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Nachricht vom 27.04.2021    

Traumpfade Streuobstwiesenweg in Mülheim-Kärlich: Wunderschöner Rundwanderweg inmitten traumhafter Blüten

Von Katharina Kugelmeier

Jedes Jahr im Frühling zur Blütezeit ist der Streuobstwiesenweg ein ganz besonderer Rundweg. Der zu den Traumpfaden gehörende und knappe neun Kilometer lange Streuobstwiesenweg begeistert die ganze Familie mit Panoramaausblicken, einer kurzweiligen Routenführung und vielen spannenden Erlebnisstationen.

Prächtige Obstblüten am Rand des Streuobstwiesenwegs der Traumpfade. Foto: Susanne Müller

Über naturnahe Pfade führt der Rundweg Streuobstwiesenweg durch Wälder, Obstwiesen und Felder, vorbei an Bächen und Insektenhotels bis zur Aussichtsplattform einer Tongrube. Der Traumpfad begeistert Jung und Alt vor allem im Frühling durch ein einziges weiß-rosa Blütenmeer sowie einen Obstlehrpfad. Ein Themenweg für alle Sinne. Wandernde werden mit endlos weiten Ausblicken in die Vulkaneifel, einem Rheintalpanorama über das komplette Neuwieder Becken bis weit in den Westerwald belohnt.

Start dieser wunderschönen Rundwanderung ist der Wanderparkplatz in der Nähe des Sportplatz Dalfter in Mülheim-Kärlich. Trotz ausreichender Parkmöglichkeiten sollte man allerdings vor allem an den besonders beliebten Frühlingswochenenden zur Zeit der Apfelblüte versuchen, die beliebtesten Phasen an den Nachmittagen am Wochenende zu vermeiden. Sollte es dort keine freien Stellplätze mehr geben, kann man an Wochenenden und Feiertagen weiter durchfahren, um am Sportplatz zu parken.

Foto: Susanne Müller

Gleich zu Beginn des Rundwegs hat man eine erste traumhafte Aussicht in Rheintal, bevor man erstmals in die Obstbaumwiesen eintaucht. Weiter geht es dann hinauf zur Grillhütte Kettig und zur ersten Erlebnisstation: dem Obstlehrpfad. Hier finden Interessierte Informationen zu Obstsorten, Anbau und vieles mehr. Durch den Wald und das Kettiger Tal geht es wieder hinab zum Kettiger Bach und direkt wieder hinauf auf ein Plateau mit Blick in die Vulkaneifel. Über offene Felder geht es entlang einer Baumreihe zu weiteren Erlebnisstationen. Ein Insektenhotel, ein Dendrophon und ein Duftidaktikum, bieten am Wegesrand viele spannende Entdeckungsmöglichkeiten. Durch einen kleinen Wald am Rand der Tongrube Karl-Heinrich geht es ins Niederholz und an einer Kapelle vorbei über einen Grasweg zurück zur Streuobstlandschaft. Mit verschiedenen Richtungswechseln geht es wieder hinauf auf eine Anhöhe mit einem wunderschönen Rheintalpanorama. Über einen engen Pfad abwärts, vorbei an der Dalfter Grillhütte und wieder aufwärts durch einen Buchenwald wird schließlich die Aussichtsplattform der Tongrube erreicht. Jetzt bleibt nur noch ein kurzer Abstieg über einen schmalen Pfad durch den Wald und man hat den Ausgangspunkt wieder erreicht.

Foto: Susanne Müller

Aktuell wird am Wegrand die Beschilderung erneuert, weshalb sich alte und neue Wegmarkierungen mischen. Dass der Streuobstwiesenweg zu den Traumpfaden gehört, ist nämlich erst seit 2021 der Fall. Daher sollte man sich nicht verwirren lassen, sollte man mal die eine und mal die andere Bezeichnung finden. Ein weiteres Merkmal ist das Logo des Weges, ein grüner Baum und ein Apfel auf weiß, welches man immer wieder auf Bäumen am Wegesrand findet. Um den phasenweise hohen Andrang trotz der teilweise schmalen Abschnitte gut zu regeln, findet man am Eingangsportal des Streuobstwiesenwegs eine empfohlene Gehrichtung, welche sich auch unterwegs immer mal wieder im Logo durch einen Pfeil zeigt. Da die Wege zu großen Teilen naturbelassen sind, ist auch festes Schuhwerk, vorzugsweise profilstarke Wanderschuhe, sehr empfehlenswert. Nichts desto trotz ist der Weg vom Gesamtanspruch als leicht zu bezeichnen.



Foto: Susanne Müller

Wann der beste Zeitpunkt für diesen zu den Traumpfaden gehörenden und zertifizierten Premium-Rundwanderweg ist, lässt sich nicht genau vorhersagen. Durch den Anbau verschiedener Obstsorten im Verlauf den Streuobstwiesenwegs wird es sicher nie langweilig und selbst bei mehreren Wanderungen wird man immer neue Eindrücke gewinnen können. Wann welche Bäume oder Sträucher in voller Blüte stehen, lässt sich nie genau vorhersagen, da dies stark witterungsabhängig variiert. In „normalen“ Jahren kann man ungefähr sagen, dass es ab Mitte März die ersten Blüten zu bewundern gibt. Pfirsiche, Aprikosen und wilde Sträucher machen den Anfang, gefolgt von der Blüte der Zwetschgenbäume. Anfang April beginnt für gewöhnlich mit der Kirschblüte die Hauptblütezeit. Je nach Temperatur und Lage zieht sich diese bis in die zweite Aprilhälfte und wird sodann von der Apfelblüte mit einer weiß-rosa Blütenpracht abgelöst. Zum Ende kommt die duftende Holunderblüte, welche Ende Mai bis Anfang Juni die Blüteperiode abschließt. Starkregenphasen oder Extremwetterlagen können diese Prognosen natürlich stark beeinträchtigen.

Foto: Susanne Müller

Exkurs: Für alle, die jetzt neugierig geworden sind, hier noch ein paar Infos zu Streuobstwiesen im Allgemeinen. Denn auch wenn jeder bei dem Begriff eine Vorstellung hat, so gibt es doch Besonderheiten, die kaum einer weiß, die Streuobstwiesen aber zu einem besonders wertvollen Lebensraum machen. Entgegen Obstplantagen mit niedrigstämmigen Bäumen und häufig einer relativen Sortenreinheit sind Streuobstwiesen hochstämmige Mischwiesen verschiedener Arten und Sorten. Traditionell werden auf diesen Wiesen auch keine Gifte zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt, weshalb sie einen wichtigen Stellenwert für die allgemeine Tier- und Pflanzenwelt haben. Die Obstbäume selbst bieten auch einen individuellen Lebensraum für Vögel und kleine Säugetiere und auch viele Wiesenkräuter, Gräser und Pflanzen oder Blumen findet man mehr als in vielen anderen landwirtschaftlichen Bereichen. Leider gehen mit den Streuobstwiesen auch immer mehr alte Obstsorten, vor allem Apfelsorten verloren. Die Art des Anbaus eignet sich nicht für einen hohen Ertrag und auch die Bewirtschaftung ist aufwändiger. Mittlerweile wird wieder intensiver versucht, Streuobstwiesen und somit viele alte Sorten zu erhalten. An vielen Orten sind dafür auch beispielsweise Baumpatenschaften möglich, um einen Beitrag für den Erhalt dieses wichtigen Lebensraumes zu leisten.


Tour-Informationen:

Art: Rundweg
Schwierigkeit: leicht
Strecke: 9 km
Dauer: 3 Stunden
Steigung: circa 250 Höhenmeter
Familiengeeignet: Ja
Beschildert: Ja
Beschaffenheit: teilweise Pfade und schmale Wege, nicht barrierefrei und nicht kinderwagentauglich
Besonderheit: Traumpfad
Startpunkt: Sportplatz Dalfter (Holzstraße/Blütenstraße, 56218 Mülheim-Kärlich)
Zielpunkt: wie Startpunkt
Wissenswert: Traumpfade App

Download GPX-Datei:


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