz einer Bibel eher etwas für die Leute mit entsprechendem Kleingeld. Die meist aufwändig gearbeiteten Werke konnte sich der einfache Mann von der Straße nicht leisten.
Ein Kuriosum der Sammlung ist die Mao-Bibel, das nach der Bibel zweithäufigste Werk aller Zeiten. Obwohl deren Inhalt mit Religion überhaupt nichts zu tun hat, fügte Grzybinski sie seiner Sammlung bei. Nun ist die Bibelsammlung im Hause Grzybinski in fast allen Zimmern verteilt, einige besonders schöne Exemplare liegen in Schaukästen. Irgendwann möchte der Hausherr auch einen eigenen Raum im Hause herrichten, wo die Bibeln dann besichtigt werden können. Doch bis es so weit ist, hat er den Weg der Ausstellung seiner Sammlung gewählt.
Der passionierte Bibel-Sammler ist fest davon überzeugt, dass die Bibel für alle Menschen, egal welchen Glaubens, ein Ratgeber sein kann. "Die Bibel hat den Menschen zu allen Zeiten Trost, Hoffnung und Ratschläge für das alltägliche Leben gegeben. Wer die Bibel mit Verstand liest und danach handelt, der kann nur ein besserer Mensch werden", ist sich Grzybinski sicher (anna).


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