Werbung

Nachricht vom 17.06.2021    

Vermittlung älterer Langzeitarbeitslose in Corona-Krise schwieriger – aber…

In der Pandemie ist es noch schwieriger, ältere Langzeitarbeitslose zu fördern und in Jobs zu vermitteln. Diese Erfahrung hat das „neue-arbeit“-Bildungsangebot „Ü50-bewegt!“ in Wissen gemacht. Doch davon wollen sich die Verantwortlichen nicht abbringen lassen, den 30 von ihnen betreuten Langzeitarbeitslosen zu helfen.

Für Vinzenz Jung (links) und Harald Rasch waren Handy und PC in den vergangenen Monaten die wichtigsten Arbeitsgeräte. Die Chance, dass sich das in der Schulstraße in Wissen bis zum Ende des Projekts „Ü50 – bewegt!“ ändern wird, ist aber gut. (Foto: hwl)

Wissen. Halbzeit: Seit Anfang November werden 30 Langzeit-Arbeitslose jenseits der 50 in dem zwölfmonatigen Bildungsangebot „Ü50 – bewegt!“ in Wissen betreut. Wer den letzten Corona-Herbst- und Winter noch nicht verdrängt hat, kann sich vorstellen: Für Arbeitslose und die Betreuer in der Schulstraße in Wissen haben sich durch die Pandemie-bedingte Kontaktsperre die gemeinsam abgesteckten Arbeitsschwerpunkte ebenso verändert wie die im Herbst gemeinsam gesteckten Etappenziele.

Aber die Verantwortlichen des Angebots von dem gemeinnützigen Verein „neue arbeit e.V.“ mit Sitz in Altenkirchen geben sich kämpferisch in einer Pressemitteilung und betonen: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!“ Der Bereichsverantwortliche Vinzenz Jung ist guter Dinge, in der zweiten Hälfte noch das eine oder andere Versäumte oder zeitlich Verschobene nachholen zu können, um die Vermittlungschancen der Kunden auf dem Arbeitsmarkt verbessern zu können – einem Arbeitsmarkt, der für ältere Arbeitssuchende schon vor Corona schwierig war.

Jung: „Unsere Erfahrung ist, dass in der Pandemie das Alter noch zu einem größeren Vermittlungshemmnis geworden ist. Umso wichtiger ist, dass wir die Zeiten ohne direkte Kontakte, in denen alle bedauern, dass sie nicht hier mit anderen zusammen und unter unserer Anleitung lernen und arbeiten können, nutzen, um andere Hemmnisse und Hindernisse, die unabhängig von den sehr unterschiedlichen Lebenssituationen grundsätzlich eine Vermittlung schwierig machen, abzubauen.“

Deshalb war es den Verantwortlichen wichtig, die Betreuten, möglichst schnell in die Lage zu versetzen, regelmäßig telefonisch oder per E-Mail in Kontakt zu bleiben oder über Videokonferenzen Hilfestellungen zu bekommen.

Wie sieht heute der Alltag laut Jung aus? „Heute sind wir in der Lage, uns mit bis zu zehn Leuten, die im Umgang mit den neuen Medien viel gelernt haben, regelmäßig und einigermaßen sicher in Videokonferenzen, in denen wir uns zweimal die Woche in einem größeren Kreis sprechen und sehen können, auszutauschen. Das ist keine schlechte Quote, wenn man bedenkt, dass wir bei Weitem nicht alle mit einem Tablet der ‚neuen arbeit‘ versorgen können, weil selbst eine Einweisung an den Geräten zu einem Klimmzug für alle wird. Einige Teilnehmende verfügen zu Hause über keinen Internet- bzw. WLAN-Zugang.“



Aufgaben per Post – Ergebnisse als Foto-Beweis

Mag eine regelmäßige sozialpädagogische Begleitung durch Petra Wilhelm auch ohne Vier-Augen-Gespräche oder. allein per Telefon noch reibungslos möglich sein, so wird eine praktische Anleitung zum Drahtseilakt. Beispiele: Die Anleiter mussten zuletzt die Aufgaben und Anleitungen, Materialien und Werkzeuge für das Basteln einer Marionette oder eines Klangspiels per Post an einige Teilnehmende verschicken, um Wochen später die Ergebnisse dieser kreativen Arbeiten aus dem „Home-Workshop“ wenigstens in Form eines Foto-Beweises dokumentiert zu bekommen. Tischler Harald Rasch von der hauseigenen Werkstatt betont, dass trotz der Einschränkungen das Feedback auf die Angebote positiv ist. Die Teilnehmer seien dankbar, „in diesen Zeiten überhaupt einen Platz in der Maßnahme zu haben. Denn damit wird ihnen das Gefühl gegeben, nicht vergessen zu sein und ernst genommen zu werden. Ohne den Kontakt zu uns hätten viele gar keinen Kontakt nach draußen.“

Das sieht auch Jung so: „Der Kontakt ist das A und O unserer Arbeit. Reißt er ab, ist das für uns eine der wenigen Notsituationen, in denen wir die Teilnehmenden der Maßnahme auch mal zu Hause aufsuchen müssen. Auch wenn sich dann nur herausstellt, dass in Pandemie-Zeiten Kleinigkeiten große Auswirkungen haben können, weil nur das Handy nicht funktioniert. Wir hoffen für uns und die 30 Teilnehmenden, von denen ich sieben, die im Laufe der Monate einen der frei gewordenen Plätze bekommen haben, in natura noch nicht kennengelernt habe, möglichst unbeschadet aus der dritten Welle herauszukommen.“

Was heißt unbeschadet? „Unbeschadet bedeutet für mich, dass sich die 30 Teilnehmer das für einen Erfolg unseres Bildungsangebots nötige Vertrauen zu uns, zu den Mitarbeitern der Jobcenter und den Zuständigen beim Land während der langen Kontaktsperre bewahrt haben. Wenn das so ist, lassen sich gemeinsam neue Ziele festmachen, die einzelnen Lebenssituationen neu analysieren und damit bis zum 31. Oktober die nächsten Hindernisse auf dem Weg zu einem neuen Arbeitsplatz abbauen. Auch in Pandemie-Zeiten werden wir in dieser Maßnahme nicht davon abrücken, mehr Teilnehmer-orientiert als Projekt-orientiert zu denken.“ (PM)


Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Wissen auf Facebook werden!


Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Polizei Betzdorf hatte am Wochenende viel zu tun

Die Polizeiinspektion Betzdorf hatte am vergangenen Wochenende (23./24. und 25. Juli) viel zu tun. In drei Fällen bittet die Polizei um Zeugenhinweise.


Benefizkonzert der Stadt- und Feuerwehrkapelle Wissen brachte hohe Summe ein

Am Sonntagmittag, 25. Juli, spielte die Stadt- und Feuerwehrkapelle Wissen auf dem Kirchplatz in Wissen. Rund 400 Besucher wollten sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen. Bereits im Vorfeld hatten die Verantwortlichen kräftig die Werbetrommel gerührt.


Cyberangriff: Abfallgebührenbescheide aus Kreis AK abgegriffen

Ein für den Abfallwirtschaftsbetrieb Landkreis (AWB) Altenkirchen tätiger IT-Dienstleister war Ziel einer Cyber-Attacke. Den Angreifern ist gelungen, auf die Server der Firma zuzugreifen. Hierbei wurde auch eine Druckdatei des Abfallwirtschaftsbetriebes Landkreis Altenkirchen mit 10.000 Datensätzen (Abfallgebührenbescheide 2020) abgegriffen.


Stadthalle Betzdorf: Biergartensaison eröffnet im August

Saftig belegten Flammkuchen, dazu einen Schoppen Wein oder ein Glas Gerstensaft in einem schönen Ambiente: Die Biergartensaion an der Stadthalle Betzdorf eröffnet im August. Im Vorjahresvergleich gibt es ein paar Neuerungen, die bei einem Pressegespräch am Freitag, 23. Juli vorgestellt wurden.


Stadtteil Köttingerhöhe feiert Fest „der alternativen Art“

Im Wissener Stadtteil Köttingerhöhe gibt es einen Straßenzug, der auf die Bezeichnung „Ende“ hört. Doch dies kann zu Missverständnissen führen, denn am Ende ist man dort bei weitem nicht. Ganz im Gegenteil – wie nun offensichtlich wurde.




Aktuelle Artikel aus Wirtschaft


Daaden auch 2021 ohne Herbstfest - Heimatshoppen findet aber statt

Daaden. Ein Fest, welches draußen stattfindet, wo man sicherlich auch noch größere Abstände hätte realisieren können, sei ...

FDP-Bundestagsabgeordnete zu Besuch bei „Innovationsmotor“ für heimische Unternehmen

Wissen. Die heimische FDP-Bundestagsabgeordnete Sandra Weeser war nach diesem Besuch des „Technologischen Instituts für Metall ...

IHK richtet Hotline und Spendenkonto für betroffene Betriebe ein

Koblenz. „Das Ausmaß der Überschwemmungen ist erschreckend. Wir fühlen mit den Gewerbetreibenden und allen Betroffenen in ...

Touch Tomorrow: Westerwald-Gymnasium begegnet der Zukunft

Altenkirchen. Er sah aus wie die Kulisse zu einem Star-Wars-Film und stand eine Woche lang mitten auf dem Schulhof des Westerwald-Gymnasiums. ...

Westwood Ice Cream - Westerwälder Naturprodukt zum Genießen

Deesen. Sandra Köster, Vorständin von „Wir Westerwälder“, der Regionalinitiative der Kreise Altenkirchen, Neuwied und Westerwaldkreis ...

Ab sofort und gratis: "Westerwälder Infobox" im REWE-Markt in Altenkirchen

Altenkirchen. Maike Sanktjohanser, Geschäftsführerin der PETZ REWE GmbH, Sandra Köster vom Vorstand der „Wir Westerwälder ...

Weitere Artikel


Das bietet der Schönwetter-Ferienspaß in VGen Betzdorf-Gebhardshain und Kirchen

Region. Für das „Jugenddeck“ war im Parkdeck an der Viktoriastraße in Betzdorf alles hergerichtet, mit Kicker, Leinwand und ...

Wegen großer Nachfrage: Zusatz-Nachtwächterführung durch Altenkirchen am 19. Juni

Altenkirchen. Die heimlichen Geschichten und Anekdoten vor und hinter den Fenstern des Ortes Altenkirchen um 1900 werden ...

Kulturwerk Wissen: Counry-Konzert im kostenlosen Live-Stream

Wissen. Die sechs Mitglieder der Band aus dem Sauerland verbindet neben der Liebe zur handgemachten Musik auch die Begeisterung ...

Erweiterungsbau am Backesplatz in Elkhausen steht

Katzwinkel. Was mit einer Vision und der 2020 folgenden Zusage der
Fördermittel zur Dorferneuerung begann, liegt nun schon ...

Vor 50 Jahren: Das "Gasometer" fällt

Hövels. Errichtet worden war der Gasometer, so hieß er im Volksmund, im Jahr 1938
von der Ruhrgas AG in Essen. Die Ferngasleitung ...

"80-Euro-Waldi" kommt! "Bares für Rares"-Händler eröffnet in Breitscheidt ein Stöberparadies

Breitscheidt. „Von der Kaffeekanne bis zum Rasenmäher, bei uns findet ihr alles!“ Wenn Walter „Waldi“ Lehnertz eine neue ...

Werbung