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Nachricht vom 22.05.2021    

Seltene Tiere im Klebsand: Die Grube "Wilhelm" ist ein wichtiges Biotop

In den ehemaligen Klebsandgruben „Wilhelm“ nördlich der Landesstraße 286 zwischen Elkenrother Weiher und Sportplatz Weitefeld ist die Tierwelt noch in Ordnung. Seltene Molche sind hier zu finden, ein Grund dafür, Naturschützer und Biotopexperten zum Pressegespräch genau hierher einluden.

Hans-Jürgen Lichte hat sechs der gefährdeten Lurche in seinen ausgelegten Reusen gefunden. Fotos: MA

Weitefeld. Gastgeber des Treffens waren Hans-Jürgen Lichte vom BUND Altenkirchen und der Biologe und Vertragsnaturschutzberater Peter Weisenfeld im Auftrag der oberen Naturschutzbehörde, der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord - kurz SGDN - SGD-Nord), der seit 30 Jahren als Biotopbetreuer für den gesamten Kreis Altenkirchen agiert.

Für beide ist das Erregen von Aufmerksamkeit für den Verlust der Biodiversität, die Bedrohung von Arten und Lebensräumen eine wirkliche Herzensangelegenheit.
Passend zum Anlass fliegen ein Grünspecht und der äußerst seltene Schwarzspecht über die Köpfe der Besucher, beide Arten erkennt Experte Jürgen Lichte mühelos und weiß auch darüber zu erzählen. Die beiden Kanadagänse haben ebenfalls das Biotop entdeckt und überqueren es laut schnatternd. Eine erfreuliche Entwicklung.

In den 1990er Jahren war hier die Anlage einer Mülldeponie und eines Kohlekraftwerks geplant, beide Pläne wurden glücklicherweise verworfen. „Das Gelände drohte immer wieder verfüllt zu werden, entweder illegal durch Überschuss von Bautätigkeiten oder legal durch genehmigte Ablagerungen, weshalb wir bereits 1998 den ersten Unterschutzstellungsantrag mit dem Hinweis auf den äußerst seltenen Fadenmolch gestellt haben“, so der stellvertretende Vorsitzende des BUND Altenkirchen, Hans-Jürgen Lichte, beim Pressetermin.

Der BUND hat einen Antrag auf die Unterschutzstellung des gesamten Gebietes gestellt, von dem das Land 20 Hektar angepachtet und bereits unter Naturschutz gestellt hat. Diese Flächen sind ausgewiesen als Vogelschutzgebiet und es gilt bereits der europäische Schutzstatus (FFH). Immer noch sind 25 vom Aussterben bedrohte Arten, darunter Schmetterlinge, Libellen, Amphibien, Vögel, Heuschrecken und Reptilien, die alle auf der Roten Liste stehen, im Mosaik der unterschiedlichen Lebensräume zu finden. Der bräunliche Klebsand und das trübe Wasser schützen die Amphibien vor Räubern wie dem Fischreiher. In dem großen, extra aufgeschichteten Steinhaufen, hat die Geburtshelferkröte ihren Unterschlupf.




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Die Population der Gelbbauchunke, ein kleiner spitzwarzigen Froschlurch mit unscheinbar gefärbter Oberseite und leuchtend gelbem Bauch, hat wieder zugenommen. Nicht nur die kleine Unke, sondern die auch Tiere, die in den tieferen Gewässern ihr Zuhause haben, interessieren Lichte ganz besonders, wie zum Beispiel der Faden- und der Bergmolch. Schließlich sind die mit maßgebend dafür, dass in der Klebsandgrube ein Naturschutzgebiet besteht.

Alle vier Wochen werden Knöterich und Lupinen, die sich sonst rasant vermehren und den schutzwürdigen Charakter des artenreichen Grünlands zerstören würden, durch einen Unternehmer abgemäht. Die restlichen Grünflächen dienen Schafen als Weideland. Lichte und Weisenfeld haben Fangreusen eingesetzt, um die nicht so leicht zu beobachtenden Molch einzufangen und nach Zählung wieder dem Wasser zu übergeben.

Gleich in der ersten Fangreuse eines krautreichen Tümpels mit Wasserpest und Froschlöffel, hat sich eine Gelbbauchunke und die Larve eines Molchs verfangen. Die Molchweibchen legen die bis zu einige hundert zählenden Eier in einem Zeitraum von mehreren Wochen oder gar Monaten einzeln an den meist schmalen Blättern der Wasserpflanzen ab.

Jürgen Lichte legt öfters Reusen aus an Stellen, die ihm erfolgversprechend erscheinen. Zweimal dieses Jahr werden von Weisenfeld für die SGD-Nord die Reusen ausgelegt, einmal im Jahr wird im Käscher nachgeschaut ob sich die Jungtiere vermehrt haben. Bis Ende August sammeln Lichte und Weisenfeld die Ergebnisse, die in die Forschung der Uni Bingen übernommen werden.

Dieses Mal hat sich das Auslegen gelohnt. Insgesamt sechs der seltenen Molche, die für die Anerkennung als Naturschutzgebiet eine große Rolle spielen, finden sich, nämlich drei Bergmolche und drei Kammmolche. Lichte resümiert abschließend: „Ich denke, da das Gebiet unter Schutz steht, ist die Notwendigkeit gegeben, dass etwas von der Gesellschaft hier getan wird." (MA)


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