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Nachricht vom 04.06.2021    

NABU: Landesweite Fledermauszählung am Wochenende

Bestandsschätzungen von Fledermäusen sind sehr schwierig, da die nachtaktiven Tiere sehr unauffällig leben und über das Jahr oft mehrere Quartiere bewohnen. Auch über Arten, die fast ausschließlich an Gebäuden leben, ist nur wenig bekannt, es mehren sich die Hinweise, dass es Rückgänge der klassischen „Gebäudefledermäuse“ gibt.

Mopsfledermaus. Foto: NABU

Mainz/Holler. Der bereits siebte Fledermauszensus soll dabei helfen, einen besseren Überblick über den Bestand der Fledermäuse in unseren Städten und Dörfern zu erhalten. Je mehr Quartierbesitzer regelmäßig mitmachen, umso besser. Denn so kann man einen besseren Überblick über unsere Fledermäuse erhalten. „Im Rahmen der Aktion wollen wir daher möglichst viele Besitzerinnen und Besitzer von Fledermausquartieren dazu aufrufen, am kommenden Wochenende, vom 4. bis 6. Juni, wieder „ihre“ Fledermäuse beim Ausflug aus dem Quartier zu zählen“, berichtet Fiona Brurein, Mitarbeiterin im Projekt „Fledermäuse Willkommen!“.

Wer Fledermäuse am Haus hat, erkennt dies meist nur anhand des Fledermauskotes, der unterhalb des Quartierausfluges auffällt. Der Kot ist ein Zeichen dafür, wie viele Insekten die Tiere in der Nacht gefressen haben und ist außerdem auch optimaler Blumendünger. Die kleinen schwarzen Knödelchen ähneln Mäusekot und werden oft damit verwechselt. Ganz sicher ist man, wenn man den Ausflug der Fledermäuse aus dem Quartier am Abend beobachtet. Am besten postiert man sich dazu bei Sonnenuntergang schräg unterhalb des Ausfluges der Tiere. Ende Juni ist das etwa um 21:45 Uhr. Die Silhouetten der flinken Flugakrobaten sind dann vor dem noch hellen Himmel gut zu sehen, eine Taschenlampe braucht man also nicht. Der genaue Ausflugszeitpunkt ist von Art zu Art verschieden, beginnt bei der häufigsten Art, der Zwergfledermaus, aber kurz nach Sonnenuntergang. Jetzt ist schnelles Mitzählen gefragt, denn die Tiere fliegen recht zügig nacheinander aus. Nach gut 30 Minuten ist dann meist schon alles vorbei.

Noch mehr Spaß macht das Ganze, wenn man mit Mehreren zählt, so kann man auch im Auge behalten, ob die Fledermäuse auch an anderen Stellen am Haus ausfliegen. Wer einen Fledermausdetektor besitzt, kann diesen zu Hilfe nehmen. „Wenn im aktuellen Jahr bisher keine Tiere da waren oder sie bereits wieder ausgezogen sind? Macht nichts! Auch diese Information ist für uns wichtig. Nachmelden kann man übrigens bis zum 31. August, vielleicht ergibt sich bis dahin ja noch etwas“, sagt Brurein.



Die Aktion soll aber nicht nur dazu dienen, mehr über die heimlichen Mitbewohner an unseren Häusern zu erfahren: „Wir wollen die Menschen auch dazu animieren, den Blick wieder mehr auf diese faszinierenden Tiere zu richten“, sagt Brurein weiter. Fledermäuse werden oft gar nicht bemerkt, denn sie leben sehr heimlich mitten unter uns. „Einige Arten sind tatsächlich darauf angewiesen, einen Platz an unseren Häusern zu finden. Aber solche Arten haben es immer schwerer. Viele Quartiere gehen im Rahmen von Sanierungsarbeiten verloren. Und gerade jetzt um diese Zeit, in der sich die Weibchen zur Jungenaufzucht zu Kolonien zusammengeschlossen haben, ist der Schutz dieser Gruppen von besonderer Bedeutung. Die Tiere sind auf Hilfe und Schutz angewiesen und leben meist nur kurze Zeit im Jahr an unseren Häusern“, wirbt die Fledermausexpertin um deren Akzeptanz.

Der NABU Rheinland-Pfalz zeichnet Personen aus, die sich im Fledermausschutz einsetzten, in dem sie bestehende Quartiere erhalten oder neue anbieten. Auf der Webseite des NABU Rheinland-Pfalz kann man sich über ein bereitgestelltes Formular bewerben. Diese Aktion wird von Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität im Rahmen der „Aktion Grün“ gefördert.

Mehr Infos:
Homepage der Aktion Fledermäuse Willkommen!
Mehr Infos zum Fledermauszensus
Hier finden Sie heimische Fledermausarten im Portrait
Tipps zur fledermausgerechten Haussanierung
Mehr häufig gestellte Fragen zu Fledermäusen beantwortet der NABU in diesem FAQ

Zusätzlich gibt es eine bundesweite Fledermaushotline, unter der dringende Fragen beantwortet werden. Die Nummer lautet: 030-284984-5000. Diese ist im von Juni bis August zu folgenden Zeiten erreichbar: Montag bis Freitag 10 bis 16 Uhr und 19 bis 20.30 Uhr; Samstag, Sonntag und Feiertage 11 bis 13 Uhr und 17 bis 19 Uhr. (PM)


Mehr zum Thema:    Naturschutz   
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