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Nachricht vom 27.11.2010    

Herbert Weber: "Sozial war gestern"

Der Ehrenvorsitzende des Seniorenverbandes BRH, Herbert Weber, brachte es auf den Punkt: "Sozial war gestern." In der Feierstunde des Verbandes anlässlich des 60-jährigen Bestehens im Kreis Altenkirchen mussten sich die anwesenden Bundes- und Landespolitiker so einiges anhören.

BRH Kreis-Ehrenvorsitzender Herbert Weber (Schutzbach) während seiner kämpferischen Rede zum 60-jährigen Bestehens des BRH-Seniorenverbandes.

Betzdorf. Der Seniorenverband BRH des Kreises Altenkirchen feierte in der Bürgergesellschaft Betzdorf sein 60-jähriges Bestehen. Wenn man in einer Festveranstaltung einen Rückblick über das Geschehen in 60 Jahren erwartet - in dieser Feier wurde der Zuhörer überrascht. Ehrenvorsitzender Herbert Weber ging nicht nur auf das gegenwärtige politische Geschehen - nämlich medienwirksame Angriffe auf Beamte, Pensionäre und Rentner ein - sondern er rechnete mit den politisch Verantwortlichen ab, die nach seinen Worten der Verantwortung gegenüber der älteren Generation nicht gerecht würden.
BRH-Kreisvorsitzender Jochem Hellwig (Daaden) begrüßte die Zuhörer und ging auf die Gründung vor 60 Jahren ein. Der Verband setze sich seit dieser Zeit für die Forderung der Belange seiner Mitglieder ein. Als Vertreter der Verbandsgemeinde Betzdorf erinnerte Beigeordneter Ernst-Helmut Zöllner an die Betzdorfer Eisenbahn-Vergangenheit. Er dankte der anwesenden Generation, die dafür gesorgt hätte, dass Betzdorf nach dem Krieg wieder aufgebaut werden konnte.
MdB Erwin Rüddel begrüßte die Anwesenden auch im Namen von Dr. Josef Rosenbauer, Dr.Matthias Krell und Thorsten Wehner (alle MdL). Er führte aus, dass ein Staat nicht ohne Senioren funktioniere, da sie zahlreiche Aufgaben und Verpflichtungen - meist ehrenamtlich - übernähmen.
Hugo Wüst (Landesvorsitzender Seniorenbund) wunderte sich darüber, dass in Deutschland die Rente mit 67 Jahren stillschweigend eingeführt wurde, während man in Frankreich (Rente jetzt mit 62 Jahren) und in Luxemburg (57 Jahre) streikte. Nach seiner Meinung ist eine öffentliche Negativstimmung gegen die ältere Generation geschaffen worden; er nannte die in der Öffentlichkeit verwendeten Begriffe Greisenrepublik, Diktatur der Alten und Methusalem-Kartell.
Den anwesenden vier Politikern des Wahlkreises bescheinigte Herbert Weber Sachkenntnis; dies habe er in zahlreichen Diskussionen und Gesprächen erfahren. Es gebe aber gute und weniger gute Politiker. "Dummes Geschwätz" dagegen bescheinigte Weber den CDU Abgeordneten Jens Spahn und Philipp Mißfelder, die durch Talkshows tingelten, die öffentliche Meinung negativ beeinflussten und einen Generationenkonflikt herbeiredeten. Der Seniorenverband stehe zur Zeit in einem offenen Abwehrkampf.
Die ältere Generation sei empört, dass die Sanierung der Staatsfinanzen mit Methoden versucht werde, die vom Seniorenverband als unverhüllte Kampfansage verstanden werde. Man fühle sich zum Gegenstand haushaltspolitischer Experimente degradiert. Der Seniorenverband kämpfe dafür, dass Pensionen und Renten auch zukünftig die Bezeichnung Altersversorgung verdienten. Die ältere Generation dürfe nicht an die Wand gedrückt werden.
Weber nannte die Beispiele Nullrunden, verspätete Anpassungen und Einschnitte in die Bezahlungsstrukturen, die zur Sanierung des Staatshaushaltes - falls dies überhaupt noch möglich sei - beigetragen hätten. Im Jahr 1957 habe es eine fortschrittliche Besoldungs- und Rentenreform gegeben, heute könne man nur feststellen: "Sozial war gestern!"


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