Werbung

Nachricht vom 18.06.2021    

„Spocki“ aus dem Tierheim: Vom Albtraum zum Traumhund

Die Geschichte von „Spocki“, die französische Dogge aus dem Tierheim in Ransbach-Baumbach, ist es wert, stellvertretend für alle Tiere aus Tierheimen erzählt zu werden. Da saß das armselige Hündchen „Spocki“ im Tierheim, weil es von seiner Familie abgegeben wurde.

Spocki. Fotos: Wolfgang Rabsch

Ransbach-Baumbach. Wer in seine Augen schaute, der ahnte, dass er etwas ganz Besonderes ist. Die Mitarbeiter im Tierheim hatten ihn, natürlich wie all die anderen Untermieter im Tierheim, gleich in ihr Herz geschlossen und ihm viel Wärme und Geborgenheit gegeben. Trotz aller Bemühungen können die Mitarbeiter nicht eine Familie für die Hunde ersetzen.

„Spockis“ mühevoller Weg in den Oberwesterwald
So kam es, wie es kommen musste, oder war es gar eine Fügung: Eine Familie aus dem Oberwesterwald hatte sich auf der Homepage des Tierheims sofort in „Spocki“ verliebt. Die Tochter des Hauses meinte spontan: „Der muss es sein.“ So einfach ging das aber nicht über die Bühne, denn zuvor hatte sich eine andere Familie für „Spocki“ entschieden. Die Tierheimleitung musste entscheiden nach dem Motto „Wer zuerst kommt, der mahlt zuerst.“ Große Trauer bei der Familie aus dem Oberwesterwald, als „Spocki“ weg war. Doch manchmal ist der liebe Gott gerecht, denn nach einigen Tagen klingelte bei der Familie das Telefon: „Spocki“ ist wieder da, die andere Familie kam mit ihm anscheinend nicht zurecht.

Schnell erwachte wieder der Wunsch, „Spocki“ ein neues zuhause zu geben. Der Autor dieses Artikels ist auch Mitglied im Tierschutzverein „Glückshunde“ in Ransbach-Baumbach. Er bekam die ehrenvolle Aufgabe, für „Spocki“ die erforderliche Vorkontrolle durchzuführen, um zu checken, ob die Familie geeignet sei, den Hund zu adoptieren. Der Besuch gestaltete sich sehr lohnenswert, denn „Spocki“ darf sich auf ein großes Haus mit rund 1.500 Quadratmeter Garten am Ortsrand freuen. Im Gespräch mit der Familie, bestehend aus den Eltern und zwei erwachsenen Kindern, wurde schon darüber gestritten, bei wem „Spocki“ denn schlafen darf. Die Empfehlung für das Tierheim konnte nur „Daumen hoch“ lauten, auf einer Skala von eins bis zehn eine glatte Zehn.

Dann stand endlich der langersehnte Tag an, Mutter und Tochter fuhren gemeinsam nach Ransbach-Baumbach, um „Spocki“ in sein neues Zuhause abzuholen. Nach zwei Wochen war es mal an der Zeit, sich nach „Spocki“ zu erkundigen, wie er sich eingelebt hat, und überhaupt, wie es ihm mit seiner neuen Familie so geht. Also machte sich der Autor auf den Weg in den Oberwesterwald, um „Spockis“ neues Domizil zu besuchen.

„Spocki“ hat seine Menschen voll im Griff
Dort angekommen, wartete bereits die gesamte Familie, mittendrin natürlich der Chef vom Ganzen „Spocki“. Die pure Lebensfreude und voller positivem Adrenalin, erzählte das kleine Kraftpaket was seine Menschen zu machen hatten, nämlich Ball- und Frisbee-Scheiben-werfen. Alsbald gesellte sich „Finja“, die Nachbarshündin hinzu, und die beiden Vierbeiner begannen sich um alles Mögliche zu balgen und zu streiten, sehr zum Amüsement der Zuschauer. Die neuen Besitzer erzählten ganz begeistert, wie gut „Spocki“ sich eingelebt hat, auch mit „Finja“ versteht er sich, bis auf kleinere Scharmützel, sehr gut. „Finja“ musste sich erst daran gewöhnen, dass sie die 1.500 Quadratmeter Garten von nun an teilen muss. „Spocki“ hört auf Kommandos und konnte schon nach kurzer Zeit von der Leine gelassen werden. Kurzum, er hat voll in den Glücktopf gegriffen, ist der Hund glücklich, sind auch seine Menschen glücklich.



Vom Hundekauf im Internet ist dringend abzuraten
Leider haben nicht alle Hunde so viel Glück, dabei sind die meisten Tierheime randvoll mit Hunden, die ja bekanntermaßen während der Pandemie sehr häufig angeschafft wurden. Wenn man sich entschließt, einen Hund zu sich zu nehmen, dann sollte man das nächste Tierheim aufsuchen, es ist immer der Richtige dabei. Aber lieber suchen viele Unbelehrbare im Internet nach Welpen, die überwiegend aus osteuropäischen Ländern angeboten werden. Die meisten Tiere werden in Qualzuchten von Gebärmaschinen, so werden Hündinnen genannt, die ausschließlich zum Gebären leben, geboren. Sie kommen schon krank zur Welt, werden mit gefälschten Papieren und ärztlichen Bescheinigungen ausgestattet, von ihren Müttern getrennt und trotz Welpenschutz im Internet zu horrenden Preisen angeboten. Dann bezahlt halt jemand für einen Welpen 1.500 Euro, verabredet sich auf einem Rastplatz an einer Autobahn mit einem Mitglied der Hunde-Mafia, dort bekommt er den Welpen aus einem Kofferraum ausgehändigt. Klingelt es da nicht irgendwo?

Nach einiger Zeit werden die stolzen Besitzer feststellen, dass sie mit ihrem neuen Hund dauernd zum Tierarzt laufen müssen, teure Rechnungen begleichen, und trotzdem werden viele dieser Welpen eingeschläfert, weil sie zu krank sind und Höllenqualen erleiden.

Diese wahre Geschichte ist die Kehrseite der Medaille, darum kann man jedem Interessierten wärmstens empfehlen: „Sehen Sie sich in deutschen Tierheimen um, ihren neuen Liebling werden sie dort mit Sicherheit finden.“ Die Story vom Glückskeks „Spocki“ sollte ermutigen, den Weg über ein Tierheim zu gehen.
(Wolfgang Rabsch)


Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Ransbach-Baumbach auf Facebook werden!

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
       
       
   


Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Polizei Betzdorf hatte am Wochenende viel zu tun

Die Polizeiinspektion Betzdorf hatte am vergangenen Wochenende (23./24. und 25. Juli) viel zu tun. In drei Fällen bittet die Polizei um Zeugenhinweise.


Benefizkonzert der Stadt- und Feuerwehrkapelle Wissen brachte hohe Summe ein

Am Sonntagmittag, 25. Juli, spielte die Stadt- und Feuerwehrkapelle Wissen auf dem Kirchplatz in Wissen. Rund 400 Besucher wollten sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen. Bereits im Vorfeld hatten die Verantwortlichen kräftig die Werbetrommel gerührt.


Cyberangriff: Abfallgebührenbescheide aus Kreis AK abgegriffen

Ein für den Abfallwirtschaftsbetrieb Landkreis (AWB) Altenkirchen tätiger IT-Dienstleister war Ziel einer Cyber-Attacke. Den Angreifern ist gelungen, auf die Server der Firma zuzugreifen. Hierbei wurde auch eine Druckdatei des Abfallwirtschaftsbetriebes Landkreis Altenkirchen mit 10.000 Datensätzen (Abfallgebührenbescheide 2020) abgegriffen.


Stadthalle Betzdorf: Biergartensaison eröffnet im August

Saftig belegten Flammkuchen, dazu einen Schoppen Wein oder ein Glas Gerstensaft in einem schönen Ambiente: Die Biergartensaion an der Stadthalle Betzdorf eröffnet im August. Im Vorjahresvergleich gibt es ein paar Neuerungen, die bei einem Pressegespräch am Freitag, 23. Juli vorgestellt wurden.


Stadtteil Köttingerhöhe feiert Fest „der alternativen Art“

Im Wissener Stadtteil Köttingerhöhe gibt es einen Straßenzug, der auf die Bezeichnung „Ende“ hört. Doch dies kann zu Missverständnissen führen, denn am Ende ist man dort bei weitem nicht. Ganz im Gegenteil – wie nun offensichtlich wurde.




Aktuelle Artikel aus Region


Muslimische Ahmadiyya Jugend Betzdorf hilft in Katastrophengebieten

Region. Ahmadiyya Muslim Jamaat Betzdorf spricht öffentlich den Hinterbliebenen der Flut-Opfer ihr tiefstes Mitgefühl aus. ...

VG Hamm: Impf-Fahrten werden eingestellt - kein Bedarf mehr

Region/Hamm. Die Bilanz der Impf-Fahrten: 35 Fahrten wurden unternommen, die erste am 19. Februar, die meisten im März und ...

Cyberangriff: Abfallgebührenbescheide aus Kreis AK abgegriffen

Region. Bei den abgegriffenen Datensätzen handelt es sich um Abfallgebührenbescheide aus dem 2020, wie der AWB mitteilt. ...

Landesfeuerwehrverband ruft zu Spenden auf

Koblenz/Region. Ein Kamerad habe sein Haus verloren, während er selbst anderen im Einsatz geholfen habe. Ebenso droht ein ...

Nicole nörgelt… über die Extrawurst zur Spritze

In Berlin zum Beispiel gibt’s Walk-In-Impfungen bei Ikea, wenn man schon samstags da ist, um Teelichte zu kaufen und Hotdogs ...

Neustart der beliebten Nachmittage der Seniorenakademie Horhausen

Horhausen. Los geht es bereits um 14.30 Uhr (mithin eine halbe Stunde früher wie sonst) mit Kaffee und Kuchen und um 15 Uhr ...

Weitere Artikel


Ab 21. Juni: Westerwaldbus wieder von Streik betroffen

Kreis Altenkirchen. In den Tarif-Verhandlungen zwischen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Vereinigung der Arbeitgeberverbände ...

Betzdorfer Schützenfest findet nicht statt

Betzdorf. Auch in diesem Jahr wird es kein Schützenfest in Betzdorf geben. Dies verkündet die Vorsitzende des Schützenvereins, ...

Blaulichtunfall: Welche Rechte haben Einsatzwagen?

ALtenkirchen. Erst kürzlich wurde in Altenkirchen ein Notarztfahrzeug auf dem Weg zu einem Unfallopfer in einen Unfall verwickelt, ...

"Top-Events am Kloster Marienthal": Sommer soll Sorgen vergessen machen

Seelbach. Quasi aus der Not geboren fanden 2020 im Klosterbiergarten etliche Konzerte statt, die sich sehen und hören lassen ...

"Viele schaffen mehr": Berod gestaltet den Spielplatz neu

Berod. Sehr schnell konnte Ortsbürgermeister Stephan Müller und der Ortsgemeinderat durch Mund-zu-Mund-Propaganda Erfolge ...

"Wir machen mit": Kita Glockenspitze bekommt Auszeichnung

Altenkirchen. Wie der Leiter der Kita, Tobias Heidelbach berichtet, ist es für ihn und sein pädagogisches Team sehr wichtig, ...

Werbung