Werbung

Nachricht vom 28.04.2021    

Bärlauch mit Herbstzeitlosen verwechselt: Mann stirbt an Vergiftung

Das Polizeipräsidium Koblenz und das Landesuntersuchungsamt (LUA) raten beim Sammeln von Bärlauch zu größtmöglicher Sorgfalt und Vorsicht. Bärlauch kann mit hochgiftigen Pflanzen wie Herbstzeitlosen, Maiglöckchen oder Aronstab verwechselt werden.

Von links: Bärlauch, Herbstzeitlose und Maiglöckchen. Foto: Landesuntersuchungsamt

Region. Ein Mann aus dem Landkreis Mayen-Koblenz ist nun an den Folgen einer solchen lebensgefährlichen Verwechslung gestorben.

Im Glauben, frischen Bärlauch gepflückt zu haben, hatte sich ein Ehepaar eine akute Vergiftung zugezogen. Beide wurden in einem Koblenzer Krankenhaus auf der Intensivstation behandelt.

Weil zunächst der Verdacht bestand, die beiden hätten mit Viren oder Bakterien belastete Lebensmittel gegessen, stellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes des Landkreises Mayen-Koblenz und die eingesetzten Polizeibeamtinnen und -beamte diverse Lebensmittel in der Wohnung des Ehepaares sicher und brachten sie zum Landesuntersuchungsamt. Noch bevor allerdings eine mikrobiologische Untersuchung im Labor in Betracht gezogen wurde, fiel den Lebensmittelexpertinnen und Lebensmittelexperten des LUA eine Tüte mit grünen Blättern auf, die Bärlauch ähnelten. Sie zogen umgehend die pflanzenkundigen Gärtnerinnen und Gärtner der Stadt Koblenz zu Rat, die die Pflanze als Herbstzeitlose identifizierten. Das Krankenhaus, in dem das Ehepaar behandelt wurde, wurde sofort informiert.

Eine toxikologische Analyse des Bluts der Betroffenen in der Klinik bestätigte letztlich den Verdacht: Das Blutbild zeigte eindeutige Hinweise auf eine Vergiftung mit Herbstzeitlosen. Trotz des schnellen gemeinsamen Handelns aller Beteiligten kam für den Mann jede Hilfe zu spät; er verstarb an den Folgen der Vergiftung. Die Frau befindet sich nach wie vor in stationärer Behandlung.

Knoblauchgeruch ist sicheres Indiz für Bärlauch
Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) lässt sich Bärlauch an den langgestielten Blättern erkennen. Er hat pro Blattstiel immer nur ein Blatt. Bärlauch zeichnet sich zudem durch einen deutlichen Knoblauchgeruch aus. Er entsteht, wenn man die Blätter zwischen den Fingern zerdrückt.

Tückisch ist, dass frischer Bärlauch und seine giftigen Doppelgänger im Frühjahr etwa zur gleichen Zeit austreiben. Die Blätter des Aronstabs sehen denen des Bärlauchs ähnlich, sind aber eher pfeilförmig. Vorsicht ist geboten, weil auch in scheinbar reinen Bärlauchbeständen einzelne giftige Pflanzen des Aronstabs stehen können.

Die Blätter der Herbstzeitlosen wiederum haben ebenfalls eine gewisse Ähnlichkeit mit Bärlauch, sind aber nicht gestielt. Die Symptome einer Vergiftung mit Herbstzeitlosen äußern sich zunächst in einem Brennen im Mund. Es folgen Schluckbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen, oft verbunden mit blutigen Durchfällen.

Etwa ab Ende April treibt das ebenfalls giftige Maiglöckchen aus. Im Gegensatz zum Bärlauch hat das Maiglöckchen pro Blattstiel nicht nur ein Blatt, sondern zwei Blätter.



Weitere Informationen zu den Pflanzen gibt es auf der Seite des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum.(PM)



Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Gemeinsam mehr Touristen in die Region locken

Region. Doch das vielfältige touristische Angebot muss potenziellen Gästen erst einmal vor Augen geführt werden. Deshalb ...

SWR Hierzuland zu Gast in Isert

Isert. Isert, der Name deutet auf das Eisen hin, das hier im oberen Westerwald vor langer Zeit gefördert und verarbeitet ...

Konzert-Auftakt zum Jubiläum: Schützenverein Wissen feiert "Mehr als 150 Jahre"

Wissen. Zur Freude der Verantwortlichen kamen zahlreiche Besucher. Der Schützenverein Wissen konnte als „Startschuss“ in ...

Jugendfeuerwehr Katzwinkel: Ein Tag wie bei der Berufsfeuerwehr

Katzwinkel. Unter anderem müssen "Feuer" gelöscht, Menschen gerettet oder Tiere befreit werden. Aber auch die ganz alltäglichen ...

Corona-Warnstufe Kreis Altenkirchen: Einer von drei Indikatoren spürbar gestiegen

Kreis Altenkirchen. Laut dem letzten Medien-Update der Kreisverwaltung betrug die Sieben-Tages-Inzidenz am Montag, den 25. ...

Sanierung der K 130 zwischen Selbach und Brunken startet am 15. November

Selbach (Sieg). Die K 130 wird im kombinierten Tief- und Hocheinbau saniert. Vom Einmündungsbereich K 123 / K 130 erfolgt ...

Weitere Artikel


Arbeiten in Corona-Test- und Impfzentren

Andernach/Region. Darauf weist die Unfallkasse Rheinland-Pfalz hin. Sie ist als Unfallversicherungsträgerin der öffentlichen ...

Initiative Organspende RLP startet virtuelle Aufklärungsaktion an Schulen

Mainz/Region. Da die üblichen Besuche in den Schulen 2021 nicht stattfinden können, hat die Initiative Organspende Rheinland-Pfalz ...

Internationaler Tag gegen Lärm

Koblenz. Aufgrund der Corona-Pandemie können leider keine Aktionen zur Aufklärung durch die SGD Nord in Betrieben stattfinden. ...

"Additive Lernangebote": Zusätzliche Förderung für Schüler in Wissen gestartet

Altenkirchen/Wissen. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Schulbetrieb, das Leistungsvermögen von Schülern und damit ...

Wissen: Illegal Ölfässer abgelagert

Wissen. Die Unbekannten haben die Fässer wahrscheinlich in der Zeit zwischen 17.30 und 18.30 Uhr am Montag am Straßenrand ...

SPD-Bürgermeisterkandidat besucht Feuerwehren in Friesenhagen und Brachbach

Brachbach/Friesenhagen. In den vergangenen Jahren waren fast 900.000 Euro in den Umbau und die Modernisierung des Brachbacher ...

Werbung