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Nachricht vom 06.05.2021    

Uni Siegen in Oberstadt: Das bedeutet der geplante Umzug für die Stadt

Neue Campus-Standorte, neue Fahrrad- und Fußwege, zusätzliche Grünflächen und das Verkehrskonzept – der Umzug der Universität mit zwei weiteren Fakultäten in die Siegener Innenstadt nimmt Formen an. Die Universität und die Stadt stellen den Zwischenstand des „Masterplans" vor.

So soll es den derzeitigen Planungen nach am Löhrtor aussehen, wenn der sogenannte "Masterplan" Realität geworden ist. (Fotos: Uni Siegen)

Siegen. „Es ist ein Jahrhundertprojekt für die Stadt und die Universität Siegen, das hohe Strahlkraft erzeugen wird", gibt sich der Kanzler der Uni, Ulf Richter, in einer Pressemitteilung der Bildungseinrichtung selbstbewusst. Die Maßnahmen bedeuteten neue Verbindungen und eine Öffnung der Universität für die Stadtgemeinschaft.
Gemeinsam mit Bürgermeister Steffen Mues und Stadtbaurat Henrik Schumann stellten Richter und Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart nun den Zwischenstand des sogenannten „Masterplans“ vor. Dieser umfasst zwei neue Campus-Standorte nördlich und südlich des bestehenden Campus am Unteren Schloss, neue Fahrrad- und Fußwege, zusätzliche Grünflächen und ein integriertes Verkehrskonzept.

Campus Nord

Am Campus Nord entsteht im Bereich der Friedrichstraße / Sandstraße die neue Heimat der Philosophischen Fakultät. Aktuell finden sich hier untergenutzte Flächen. Statt einer „Hinterhofatmosphäre" soll der Campus eine Begegnungszone schaffen. Die offene Bebauung wird durch Grünflächen aufgelockert. Der Campus bleibt weitestgehend autofrei, sodass mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer und ein höheres Maß an Aufenthaltsqualität entsteht. Der Campus biete laut der Pressemitteilung durch konsequent durchdachte Wegebeziehungen einen attraktiven Mehrwert für die gesamte Stadt und ihre Bevölkerung. Über eine Treppe und einen öffentlichen Aufzug zum Siegberg entsteht eine direkte Verbindung mit der Oberstadt. Im ehemaligen „Möbelhaus Wonnemann" wird das „Student Service Center“ (SSC) platziert. Eine wichtige Rolle für diesen Campus spielt zudem das ehemalige Kaufhaus „Hettlage", das die Universität erworben hat. Es wird der Standort der neuen Universitätsbibliothek und nimmt eine Scharnier-Funktion ein, um Unter- und Oberstadt zu verbinden.

Campus Süd

Der südliche Teil des Campus entsteht im Bereich des Löhrtors. Er wird die „grüne Lunge" des Campus und beherbergt künftig die Fakultät II (Bildung Architektur Künste). Bislang ist das landschaftliche Potenzial dieses Areals nahezu ungenutzt. Das soll sich mit der Freilegung des Flusses Weiß und neugeschaffenen Uferflächen und Grünstrukturen ändern. Neue Wegeverbindungen entstehen in die Oberstadt und den umliegenden Quartieren, wobei besonderes Augenmerk auf Fußgänger und Radverkehr liegt. Durch den Erwerb einer Immobilie von der Mediengruppe Vorländer im Häutebachweg ist es zudem möglich, die neuen Gebäude auf einer breiteren Fläche zu planen.




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Verkehr

Die neuen Campus-Standorte bleiben weitgehend autofrei. Vor diesem Hintergrund werden fahrradfreundliche Infrastrukturen geschaffen Neue Radverbindungen ergänzen das städtische Bestandsnetz. Der Häutebachweg wird komplett zur Fahrradstraße umgebaut. Neben einer großen Garage für Fahrräder und E-Scooter werden am Standort Friedrichstraße mit zwei Tiefgaragen 200 Auto-Stellplätzen geschaffen. Darüber hinaus entstehen drei Parkhäuser in der Tiergartenstraße, der Melanchtonstraße und an der Siegerlandhalle, sodass die „letzte Meile" in die Innenstadt mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln schnell und unkompliziert zurückgelegt werden kann. Insgesamt gibt es 1.370 Stellplätze für Fahrräder, davon 665 überdacht.

Effekte für Universität und Stadt

Leerstände in der Stadt könnten gefüllt und die Infrastruktur grundlegend erneuert werden, verdeutlicht Bürgermeister Steffen Mues. Auch der Pendelverkehr in der Stadt werde insgesamt abnehmen. Der Bestand des Warenhauses Karstadt sei nach dem Einzug der Universität in das Gebäude und der gemeinsamen Nutzung auf Jahre gesichert. Mues erklärt weiter: „Wir verändern die Innenstadt auf Jahrzehnte – und zwar ins Positive. Dieses Projekt kann man wirklich nur als eine Jahrhundert-Chance für die Stadt und die Universität bezeichnen. Es wird viele Effekte für die Entwicklung Siegens haben, vor allem wird es die Übergänge von der Unter- in die Oberstadt neu gestalten und neue Verbindung für Bürgerinnen und Bürger schaffen." Bis die Pläne Realität werden dauert es noch. Ab 2024 könnte mit dem Bau in der Innenstadt begonnen werden, heißt es abschließend in der Pressemitteilung. (PM/Red.)


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