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Nachricht vom 09.05.2021    

Django Reinhardt erhält Verdienstorden von Bundespräsident Steinmeier

Bundespräsident Walter Steinmeier zeichnet Django Heinrich Reinhardt aus Koblenz mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland aus. Der in unserer Region gut bekannte Musiker war zu einer eindrucksvollen Ehrung ins Berliner Schloss eingeladen worden.

Auszeichnung von Django Heinrich Reinhardt mit dem Verdienstkreuz am Bande. Foto: Bundespresseamt/ Steffen Kugler

Berlin/Koblenz. „Die Zukunft beginnt mit erinnern“. Dieser Satz von Aleida Assmann ist zweifellos ein gutes Leitmotiv für unsere heutige Veranstaltung. Die Zukunft beginnt mit dem Wort erinnern: Sie liebe zu ehrenden Frauen und Männer haben sich zweifellos von dieser Maxime leiten lassen. Dieser kurze Satz hat Ihr gesellschaftliches Engagement und Ihr Leben insgesamt geprägt!“ Mit diesen Worten begrüßte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Gäste im Schloss Bellevue, wobei es ihm eine besondere Freude und Ehre war, einige Männer und Frauen für ihr ganz besonderes Engagement hinsichtlich der Aufarbeitung nationalsozialistischer Gräueltaten auszuzeichnen.

„Wenn wir heute an den 8. Mai 1945 erinnern, fragen wir uns natürlich nach den Lehren, die uns dieser Tag aufgibt – dieser Tag vor 76 Jahren, an dem der Zweite Weltkrieg und mit ihm die grauenvolle Hitler-Schreckensherrschaft zu Ende ging. Wir erinnern an das Leid und den Schrecken, die die nationalsozialistische Gewaltherrschaft über Europa gebracht hatte, an die vielen Millionen Toten in ganz Europa, an die Opfer von Gewalt, Rassenhass und durch den von Adolf Hitler angezettelten Weltkrieg.

Wir wissen: Ohne die Erinnerung an die Verbrechen, die von Deutschland ausgingen; an die Verbrechen, die Deutsche verübt haben, ist die deutsche Geschichte nicht zu begreifen. Die Erinnerung daran darf kein Ende haben, denn ohne sie haben wir keine Zukunft. Heute bekennen wir uns zu diesem 8. Mai 1945 als einem Tag der Befreiung. Die Alliierten aus dem Westen und aus dem Osten haben uns, haben den gesamten Kontinent von der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten befreit. Bis dieser Befreiung von außen auch eine innere Befreiung erfolgte, vergingen allerdings noch viele Jahre des Verdrängens und des Schweigens.

Das ist unsere historische Erfahrung: Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, die Erinnerung an Unrecht und Schuld schwächt unsere Demokratie nicht. Im Gegenteil, sie stärkt ihre Widerstandskraft und Widerstandsfähigkeit. Die Erinnerung an das Menschheitsverbrechen Shoah, an die menschenverachtenden Taten durch Nationalismus und Rassismus, ist Teil unserer deutschen Identität geworden – und das muss sie auch in Zukunft bleiben. Noch immer erfahren wir bisher nicht bekannte Geschichten von erlittenem Unrecht.




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Sie alle, liebe Gäste dieser heutigen Erinnerungsveranstaltung, wissen um die Bedeutung der Vergangenheit für die Zukunft unseres Landes, für die Zukunft Europas. Sie engagieren sich für eine wichtige Erinnerungskultur, für das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, für den Frieden in Europa. Sie alle wissen, dass unsere Zukunft mit dem Erinnern beginnt“, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Verleihung der Verdienstorden, zu der unter anderem auch der Koblenzer Musikkünstler Django Reinhardt eingeladen worden war.

„Ich darf heute auch einen Mann aus Koblenz mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland auszeichnen, der sich tagtäglich für Sinti und Roma in Deutschland engagiert, der gegen die immer noch bestehenden Vorurteile ihnen gegenüber kämpft – gegen ihre Ausgrenzung und Diskriminierung, für ihre Rechte. Trotz des Unrechts, das seiner Familie im Dritten Reich widerfahren ist, sieht er Deutschland als seine Heimat. Für sein Engagement danke ich Django Reinhardt ganz herzlich“, betonte Bundespräsident Frank Walter Steinmeier bei einer Feierstunde im Schloss Bellevue.

Dabei verwies der Laudator nicht nur auf das intensive Engagement des neuen Trägers des Bundesverdienstkreuzes für die Musik, sondern vor allem auf seinen nimmermüden Einsatz für die Kultur der Sinti und Roma in Deutschland über die Grenzen von Koblenz und Rheinland-Pfalz hinweg. „Django Reinhardt (geboren am 16. Dezember1962) hat sich seit Jahrzehnten für die Minderheitengruppe der Sintis und Roma in engagierter Weise eingesetzt und an die Leiden seines Volkes in Zeiten des Faschismus´ erinnert. Dafür gebührt ihm unsere Anerkennung“, so bedankte sich der Bundespräsident besonders herzlich für das Wirken des Koblenzer Bürgers und ehrte Django mit der höchsten Auszeichnung, die die Bundesrepublik Deutschland zu vergeben hat.


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