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Pressemitteilung vom 08.07.2021    

Organspende: Virtuelle Schultour an der IGS Betzdorf-Kirchen

Im Rahmen der virtuellen Schultour Organspende befassten sich die Ethik-Kurse der Jahrgangsstufe 11 und die Kursleiterinnen Julia Danzeiser und Kirsten Seelbach mit Fragen rund um das Thema Organspende und Leben mit Spenderorgan. Auf der Veranstaltung kamen auch Themen zur Sprache, die teilweise kontrovers in Deutschland diskutiert werden.

Betzdorf/Kirchen. Organspende ist sicherlich kein einfaches Thema. Umso wichtiger ist es, Informationen zu erhalten. Anna Barbara Sum vom Verein „Junge Helden e.V.“, Marius Schäfer, der eine Lebendspende in Form von Lungenlappen erhielt, und Cornelia Schau sowie Frank Greis von der Deutschen Stiftung Organtransplantation berichteten aus der Praxis über Organspenden. In Deutschland ist die Zahl von potentiellen Organspendern immer noch niedrig, wenn man den internationalen Vergleich heranzieht. Mit Hilfe eines Aufklärungsfilms wurden die Schülerinnen und Schüler zunächst grundlegend informiert, bevor es in die Diskussion mit den Experten ging.

Wichtig war dabei zu wissen, dass die Organspende erst der letzte Schritt ist, wenn keine andere Therapie mehr möglich ist. Dabei kann es jeden treffen, dass man ein Spenderorgan benötigt. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig Gedanken das Thema zu machen und eine Entscheidung zu treffen, sei es nun die eventuelle Bereitschaft zu spenden oder auch die Ablehnung der Organspende.

Die Fragen der Jugendlichen, moderiert von Hannah Schunk, nahmen die Experten gerne auf und erklärten, dass es bisher noch nicht möglich gewesen sei, Organspende so zu regeln, dass jeder, der nicht aktiv widerspricht, Organspender ist. Das Thema, so die Experten, habe leider keine große Lobby.



Die Frage, ob selbstverschuldetes Risiko zu einem Ausschluss von der Transplantationsliste führe, verneinten die Experten entschieden. Da das Gesundheitssystem auf Hilfe für alle setze, gäbe es auch kaum Ausschlussgründe für Transplantationen. Die Ausnahme sind medizinische Gründe.

Marius Schäfers Geschichte berührte die Ethikkurse ganz besonders. Als Elfjähriger, dessen Lunge von Mukoviszidose zerstört wurde, erhielt er von seinen Eltern jeweils einen Lungenlappen als Lebendspende – die erste Lungenlebendspende in Deutschland und Europa. Heute geht es Marius gut und er studiert. Er genießt jeden Tag ganz bewusst. Auch seinen Eltern geht es sehr gut. Sie haben keine Einschränkungen durch die Lebendspende.
Dass dies nicht immer der Fall ist, unterstrichen die Experten der DSO. Jede Operation sei sehr gefährlich, daher werde immer eine postmortale Organspende einer Lebendspende vorgezogen.

Insgesamt machte die Diskussionsrunde nachdenklich. Optimistisch stimmt, dass bereits mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler einen Organspendeausweis mit sich führen. Wie Sum sehr deutlich betonte, geht es nicht darum, ausschließlich der Organspende zuzustimmen, sondern es den Angehörigen nicht aufzubürden, diese Entscheidung treffen zu müssen: „Entscheidend ist die Entscheidung!“. (PM)


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