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Nachricht vom 13.05.2021    

Verkehrskommission Wissen: Schulstraße, Köttinger Weg und Nordstraße waren Thema

Von Katharina Behner

Zu viele und zu schnelle Autos in der Wissener Schulstraße. Ihrer Sorge darüber hatten vor einiger Zeit Lehrer, Erzieher und Eltern öffentlich Ausdruck verliehen. Auch im Köttinger Weg und der Nordstraße gab es entsprechende Anwohnerbeschwerden. Die Verkehrssituation in den drei Straßen beschäftigte nun die Verkehrskommission von Wissen in ihrer Tagung am 12. Mai.

Geschwindigkeitsanzeige-Geräte sollen im Köttinger Weg zur Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer für längere Zeit zum Einsatz kommen. (Foto: KathaBe)

Wissen. Lange schon beschäftigt die Anlieger der Verkehr im Köttinger Weg in Wissen. Auch aktuell schätzen sie die Situation aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeiten und des Verkehrsaufkommens insbesondere für Kinder als gefährdend ein. Deshalb hatten sie ihrer Forderung an die Verwaltung mit einer Unterschriftenliste Nachdruck verliehen.

Während einer Vor-Ort-Besichtigung hatte sich daraufhin die Verkehrskommission im vergangenen Jahr darauf geeinigt, für jeweils drei Wochen im Frühjahr und im Herbst eine Messung der Verkehrsdichte und der Geschwindigkeit durchzuführen. Die erste Analyse sollte sich allerdings als nicht repräsentativ herausstellen, grundsätzlich wegen des damaligen Lockdowns und konkret wegen geschlossener Schulen. Die zweite Messung im Herbst hingegen wurde als aussagekräftig eingestuft. Demnach waren die Fahrer im Köttinger Weg mit durchschnittlich mit 47 km/h unterwegs – und damit sogar unter der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.

Durchschnittlich wird im Köttinger Weg mit 47 km/h gefahren

Dazu passt auch die polizeiliche Einschätzung von Hauptkommissar Wolfgang Gerhardus, der nicht nur Bezirksbeamter der Wache Wissen ist, sondern auch Ausschussmitglied: „Die meisten fahren vernünftig, natürlich gibt es Ausreißer“. Der Verkehr im Köttinger Weg sei fließend und werde geprägt durch nur wenige Unfälle sowie keinen bis wenigen Fußgängern und Radfahrern. Auf eine entsprechende Frage von Bürgermeister Berno Neuhoff schätzte der Polizist die parkenden Autos als „natürliche Geschwindigkeits-Reduzierer“ ein. Alles in allem sieht Gerhardus im Gegensatz zu den Anwohnern keine Veranlassung für eine Beschränkung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h. Dies sei gesetzlich auch gar nicht möglich. Denn es handele sich um ein allgemeines und kein reines Wohngebiet. Dem stimmte auch Marco De Nichilo (Fachbereichsleiter Soziales und Sicherheit) während seiner Präsentation der Auswertungen bei. Bei den dem Ordnungsamt gemeldeten Problemen handele es sich meistens um Fahrzeuge wie Lkw, die sich schwer tun, durch die Straße „durchzukommen“.

Nach der intensiven Suche für eine zielführende Lösung für die Situation entschieden sich die Ausschussmitglieder nach eingehender Beratung schließlich einstimmig für zwei Maßnahmen:

Erstens: Es sollen Markierungen für Parkbuchten an verschiedenen Bereichen vorgenommen werden.

Zweitens: Für längere Zeit werden zwei Geräte zur Anzeige der Geschwindigkeit eingesetzt werden - sowohl im unteren als auch im oberen Bereich. Eine dieser Anzeigen besitzt die Verbandsgemeinde bereits. Es könne laut Neuhoff kurzfristig eingesetzt werden. Die Anschaffung des anderen Geräts soll über die Verbandsgemeinde angeregt werden.
Beide Maßnahmen dienen der psychologischen Wirkung, Stichwort Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer.



Erneute Geschwindigkeitsmessung in der Nordstraße

Auch Anwohner der Nordstraße hatten sich über die Nichteinhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung und der damit verbundenen Gefährdung von Kindern beschwert. Hier sollte ebenfalls eine Messung Daten liefern, ob die zulässige Höchstgeschwindigkeit – in diesem Fall 30 km/h – eingehalten wird. Doch aufgrund eines Auswertefehlers ist die gemessene durchschnittliche Geschwindigkeit von 32 km/h nicht aussagekräftig. Es wird davon ausgegangen, dass der tatsächliche Wert etwas höher liegt, wenn auch nicht wesentlich. Nun soll eine neue Messung erfolgen.

Dauerbrenner Schulstraße - Verstärkte Kontrollen

Wie bereits mehrfach vom AK-Kurier berichtet bereitet der Verkehr in der Schulstraße der kath. Kindertagesstätte Adolph-Kolping und die Franziskus-Grundschule Wissen große Sorgen. (Der AK-Kurier berichtete hier.) Während der Sitzung der Verkehrskommission schilderte Lukas Fuchs, Ausschussmitglied und gleichzeitig Schulleiter der Grundschule, erneut die Situation.

Trotz Durchfahrtsverbots von morgens 7.15 Uhr bis nachmittags 16.30 Uhr gebe es starken und rücksichtslosen Durchgangsverkehr - nicht selten auch von Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bis zur Schule oder Kita bringen. Dazu passte auch die Einschätzung von Hauptkommissar Gerhardus. Demnach sei die Straße schon immer ein „Steckenpferd“ gewesen. Es sei massiv kontrolliert worden. (Artikel dazu hier.) Die Situation sei schlimm. Die Respektlosigkeit sei erschreckend: Vor allem Lehrer, Erzieher, Polizisten und Mitarbeiter des Ordnungsamts würden beschimpft. Nicht nur Fremde sind zu oft und zu schnell in der Schulstraße unterwegs – auch ortsansässige Fahrer, so die Beobachtungen.

Bürgermeister wütend und traurig wegen Verkehrssituation in Schulstraße

Berno Neuhoff dankte sowohl der Polizeiwache Wissen als auch den Leitungen der Schule und der Kita sowie Elternvertretern für ihren Einsatz und ihre Initiative. Die Situation mache ihn traurig und gleichzeitig wütend. Doch am 11. Mai habe man gemeinsam gute Gespräche geführt. Als erste Maßnahme werde jetzt noch massiver kontrolliert, das zu unterschiedlichen Zeiten und ohne Ausnahmen. Dabei gelte keine Ausrede, so Polizist Gerhardus. Weiterhin sollen deutlich sichtbare Warnbaken aufgestellt und Markierungen zur Straßenverjüngung eingesetzt werden. Zudem gab der Ausschuss die Empfehlung, das Thema zur „Verkehrsplanung“ im Stadtrat zu platzieren. Zum Schutz der Kinder in der Schulstraße appellierte das Gremium an alle Autofahrer, die geltenden Regelungen zu beachten. (KathaBe)

Weitere Informationen aus der Verkehrskommission folgen.


Mehr zum Thema:    Auto & Verkehr   
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