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Nachricht vom 26.05.2021    

Deshalb wurde die Kirmes in Niederfischbach abgesagt

Oktoberfest, Cranger Kirmes, Wendsche Kärmetze oder Schützenfest in Wissen: So wie viele Großveranstaltungen wurde nun auch die Kirmes in Niederfischbach abgesagt. Die Organisatoren nennen gleich mehrere Gründe für diese Entscheidung, die in Absprache mit dem Veranstalter, der Ortsgemeinde, getroffen wurde.

Föschber Kirmes aus der Luft (Foto: U.N.S.)

Niederfischbach. Unterhaltung und Spaß in Niederfischbach, kurz U.N.S. – der Name der ehrenamtlichen Gemeinschaft, die verantwortlich ist für die Organisation der Kirmes, ist Programm. Zumindest außerhalb von Pandemie-Zeiten. Jetzt steht fest: Auch der Besuchermagnet in der Asdorf-Gemeinde wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Markmeister Markus Walkenbach nennt gleich mehrere Gründe, wieso man sich zu diesem Schritt entschloss.

So untersage die aktuell gültige Coronaverordnung derzeit die Durchführung von Großveranstaltungen. Wann diese Regelung entfällt, sei nicht absehbar. Somit wurde bisher davon abgesehen, Verträge für das Jahr 2021 abzuschließen. Hier habe man sich zum Beispiel auch zwischendurch mit der Gemeinde Wenden über deren Vorgehensweise ausgetauscht. Das aktuelle Prinzip „geimpft, genesen, getestet“ sei in einem öffentlich zugänglichen Raum, wie es bei der „Föschber Kirmes“ der Fall ist, nicht umsetzbar. Welche Regeln im August gelten, könne derzeit, trotz sinkender Inzidenzwerte, nicht vorhergesehen werden.

Viele offene Fragen

Weitere Fragezeichen ergeben sich bei der Durchführung der Veranstaltung. Die Planung wird seitens der U.N.S. zu 100 Prozent ehrenamtlich durchgeführt. Gleich an mehreren Fragen scheitert eine vorrausschauende Planung: Wer soll hier im Vorfeld ein umfangreiches Hygienekonzept für eine Großveranstaltung mit einer fünfstelligen Besucherzahl entwerfen? Wie funktioniert die Getränkelogistik? Eine Ausgabe von Pfandbechern sei kaum vorstellbar. Wird der Ausschank von (alkoholischen) Getränken überhaupt gestattet? Denn neben den Standgeldern finanziere sich die Veranstaltung auch durch den Getränkekonsum der Besucher, erklären die Organisatoren von U.N.S. Und weiter: Eine Erhöhung der Standgelder für eine Branche, die seit fast 1,5 Jahren keine Einnahmen generieren könne, sei erst mal ausgeschlossen.



Gerade die Schausteller treffe die momentane Situation besonders hart. Neben dem faktischen Berufsverbot fehle ihnen auch eine Perspektive, wann sich das Karussell wieder dreht. Aus diesem Grund sei mit einer Absage auch möglichst lange gewartet worden. Doch angesichts dessen, dass der übliche Starttermin der Kirmes nicht mal mehr drei Monate entfernt ist, war der Entscheidungsdruck offenbar entsprechend hoch.

Bands, Schausteller und allen weiteren Personen mit gültigen Verträgen wurde 2020 eine Teilnahme für 2021 zugesagt. Daran wollen sich U.N.S. und die Ortsgemeinde Niederfischbach auch für 2022 halten.

Gründung eines eigenen Kirmesvereins ebenfalls verschoben

„Neben der gesamten Kirmesplanung liegt auch die Gründung des Kirmesvereins auf Eis“, berichtet Laura Hombach von den Organisatoren. Hier waren im vergangenen Jahr bereits die ersten Einladungen zur Gründungsversammlung verschickt worden. Ein Satzungsentwurf wurde bereits mit Sven Wolf, dem Vereinsbeauftragten von der Verbandsgemeinde Kirchen ausgearbeitet. Dann kam der erste Lockdown. Insgesamt hofft man nun, dass die Gründung des Vereins noch im Jahr 2021 auf den Weg gebracht werden kann.

„Ansonsten bleibt uns nur das Warten auf das Jahr 2022. Der Kirmesmännsch wird demnach auch 2021 nicht verbrannt und freut sich somit älter zu werden als all seine Vorgänger“, ergänzte Tim Kraft. Einen kleinen Trost gibt es aber für 2022 laut U.N.S.: die „Wendsche Kärmetze“ und die „Föscher Kirmes“ fallen dann nicht auf das gleiche Wochenende. Ob der Gedanke, die Kirmes bereits am Freitag starten zu lassen, weiterverfolgt wird, wurde noch nicht entschieden. (PM)


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