Werbung

Pressemitteilung vom 01.07.2021    

Windanlagen auf Hümmerich: BI ruft zum Widerstand auf

Mit einem eindringlichen Appel macht die Bürgerinitiative Hümmerich die Bevölkerung darauf aufmerksam, dass ein förmliches Genehmigungsverfahren zum Errichten und Betreiben von Windrädern oberhalb des Elbengrunds eingeleitet wurde. Bis zum 30. August könne noch Einspruch erhoben werden

So soll der Hümmerich zwischen Gebhardshain und Mittelhof nach dem Wunsch der gleichnamigen Bürgerinitiative bleiben: frei von Windrädern. Daher fordert sie die Bürger dazu auf, im jetzt eingeleiteten Genehmigungsverfahren ihre Einwände gegen die aktuell geplanten Windräder zu erheben. (Archiv-Foto: BI Hümmerich)

Region. „Bürger aufgepasst! Wehrt euch gegen die geplanten Windräder auf dem Hümmerich! Erhebt Einspruch! Bis zum 30. August habt ihr noch Zeit dazu!“ Mit diesem Appell macht die Bürgerinitiative (BI) Hümmerich die Bevölkerung rund um Gebhardshain, Steineroth und Mittelhof darauf aufmerksam, dass die Kreisverwaltung in Altenkirchen ein förmliches Genehmigungsverfahren zum Errichten und Betreiben von Windrädern oberhalb des Elbergrunds eingeleitet hat. In einer Pressemitteilung informiert die BI über den Appell und die Hintergründe.

Demnach hätte die Kreisverwaltung Altenkirchen seit dem Mai 2016 der Eröffnung des förmlichen Genehmigungsverfahrens nicht zustimmen können. Die eingereichten Unterlagen der beantragenden Altus AG waren laut BI nicht vollständig. Auch Nachreichungen hätte nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprochen – trotz mehrfacher Fristverlängerungen.

Altus sei anderer Ansicht gewesen und hätte vergeblich Widerspruch beim Kreisrechtsausschuss eingelegt. „Weiterhin uneinsichtig folgte eine Klage gegen dieses Urteil vor dem Verwaltungsgericht in Koblenz. Bei diesem Verfahren kamen viele Mängel des Antrags erstmals der Öffentlichkeit zutage. Das Gericht wies die Klage jedoch nicht ab, sondern ‚verurteilte‘ Klägerin und Beklagte, sich über Art und Umfang der fehlenden Unterlagen zu einigen – und ließ das Verfahren ruhen“, schreibt die BI.

Die BI Hümmerich, die dafür kämpfe, dass auf dem Bergrücken oberhalb des Elbergrunds keine industriellen Windanlagen entstehen, hoffte, dass es dabeibliebe. Schließlich handele es sich beim Hümmerich und dem angrenzenden Elbachtal um Gebiete, die besondere Schutzzonen für Fauna und Flora seien (Landschaftsschutzgebiet, Vogelschutzgebiet Westerwald, Natura 2000 und FFH-Gebiet). Bedrohte Tier- und Pflanzenarten, die hier vorkämen, müssten nicht nur vor menschlichen Eingriffen wie Windanlagen bewahrt werden. Es müsse auch dafür Sorge getragen werden, dass sie sich unbeeinträchtigt von zivilisatorischen Ambitionen weiter vermehren und verbreiten können, so die BI.

„Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder versucht, den Akteuren zu verdeutlichen, dass der Hümmerich ein Kleinod der Natur ist, Teil einer heilen Landschaft, die von den geplanten Windanlagen zerstört würde, was einer ökologischen Katastrophe gleichkommt“, erklärt die BI weiter in einer Pressemitteilung. Dass der Graf Hatzfeldt als Grundeigentümer und die Altus AG als Errichter und Betreiber dieser geplanten Anlagen sich dem „öffentlichen Rufen und Flehen“ der BI verschlossen hätten und sie dennoch weiterhin ihre „zerstörerischen Pläne verfolgten, zeige deren wahren Charakter“, schreibt die BI. Und weiter: „Hier geht es nicht um Klimaschutz oder Bewahrung der Welt vor den Folgen des Klimawandels, sondern es geht nur ums Geld: Die Hatzfeldtsche Verwaltung, Vestas als Hersteller der Anlagen und die immer wieder in dubiosen Gesellschaften verstrickte Altus AG – sie alle sind Wirtschaftsunternehmen. Ihnen geht es nicht um CO2 oder ‚grünen‘ Strom. Es geht ihnen nur um Profit, sonst nichts. Ihnen ist egal, ob sie unsere Landschaft zerstören, seltene und geschützte Tiere töten, in unseren Wasserhaushalt eingreifen oder mit ihren Monsteranlagen die Gesundheit der Menschen hier gefährden. Windräder auf dem Hümmerich retten nicht das Weltklima, aber machen unsere Heimat viel weniger lebenswert“, so die BI.



Wenn jetzt das förmliche Genehmigungsverfahren eröffnet werde, bedeute dies, dass zunächst die Planungsunterlagen vom 28. Juni bis 28. Juli bei der Kreisverwaltung in Altenkirchen (Parkstraße 1, Zimmer 003) sowie bei der Verbandsgemeindeverwaltung Wissen (Rathausstraße 75, Zimmer 66) ausliegen und dort von jedermann während der Öffnungszeiten eingesehen werden können. Während der Auslagefrist, und anschließend noch bis zum 30. August, könnten bei diesen Stellen Einwände erhoben werden, die dann bei einem Erörterungstermin am 28. Oktober im großen Sitzungssaal der Kreisverwaltung Altenkirchen öffentlich behandelt werden. Die Inbetriebnahme der Windanlagen sei dann unmittelbar nach Erteilung der immissionsschutzrechtlichen Genehmigungen und nach Errichtung vorgesehen, weist die BI mit Verweis auf die Informationen der Kreisverwaltung abschließend hin. (PM)




Lesen Sie gerne und oft unsere Artikel? Dann helfen Sie uns und unterstützen Sie unsere journalistische Arbeit im Kreis Altenkirchen mit einer einmaligen Spende über PayPal oder einem monatlichen Unterstützer-Abo über unseren Partner Steady. Nur durch Ihre Mithilfe können wir weiterhin eine ausgiebige Berichterstattung garantieren. Vielen Dank!



Mehr dazu:   Windkraft  
Lokales: Betzdorf & Umgebung

Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Betzdorf-Gebhardshain auf Facebook werden!


Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Politik


Reise nach Berlin zu gewinnen - Weihnachtsaktion von Martin Diedenhofen

Neuwied/Altenkirchen. Der Abgeordnete erklärt: „Das Gewinnermotiv werde ich mir dann in mein Bundestagsbüro hängen und so ...

Land fördert Klimaschutzmaßnahmen im Kreis Altenkirchen mit 1,87 Millionen Euro

Kreis Altenkirchen. „Durch KIPKI kann der Landkreis Altenkirchen insgesamt 1,87 Millionen Euro an Förderung für Klimaschutzmaßnahmen ...

Martin Diedenhofen im Austausch mit der Polizei Neuwied

Neuwied. In der Neuwieder Polizeiinspektion sprach Diedenhofen mit Leiter Matthias Päselt, seinem Stellvertreter Peter Leinz ...

Erwin Rüddel bedauert Einstellung Baukindergeld für Familien

Region/Berlin. "Gerade in ländlichen Regionen wie meinem Wahlkreis planen viele Familien ein Eigenheim. Hier sind die Bauplätze ...

Erwin Rüddel: Wolfsbestände unbedingt regulieren

Region. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in einem Schreiben an die EVP-Fraktion im Europäischen Parlament ...

Sandra Weeser empfängt Besuchergruppe aus Kreis Altenkirchen und Westerwald in Berlin

Region. Laut Pressemitteilung des Wahlkreisbüros von Sandra Weeser in Betzdorf standen unter anderem eine Stadtrundfahrt, ...

Weitere Artikel


Polizei startet in Aktionsmonat zur Motorradsicherheit

Koblenz. Wenngleich die Zahl der im Straßenverkehr getöteten und schwerverletzten Menschen im vergangenen Jahr erneut gesunken ...

Corona-Testzentrum Kirchen: Das hat die Feuerwehr geleistet

Kirchen. Nachdem die Informations- und-Kommunikationstechnik-Gruppe bereits bei der Errichtung des Testzentrums die Telefon- ...

Nächste Eskalationsstufe zu desolaten Landesstraßen im Wisserland

Wissen/Birken-Honigsessen. „Wir reden hier über keinen Feldweg, sondern über den Zubringer zur Autobahn A4“, so Bürgermeister ...

Kirchen: SPD-Bundestagskandidat im Austausch mit neuem VG-Bürgermeister

Kirchen. Hundhausen betonte laut einer Pressemitteilung von Diedenhofen die Wichtigkeit der Digitalisierung von Verwaltungsprozessen, ...

35 Jahre Haus Felsenkeller: Dreimonatiges Kulturprogramm startet

Altenkirchen. Für die Kultur in Coronazeiten ein wahrer Segen, endlich wieder Präsensveranstaltungen anbieten zu dürfen. ...

CDU legt Klimakonzept für Verbandsgemeinde Wissen vor

Wisserland. „Es waren intensive Sitzungen“, so der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes, Michael Rödder, in der Pressemitteilung ...

Werbung