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Nachricht vom 30.04.2021    

Burgruine Hartenfels, auch als “Schmanddippe“ bekannt: Eine der markantesten Burgen im Westerwald

Von Katharina Kugelmeier

Die im 13. Jahrhundert entstandene und frei zugängliche Burgruine Hartenfels ist eine aus Bruchstein erbaute Höhenburg bei Selters im Westerwald. Sie liegt auf einem hohen Basaltkegel mit Blick über Teile des Westerwalds. Neben dem Bergfried sind noch viele Mauerreste der einstigen Burg erhalten.

Die Burgruine Hartenfels mit ihrem an einen Rahmtopf erinnernden Bergfried wird liebevoll "Schmanddippe" genannt. Foto: Rainer Lemmer

Hartenfels. Die erstmals im Jahr 1249 urkundlich erwähnte Burg Hartenfels mit einem hohen Aussichtsturm diente über viele Jahre dem Schutz der „Hohen Straße“, einer der bedeutendsten Handelsstraßen im Mittelalter. Zu einer Kette von salischen Burgen gehörend verband sie die beiden Handelsstädte Frankfurt und Köln. Auch heute ist diese Straße noch immer eine wichtige Verbindung, nämlich die B8.

Foto: Dominik Ketz

Eine Legende besagt, dass die Burg Hartenfels eine geheime Verbindung mittels eines Tunnels in die vier Kilometer entfernte Arx Hergispach hatte. Diese ist heute das Kloster Marienheim in Herschbach, in welchem man noch immer einen Eingang zu diesem früheren Tunnel findet. Die Erzbischöfe von Trier bauten die Burg Mitte des 13. Jahrhunderts zu einem wichtigen Grenzvorposten aus, um ihr Territorium zu sichern. Davon war auch der Ort Hartenfels betroffen, in dem im Zuge des Ausbaus ein kurtierisches Amt errichtet wurde. In diesem Zusammenhang bekam Hartenfels 1332 oder 1346 die Stadtrechte verliehen. Nachdem die Burg im 15. Jahrhundert zerstört und wieder aufgebaut wurde, kam es im Jahr 1594 durch die Endgültige Zerstörung durch Graf Wilhelm von Nassau. Die Teilruine wechselte im Anschluss immer wieder die Besitzer und gilt seit 1737 als unbewohnbar. Über Nassau (ab 1803) und Preußen (ab 1866) gelangte die Burgruine in rheinland-pfälzischen Besitz (ab 1945) und wurde ab 1965 von der Schlösserverwaltung übernommen.




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Foto: Rainer Lemmer

Den aus der Mundart stammenden Spitznamen „Schmanddippe“ oder auch „Harbelser Schmanddeppen“ trägt die Burg wegen ihres herausragenden Bergfrieds, der Ähnlichkeit mit einem Rahmtopf hat. Der Überlieferung nach soll einmal ein französischer Soldat eine Frau nach dem Namen des Turmes gefragt haben, welche dies allerdings mit einem Butterfass, im Dialekt „Schmanddeppen“ genannt, verwechselte. Dieser Turm ist der Bergfried, welcher noch immer gut 23 Meter hoch aufragt. Auch wenn dieser nicht mehr zu besteigen ist, gibt es einige Mauerreste, hauptsächlich der Ringmauern, in der knapp zweieinhalbtausend Quadratmeter messenden Ruine zu entdecken.

Foto: Dominik Ketz

In unmittelbarer Umgebung findet man eine imposante Basaltformation, die sogenannten „Zehntgarben“, welche einer Sage nach einen Wagen mit Korngaben darstellen soll. Außerdem findet man einen seit 1991 unter Denkmalschutz stehenden Friedhof.
Wer mit gerne mit dem Rad unterwegs ist, kann unter anderem bei der sehr beliebten 32 Kilometer langen Saynbachroute die Burgruine Hartenfels besichtigen. Aber auch zum Spazierengehen lädt die Umgebung der Burg mit dem kleinen Ort Hartenfels ein.


Mehr zur Burgruine Hartenfels

Die Radtour Saynbachroute


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