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Nachricht vom 20.05.2021    

Heimische Bienen erhalten Hilfe per Büchlein und Samentütchen

Die Bedeutung von Bienen als Bestäuber für Biodiversität und Ernährungssicherheit ist elementar für die Menschheit. Mit diesem Wissen haben die Vereinten Nationen den 20. Mai zum Weltbienentag (World Bee Day) erklärt. Damit ist den Insekten allein aber nicht geholfen. Tatkraft ist gefragt, um mehr Lebensraum zu schaffen und die Population zu erhöhen.

Großes Interesse hatte das Sponsoring des Lions Clubs Altenkirchen hervorgerufen: Nun hoffen alle, dass möglichst viele Samen sich zu stattlichen Blumen entwickeln und den Bienen das Leben ein wenig erleichtern. (Foto: vh)

Altenkirchen. Das Datum war geradezu perfekt gewählt: Der Weltbienentag, von den Vereinten Nationen auf den 20. Mai festgesetzt, bot den idealen Hintergrund, um Kindern den Ernst der Lage, in denen sich die so wichtigen Insekten befinden, vor Augen zu führen und gleichfalls Material an die Hand zu geben, die Lebensumstände verbessern zu können. Schulen aus den Verbandsgemeinden Altenkirchen-Flammersfeld, Hamm und Wissen freuten sich über relativ „dicke“ Pakete, die ihnen symbolisch in der Aula der August-Sander-Realschule plus mit Fachoberschule am Donnerstagmittag (20. Mai) übergeben wurden. Absender war der Lions Club Friedrich Wilhelm Raiffeisen aus Altenkirchen, der jede Sendung mit der gewünschten Zahl an Exemplaren des Büchleins „Sam Goldwabe und die ,Kleinen Bienenretter‘“ gepackt und pro Heft noch einmal um je zwei Tütchen mit Samen heimischer Wildblumen ergänzt hatte.

Große Themen: Bildung und Erziehung

„Wir haben uns entschieden, die vierte und fünfte Auflage des Werkes zu sponsern“, sagte Sabine Manger als amtierende Präsidentin des geldgebenden Lions Clubs und bezifferte die Kosten mit 4500 Euro. Bildung und Erziehung seien große Themen bei den Lions. Mit diesem Engagement könne die Problematik, der sich die Bienen ausgesetzt sehen, auch angesichts des immer stärkeren Einsatzes von Insektiziden bewusst gemacht werden. Gerhard Hein, Leiter der gastgebenden Schule, berichtete, dass die Initiative für die Aktion von seiner Vorgängerin im Amt, Doris John, ausgegangen sei, die ebenfalls schon dem Lions Club vorgestanden hatte.

Büchlein umfasst 20 Seiten

Das 20 Seiten umfassende Heft, für dessen Geburt Rolf Koch aus Weltersburg (bei Westerburg) am Übergang des Jahres 2020 ins Jahr 2021 verantwortlich zeichnet, während Lisa Nothdurft (Studentin gebürtig in Irmtraut) für die Illustrationen sorgte, entstand als „Folge“ einer Aktion, die Koch im Jahr 2019 in der integrativen Kita Sonnenblumental in Höhn initiiert hatte. 57 Kinder hatten jeweils den Auftrag, den Inhalt einer Beutels mit Blumensamen in der freien Natur auszubringen. Übrig gebliebene Tüten pries er bei Facebook an - das Ergebnis machte ihn baff. Für 1001 Kinder lagen schließlich Anfragen vor. Im Jahr 2020 konnten wegen der Corona-Pandemie nur 600 Kinder ins Projekt einbezogen werden.

An der Marke zu 11.000

Inzwischen sprengt das Resultat fast schon Kochs Vorstellungskraft. 10.997 Büchlein und 22.265 Blumensamentütchen wurden an 53 Schulen, 67 Kitas, 29 Organisationen wie Lebenshilfe oder Behindertenwerkstätten und 50 Familien abgegeben. „Für 2022 haben wir schon so viele Anfragen, dass ich es ohne Hilfe nicht mehr alleine schaffen werde“, erklärte Koch, der auch aus Liebe zu Flora und Fauna viele Ehrenämter im Westerwaldkreis bekleidet (Auswahl): Vorsitzender der Lebenshilfe Westerwald, Projektleiter Umwelt- und Naturschutz der Kita-Sonnenblumental in Höhn, stellvertretender Umweltbeauftragter der Verbandsgemeinde Westerburg und Naturschutzbeauftragter des Westerwaldkreises mit Dienstort „Seebachtal“ am Wiesensee.



Klassischer Einstieg

Wie jede Geschichte, so beginnt auch „Sam Goldwabe und die ,Kleinen Bienenretter“ ganz klassisch: Es war einmal … ein Bienenstock von wilden Honigbienen, der in einer alten Akazie im ,Hohen; Westerwald seinen Platz gefunden hatte. Dort regierte eine junge Bienenkönigin ein großes Bienenvolk. Die fleißigen Bienen hatten ganz viel Honig von unzähligen Blumen und Blüten gesammelt, um das Bienenvolk zu ernähren. Die Königin bekam den besonders süßen Nektar und konnte so ganz viele Eier legen. Bereits am Anfang des Sommers schlüpften die ersten Bienenbabys aus den Eiern. Ein besonders süßes Bienenbaby war Sam Goldwabe, der am liebsten bei Oma Heiderose auf dem Schoß saß. Sie erzählte ihm viele lustige Geschichten von ihrem Bienenvolk … Sams Lieblingsgeschichte war die von der Zauberblume, die ihrem Finder ungeheure Kräfte verleihen konnte. Nacht für Nacht träumte er von der Zauberblume und beschloss, wenn er groß sei, diese zu suchen. Sam machte sich trotz seiner Angst auf die Suche nach der Zauberblume und traf unterwegs ein kleines Taubenschwänzchen, einen Eisvogel und einen wunderschönen bunten Schmetterling. Dann sah er einen Menschen, der sich gerade mit Insekten und kleinen Raupen beschäftigte. Der Mensch erzählte Sam die ganze Geschichte der kleinen Bienenretter.

Für Erhalt der Artenvielfalt

„Mit diesem Heftchen lassen sich Zusammenhänge in der Natur erkennen. Es ist ein Beitrag für den Erhalt der Artenvielfalt“, wertete Dieter Wollenweber die Geschichte von Sam Goldwabe. Der Vorsitzende des Kreisimkerverbandes Altenkirchen machte an einer Zahl deutlich, wie wichtig Honigbienen seien: 80 Prozent der Bestäubung von Obstbäumen gingen auf deren Konto. Wollenweber freute sich, dass immer häufiger an Schulen Bienen-AGs angeboten würden. Überhaupt, so konstatierte er, verliere die Arbeit mit diesen Insekten den Hauch von Hobby für „ältere Menschen“. In dem Zusammenschluss, den er lenkt, steige der Anteil junger Imker kontinuierlich, „23,9 Prozent sind inzwischen Frauen“. Kreisweit gibt es neun Vereine mit rund 350 Mitgliedern und circa 2060 Bienenvölkern.

AG seit sechs Jahren im Angebot

Schon seit sechs Jahren bietet Lehrerin Carolin von Heesen eine Bienen-AG an der August-Sander-Schule an. Derzeit gehören der Gruppe auf freiwilliger Basis acht Schüler an. „Es könnten ruhig ein wenig mehr sein“, meinte von Heesen, in erster Linie rekrutiere sich der Kreis aus Kindern des fünften und sechsten Schuljahres. Demian Stobbe, René Wall und Elias Romich bewiesen mit Beschreibungen von Imkergerätschaften, dass sie in dem Metier doch schon gut „zuhause“ sind. Von Heesen selbst geht in ihrer Freizeit ebenfalls dem Hobby mit den Honigproduzenten nach. (vh)


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