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Nachricht vom 20.11.2010    

Im "Altenkirchener Salon" ertönten Chopins Geniestreiche

Zum 200. Geburtstag von Frédéric Chopin begab sich die Kreismusikschule in einem beeindruckenden Konzert auf die Spuren des berühmten Pianisten. Schüler und Klavierlehrer der Musikschule harmonierten prächtig und zelebrierten Chopin in all seinen Facetten.

Franz Solbach (Klavier), unter dessen Leitung das Chopin-Konzert auf die Beine gestellt wurde, und Eliane Solbach (Horn) spielten das Stück "Fort aus meinen Augen". Es war ein Höhepunkt eines hochklassigen Konzertabends. Fotos: Thorben Burbach

Altenkirchen. Frédéric Chopin wäre in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden. Mit einem beeindruckenden Konzert würdigte die Kreismusikschule den berühmten Pianisten, der am Freitagabend mit Sicherheit hocherfreut gewesen wäre. Im großen Saal der Kreisverwaltung Altenkirchen präsentierten Schüler und Lehrer Werke aus allen Schaffensperioden des genialen Komponisten und Pianisten. Bis in den späten Abend erklangen seine Werke im Kreishaus, das an diesem Abend einen Hauch jener Salons verbreitete, in denen sich im 19. Jahrhundert Künstler, Literaten und Musiker trafen und eine neue Form der bürgerlichen Öffentlichkeit etablierten.

"Das hätten wir wirklich nicht erwartet", zeigte sich Organisator Franz Solbach erstaunt über den Besucherandrang und begrüßte die über 200 Zuhörer im Kreishaus. Der Andrang war gar so groß, dass zusätzlich die Empore im Sitzungssaal geöffnet wurde. Ein Dank sprach Solbach den vielen fleißigen Helfern um den Elternbeirat der Musikschule aus, die für kulinarische Köstlichkeiten gesorgt und den Sitzungssaal in einen "Altenkirchener Salon" verwandelt hatten. So konnte man jene Atmosphäre spüren, die wohl in den Salons des 19. Jahrhunderts geherrscht haben musste. In derartigen Salons in Paris oder Wien und vor allem in aristokratischen Familien habe sich Chopin aufgehalten und sein Publikum unterhalten, sagte Solbach.

Es war alles andere als ein übliches Konzert, was die Klavierlehrer Elmar Hüsch, Sonja Brandt, Christa Schlosser, Anna Keck, Jurek Kaczmarczyk und die Gastlehrerin Monika Groß unter der Leitung von Franz Solbach da auf die Beine gestellt hatten. Federleicht und mit viel Gefühl meisterten die Schüler der Musikschule die anspruchsvollen Kompositionen von Chopin. Gemeinsam mit ihren Lehrern beleuchteten sie dabei die verschiedenen Schaffensepochen des in Warschau geborenen Pianisten. Walzer, Mazurken, Nocturnes und Polonaisen erklangen, das Publikum spendete immer wieder begeistert Beifall. So gelang es den beteiligten Musikern, nicht nur die Genialität der Musik, sondern den Zuhörern auch die außergewöhnliche Persönlichkeit des polnischen Kompositionen näher zu bringen. Anna Keck und Jurek Kaczmarczyk, der seine Ausführungen zu Ehren Chopins in polnischer Sprache vortrug, überraschten die Zuhörer mit allerhand Anekdoten zu Chopin, der als einer der einflussreichsten Pianisten des 19. Jahrhunderts gilt.




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Mit sieben Jahren hatten ihm seine Eltern einen professionellen Klavierlehrer bestellt. Klavier spielen habe er Chopin allerdings nicht mehr beibringen müssen, betonte Solbach ein wenig schmunzelnd. Schon im Kindesalter schrieb der leidenschaftliche Musiker eigene Kompositionen, es folgten viel beachtete Konzerte in Wien, Warschau und Paris. Sein außergewöhnliches musikalisches Talent habe er allerdings stets auf das Klavier fokussiert. "Es gibt kaum Kompositionen für andere Instrumente", merkte Solbach an. Doch auch Horn und Cello erklangen im "Altenkirchener Salon". Franz Solbach am Klavier und Eliane Solbach spielten das Stück "Fort aus meinen Augen", danach begleitete Imke Frobeen Solbach bei der Etüde op. 25,7. Ein Werk, das Chopin sehr geliebt und oft im privaten Kreis gespielt habe, verriet Solbach.

Mit Bravour meisterten folgende Schüler der Kreismusikschule die Kompositionen von Frédéric Chopin: Silas Nikel, Samuel Drees, Jannik Sauerwald, Florian Nies, Selina Röcker, Daniel Avdienko, Antonia Vangelista, Jonas Haubrich, Dennis Gaus, Jonathan Mehlfeldt, Michael Theis, Caroline Verhoeven, Juliana Härter und Simon Haubrich. (Thorben Burbach)


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