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Nachricht vom 05.07.2021    

Kreis kann den Sport nur auf ganz niedrigem Niveau fördern

Der Kreis Altenkirchen darf den Sport vor Ort nicht so fördern, wie er vielleicht gerne möchte. Die Kürzungen der Zuschüsse, im Haushaltkonsolidierungskonzept festgeschrieben, gehen auf die schlechte finanzielle Lage im vergangenen Jahr zurück.

Das Schützenhaus in Altenkirchen-Leuzbach war der Treffpunkt für die Mitglieder des Sportausschusses des Kreistages. (Foto: vh)

Altenkirchen-Leuzbach. Bedienen wir uns der Sportsprache: Die Rote Karte, die die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) dem Kreis Altenkirchen wegen dessen ungemein schwieriger Haushaltslage „unter die Nase gehalten hat“, spüren auch die Vereine, die sich dem Tätigkeitsbereich Leibeserziehungen verschrieben haben, massiv. Das Geld für Zuwendungen sitzt im Kreishaus bei weitem nicht mehr so locker wie noch vor wenigen Jahren. Im Haushaltskonsolidierungskonzept ist klar definiert, was finanziell zu tun und zu lassen ist. „Solange Etats nicht solide aufgestellt und nicht genügend finanzielle Mittel vorhanden sind, so lange können Projekte nicht gefördert werden“, machte Erster Kreisbeigeordneter Tobias Gehardus in der Sitzung des Sportausschusses des Kreistages Altenkirchen am Montagnachmittag (5. Juli) im Schützenhaus in Altenkirchen-Leuzbach deutlich. Es höre sich abgedroschen an, „aber Kleinvieh macht an dieser Stelle auch Mist“, ergänzte er und ließ sich vom Gremium das einstimmige Okay für die Unterstützung des Einbaus einer digitalen Messeinrichtung am KK-Stand im Schützenhaus Altenkirchen und das für die Sanierung der Eindeckung auf dem Schießstand im Schützenhaus Brachbach geben.

Zwei einstimmige Voten
In die Kreisstadt fließen 3.200 Euro (errechnet auf Basis der zuwendungsfähigen Kosten in Höhe von 25.079 Euro), nach Brachbach 4.600 Euro (zuwendungsfähige Kosten 36.516 Euro). Der Sportbund Rheinland steuert 8.800 beziehungsweise 12.800 Euro bei. Mit weiteren Bitten um finanzielle Unterstützung für kleinere Maßnahmen (unter 75.000 Euro) wurde der Kreis im laufenden Jahr nicht behelligt. Gerhardus und Sachbearbeiter Julian Schröder machten auch die Corona-Pandemie dafür verantwortlich. Projekte, die im kommenden Jahr umgesetzt werden sollen und auf monetäre Zuwendung hoffen, müssen bis zum 1. September angemeldet werden. „Dann sind es gewiss mehr Anträge“, berichtete Schröder über eine sich bereits jetzt abzeichnende Steigerung.

Prioritätenliste verabschiedet
Einstimmige Klarheit herrschte ebenfalls, wie sich die Prioritätenliste für Projekte darstellt, die der Kreis gen Mainz für mögliche Landeszuweisungen melden muss. An erster Stelle steht die Generalsanierung des Sportplatzes Weitefeld, der in Trägerschaft der Ortsgemeinde ist (Maßnahmenvolumen 420.000 Euro). Es folgt die Sanierung der Druidenhalle in Kirchen (Herkersdorf-Offhausen/Träger ist die Stadt Kirchen) mit einem Maßnahmenvolumen von 450.000 Euro. Die Sanierung des Kunstrasenplatzes in Pracht (Träger ist die Ortsgemeinde) ist mit 294.221 Euro veranschlagt. Auf 98.500 Euro soll sich die Generalsanierung des Umkleidegebäudes/Vereinsheims am Sportplatz in Derschen (Träger ist die Ortsgemeinde) belaufen. An fünfter Stelle ist vorerst der Neubau eines Sportplatzes in Eichelhardt positioniert (Träger ist die Ortsgemeinde), wobei über mögliche Kosten noch keine konkreten Daten vorliegen. Hintergrund: Das Spielfeld in der Ortsmitte soll weichen, weil eine Firma sich vergrößern möchte, und es deswegen an die Peripherie umziehen soll. Im Allgemeinen gilt: Bis 15. November müssen die Antragsunterlagen eingereicht sein.



Treffpunkt bewusst gewählt
Der Treffpunkt der Zusammenkunft im Altenkirchener Stadtteil war bewusst gewählt worden, denn so hatten die Mitglieder die Möglichkeit, sich zu informieren, wie ein Zuschuss hilft, lokale Infrastruktur zu verbessern. Rund 30.000 Euro hatte die Sanierung der Heizung und der Toiletten im Schützenhaus des SV Leuzbach-Bergenhausen (gegründet 1924) gekostet. „Beihilfen“ waren vom Kreis, der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld, der Stadt Altenkirchen und dem Sportbund Rheinland geflossen. Dazu kam noch ein Posten an Eigenleistung, wie Schützenmeister (SV-Vorsitzender) Guido Böing beschrieb. Das Haus werde abseits der Corona-Pandemie gut genutzt: Schießtraining, Stammtische, Übungsstätte für die Gymnastik- und die Salsatanz-Gruppe. Mit Geld aus dem LEADER-Programm soll alsbald ein Schießstand mit einer elektronischen Anlage ausgerüstet werden und die alte, die per Seilzug arbeitet, ersetzen. Der Verein hat rund 180 Mitglieder im Alter „zwischen unter einem Jahr und über 90“, wie Böing mitteilte. Der Klub sei vor allem im Kinder- und Jugendbereich gut aufgestellt und habe schon einige Förderpreise gewonnen. (vh)


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