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Nachricht vom 17.06.2021    

„Sommer der Berufsbildung“ bei der bei der HwK Koblenz gestartet

Im „Sommer der Berufsbildung“ werben Politik, Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften, Länder und die Bundesagentur für Arbeit von Juni bis Oktober gemeinsam für die duale Ausbildung. Das Ziel: Möglichst viele junge Menschen für eine berufliche Ausbildung zu gewinnen, damit sie zum neuen Ausbildungsjahr eine #AusbildungSTARTEN.

Zur Auftaktveranstaltung der bundesweiten Veranstaltung „Sommer der Berufsbildung" tauschte sich Bundesbildungsministerin Anja Karliczek online mit HwK-Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich (rechts) und Präsident Kurt Krautscheid (links) aus, moderiert durch Kristina Schmidt (Mitte). Fotos: HwK Koblenz

Koblenz. Der Startschuss zur Veranstaltungsreihe fiel online am 17. Juni mit Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Die Auftaktveranstaltung zu dieser bundesweiten Aktion fand sowohl im Zentrum für Ernährung und Gesundheit der Handwerkskammer (HwK) Koblenz wie auch in Berlin statt.

„Wir sind Premierenort und unsere Handwerkskammer darf Gastgeber sein – das ehrt uns natürlich“, freuten sich Kurt Krautscheid und Ralf Hellrich, Präsident sowie Hauptgeschäftsführer der HwK Koblenz zur Eröffnung der zweistündigen Auftaktveranstaltung, zu der das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unter dem Motto „Lernorte der Zukunft“ – echt.nachhaltig.digital eingeladen hatte. Das Hybrid-Format stand am Anfang einer Reihe von acht Aktionstagen an verschiedenen Orten in Deutschland. Mit dem „Sommer der Berufsbildung“ macht die „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ jungen Menschen Lust auf Ausbildung und hilft ihnen, eine passende Ausbildung zu finden. Dazu gibt es Aktionen und Events auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene.

Anja Karliczek und Hans Peter Wollseifer machten gleich zu Beginn klar: „Berufsbildung bietet unglaublich viele Chancen. Eine Ausbildung ist ein toller Einstieg ins Berufsleben und überhaupt keine Einbahnstraße!“. Die Bundesministerin ergänzte zum Thema duale Ausbildung: „Wenn ich Ministerkolleginnen und -kollegen aus aller Welt treffe, wird regelmäßig geschwärmt. Was ihr da in Deutschland habt, ist super!“ Denn mit einer Ausbildung bieten sich vielfältige Möglichkeiten und eine hohe Arbeitsplatzsicherheit, „und wir müssen genau diese Botschaft rüberbringen: 130 Handwerksberufe bieten wirklich Jedem etwas. Das bildet perfekt die persönlichen Neigungen und Talente ab“, so Peter Wollseifer. Gerade jetzt und mit den negativen Auswirkungen der Pandemie auf den Ausbildungsmarkt gilt es, Jugendliche mit diesen Kernbotschaften des Handwerks für die „Wirtschaftsmacht von nebenan“ zu begeistern.

Nach der Einführung wartete auf die bundesweit zugeschalteten 2.500 Online- wie auch 50 Präsenzteilnehmer in Koblenz eine abwechslungsreiche Reise durch Berufsbildungszentren, Schulen und Betriebe. Unter dem Motto „Nachhaltiges Berufelernen“ in der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) ging es über eine Live-Schaltung in einem laufenden Kurs bei der HwK Koblenz. ÜLU-Ausbilder und Auszubildende sprachen über ihren Alltag. Insbesondere der digitale Wandel im Handwerk wurde hier beispielhaft über die Tischlerausbildung dargestellt.

Der Slogan „Berufliche Bildung kommt überall hin“ wurde in einer Live-Übertragung aus dem Koblenzer Elektrobetrieb Künster thematisiert, hier durch den Juniorchef Pierre Kraus und einen HwK-Ausbildungsberater. Gerade die Erfahrungen aus Lehre, Meisterschule und Aufstiegsmöglichkeiten bis hin zum Unternehmertum boten wichtige Ansatzpunkte für diese Gesprächsrunde zu Karrieren im Handwerk. Anja Karliczek berichtete hierbei über ihren eigenen Werdegang. Zwei Ausbildungen im Bank- und Hotelbereich folgte ein Fernstudium zur Diplomkauffrau. „Ich konnte also immer sehr gut alles Theoretische in die Fachpraxis übertragen, kenne beiden Seiten aus eigener Erfahrung. Davon profitiere ich bis zum heutigen Tag!“




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Abschließend stellten sich Anja Karliczek, Hans Peter Wollseifer und Kurt Krautscheid Fragen aus dem Chat. Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Ausbildungsbereich wurden angesprochen wie auch die Implementierung digitaler Entwicklungen und Nachhaltigkeitsaspekte in die laufende Berufsausbildung.

„Während Schulen pandemiebedingt schließen mussten und an Hochschulen reiner Online-Unterricht notwendig wurde, hat die betriebliche Ausbildung unter hohen Hygieneauflagen ganz überwiegend weiter vor Ort stattgefunden“, beschrieb Peter Wollseifer, ging dabei auch auf Probleme bei der Fachkräftegewinnung ein, „die es in der Wirtschaft schon vor Corona gab. Die letzten Monate haben die Situation verschärft. Umso wichtiger ist es, jetzt mit neuer Kraft Jugendliche anzusprechen und zu gewinnen.“ Die regionalen Handwerkskammern in Deutschland bieten passgenau Hilfestellungen, ob Beratung oder Berufsinformation, ob online über Praktikums- und Lehrstellenbörsen bis hin zur Vermittlung in Betriebspraktika oder konkrete Ausbildungsstellen. „Jetzt gilt es, diese Instrumente zu nutzen!“

„Digitale Prozesse und Aspekte der Nachhaltigkeit unmittelbar in Ausbildungsinhalte einfließen zu lassen, ist möglich und wird in vielen Handwerksberufen und in unseren Ausbildungszentren täglich praktiziert“, griff Kurt Krautscheid die Frage zur modernen Berufsausbildung auf. Denn gerade das spiele im Handwerk – Stichwort Reparatur und nicht Wegschmeißen und Neukaufen – schon immer eine wichtige Rolle. „Diese Werte werden längst auch anders in der Öffentlichkeit wahrgenommen und davon profitiert das Handwerk. Das vermitteln wir über die Ausbildung auch ganz stark der nächsten Generation.“
Insofern sei das Handwerk technologisch modern und zukunftsorientiert aufgestellt – positive Nachrichten ganz im Sinne der Fachkräftegewinnung und eines Imagegewinns der handwerklichen Ausbildung, die im „Sommer der Berufsbildung“ stärker ins Rampenlicht rücken soll.

Die Veranstaltung moderierte in Koblenz Kristina Schmidt, bei der Handwerkskammer Koblenz verantwortlich für die Bereiche Digitalisierung Berufsbildung, Ausbildung 4.0 sowie Medien und Kommunikation. (PM)


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