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Nachricht vom 11.06.2021    

Altenkirchen will mehr für bessere und sichere Radwege tun

Die Branche boomt ohne Ende: Die Fahrradindustrie verzeichnet durch die Corona-Pandemie einen enormen Aufschwung. Vor allem die leicht motorisierten Bikes sind vielfach ausverkauft, Ersatzteile gar nicht oder nur mit langen Lieferfristen zu bekommen. Die Folge: Die Zahl der Pedaleure steigt, die logischerweise auch gute und sichere Strecken vorfinden möchten.

Auf dem sanierten Teilstück der Frankfurter Straße zwischen der Kreuzung am Schlossplatz und dem Bahnübergang sind bereits in beiden Richtungen Bereiche für Radfahrer markiert. (Foto: vh)

Altenkirchen. Schon vor Wochen hat eine Umfrage des AK-Kuriers ergeben: Die Fahrradindustrie ist einer der großen Gewinner der Corona-Pandemie. Viele Geschäftsinhaber, die ein Zweirad - vor allem die mit einem Akku versehene Version - an Mann und/oder Frau bringen möchten, meldeten oftmals „ausverkauft“. Auch die Akquise von Ersatzteilen gestaltet sich eminent schwierig. Der Wiedergeburt des „Drahtesels“ steht eine vielfach mangelhafte Infrastruktur gegenüber. Bessere Möglichkeiten, vor allem das alt bekannte Verkehrsmittel besser und sicherer nutzen zu können, will die Stadt Altenkirchen nunmehr ausloten. Unter der Überschrift „Integriertes Mobilitäts-, Radverkehrs- und ÖPNV-Konzept“ will sie zunächst einmal beispielhafte Lösungsansätze für problematische Punkte im Verkehrssystem innerhalb ihrer Grenzen herausarbeiten. Diese Aufgabe übernimmt für 2142 Euro Prof. Dr. Heiner Monheim (raumkom-Zentrale Trier), wie der städtische Ausschuss für Jugend, Klima und Zukunftsfragen in seiner jüngsten Sitzung am späten Donnerstagnachmittag (10. Juni) mit sechs Ja-Stimmen und vier Enthaltungen auf den Weg brachte.

Angebot mit drei Teilaspekten

Das Angebot beinhaltet neben der Exkursion (auch mit Fahrrädern möglich) zu neuralgischen Punkten einen Workshop sowie einen öffentlichen Vortrag (mit anschließender Diskussionsmöglichkeit) zum Thema „Nachhaltige Mobilität in Altenkirchen - Probleme, Potenziale, Bausteine und Hemmnisse“. Ausschussmitglied Peter Müller (Bündnisgrüne) hatte den Kontakt zu dem Fachmann, der unter anderem den Landesbetrieb Mobilität berät, geknüpft. Wie Pedaleure grundsätzlich die Situation in Altenkirchen einschätzen, ließ sich nicht aus dem Fahrradklimatest 2021 ableiten, denn die geforderte Zahl von 50 Teilnehmern, um in die Auswertung zu gelangen, wurde nicht erreicht. Wie viel Radler überhaupt im Stadtbezirk im Durchschnitt unterwegs sind, blieb ebenfalls unbeantwortet, da Werte möglicherweise erst nach Auswertung einer Verkehrszählung vorliegen. Stadtbürgermeister Matthias Gibhardt berichtete aus eigener Wahrnehmung, dass es „immer mehr werden“. Kritik, ob der Workshop überhaupt sinnvoll sei, konterte er: „Ein Blick von außen hilft uns.“ Die Erkenntnisse, die unter Monheim zusammengetragen werden, sollen zudem in das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) einfließen, das das Planungsbüro Stadt-Land-plus aus Boppard derzeit erarbeitet und das als Grundlage für Maßnahmen gilt, die Altenkirchen im Rahmen der Teilnahme am Förderprogramm „Wachstum und nachhaltige Entwicklung - Nachhaltige Stadt" in den kommenden zehn Jahren umsetzen will.

Punktuell Infrastruktur für Radverkehr bessern

Mit in Monheims Erkenntnisse einfließen sollen Maßnahmen, die die Stärkung des Alltag-Radverkehrs darstellen. Das Gremium beauftragte einstimmig die Verwaltung, weitere Schritte zur Umsetzung einer 13 Aspekte umfassenden Liste zu unternehmen, die Prüfung von Fördermöglichkeiten auszuloten und nach erfolgtem Check über die Ergebnisse zu informieren. Unter anderem handelt sich um die Erneuerung des Belags des Verbindungsweges zwischen Weyerdamm durch den Parc de Tarbes und dem Stadtteil Honneroth (inklusive Erweiterung der Beleuchtung), Erneuerung (teilweise Verbreiterung) des Weges zwischen Kölner Straße und Leuzbacher Weg, Freigabe der Fußgängerzone für Radfahrer, Fortführung der Radstreifenmarkierung in der Frankfurter Straße (Bahnübergang bis Stadtausgang), Bau von Abstellboxen in der Innenstadt und im Schulzentrum (Förderung bis 90 Prozent möglich) oder die Deckensanierung des Weges durch das Wiesental zwischen Heimstraße und Heuweg.



Ortsgemeinden auch anbinden
Ralf Lindenpütz (CDU) regte zudem an, Straßen, die für den Verkehr komplett gesperrt sind, per zusätzlicher Beschilderung für Radfahrer freizugeben. Außerdem mahnte er ein in seinen Augen immer noch nicht vorhandenes Radwegekonzept an, das schon seit Jahren Wirklichkeit hätte werden sollen. Gibhardt entgegnete, dass bereits an einem solchen gearbeitet werde, und ergänzte, dass darüber hinaus noch gesondert ein Entwurf für die Anbindungen der Ortsgemeinden an Altenkirchen folgen werde, denn Monheims Expertise werde sich nur auf die Stadt beziehen. Martin Fischbach (Fachbereich Infrastruktur, Bauen und Umwelt der VG-Verwaltung) verdeutlichte ebenfalls, dass Monheim die 13 Punkte umfassende Ausarbeitung vorgelegt werde. Inwieweit überhaupt einige Maßnahmen umgesetzt werden könnten, hänge gegebenenfalls von Grunderwerb ab. „Auch darüber muss man nachdenken“, betonte er.

Trainieren mit dem eigenen Gewicht
Hand auf Herz: Was ist ein Calisthenics-Park? Wikipedia erklärt: „Calisthenics (aus dem Griechischen für kalos „schön“ oder „gut“ und sthenos „Kraft“) ist ein international gebräuchlicher Begriff, der Eigengewichtsübungen beschreibt. Dreh- und Angelpunkt sind sogenannte Calisthenics-Parks. Diese umfassen in der Regel Stangen verschiedener Höhe und Position, welche Barren und Reck nachempfunden sind. Calisthenics umfassen das Repertoire des klassischen Gerätturnens und diverse akrobatische Übungen. Externe Gewichte und Zubehör werden selten verwendet.“ Tanja Iserlohe (SPD), die eine Vorliebe für diese Art der körperlichen Ertüchtigung hat, stellte ihre Überlegungen für den Bau einer solchen Anlage - am besten in unmittelbarer Nähe zum neuen Skate- und Bike-Park auf der Glockenspitze - vor. „Hier können Jugendliche sinnvoll ihre Kräfte einsetzen“, erklärte sie, jeder lerne, sich zu betätigen. Die Kosten für den Entwurf einer Trainingseinheit, die sie zeigte, beliefen sich auf rund 60.000 bis 70.000 Euro. „Ein Trimm-dich-Pfad an einem Ort“, spannte Gibhardt den Bogen weit zurück in die Vergangenheit, als diese Betätigungsfelder zu Beginn der 1970er-Jahre ins Leben gerufen wurden. Er erklärte auch, dass er schon mehrfach auf dieses Thema angesprochen worden sei und dass die Verwirklichung ein klassisches Leader-Projekt werden könnte. Bei den Haushaltsplanungen für die Jahre 2022 und 2023 solle das Projekt womöglich berücksichtigt werden. (vh)


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