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Nachricht vom 14.07.2021    

Neues Rathaus in Wissen: Förderanträge noch bis Oktober

Von Katharina Behner

Bis Mitte Oktober sollen die Planungen für das neue Rathaus in Wissen fertig sein, damit die Anträge auf Fördermittel vom Land rechtzeitig gestellt werden können. Die Weichen dafür wurden mit Beauftragung dreier Büros, die sich um die Objektplanung, die Technische Gebäudeausstattung und die Tragswerksplanung kümmern, auf der jüngsten Verbandsgemeinderats-Sitzung gestellt.

Christian Freichlad, Marc Matzken und Markus Brendebach (von links) stellten während der Sitzung des Wissener Verbandsgemeinderates ihr Planungen zum Rathaus-Neubau vor. (Foto: KathaBe)

Wissen. Zukunftsweichen wurden auf der Sitzung des Verbandsgemeinderates Wissen am Dienstag (13. Juli) gestellt: Das neue Rathaus nimmt Formen an: Ein erstes Modell mit Entwurfsplanungen wurde vorgestellt, Planungsleistungen wurden vergeben.

Jetzt gilt es im ambitionierten Zeitplan, noch rechtzeitig bis Mitte Oktober den Antrag auf die dringend nötigen Fördermittel für den Verwaltungs-Neubau beim Land zu stellen, die sich nach vorherigen Informationen bei rund 3 Mio. Euro bewegen sollen. Damit das klappt, werden die beteiligten Ingenieurbüros nun unmittelbar nach der Sitzung mit ihrer Arbeit beginnen. Den Weg dafür machte das Gremium frei.

Ein kleiner Rückblick

Nachdem der Verbandsgemeinderat in seinen Sitzungen im September 2020 und im Februar diesen Jahres die Entscheidung für einen Neubau des Rathauses hinter dem heutigen Rathaus getroffen hatte, wurde die Projektgruppe „Rathaus“ bestehende aus Fraktionsvorsitzenden, Bürgermeister Berno Neuhoff und den zuständigen Verwaltungsmitarbeitern gegründet, um die ersten Vorbereitungen und Planungen in die Wege zu leiten. Der AK-Kurier berichtete.

Unter anderem waren die ADD Trier und der SGD Nord Koblenz zum Thema Raumprogramm, sowie die Kommunalaufsicht der Kreisverwaltung Altenkirchen eingebunden. Nicht zuletzt erfolgte die Festlegung des Kostenrahmens unter Berücksichtigung des aktuellen Baupreisindex. Damit konnte Ende März die europaweite Ausschreibung zur Vergabe der Planungsleistungen erfolgen, die insgesamt drei Lose beinhaltete.

In nachfolgenden Prüfungen der insgesamt 18 Bewerbungen wurden für Los 1 (Objektplanung) und Los 2 (Technische Ausstattung) jeweils drei Bewerber und für Los 3 (Tragswerksplanung) vier Bewerber gebeten ein Angebot abzugeben. Die ausführliche Vorstellung ihrer Angebote folgte im Juni im Rahmen von Bietergesprächen nach einer im Vorfeld festgelegten Bewertungsmatrix. Durchgeführt unter der Leitung des Anwaltsbüros Webeler (beauftragt für die Ausschreibungen) nahmen daran die Projektgruppe Rathaus, der Vorsitzende des Personalrates der VG und ein Vertreter des Bauamtes der Kreisverwaltung Altenkirchen teil.

Heimspiel Architekten, G-TEC- und Brendebach Ingenieure konnten punkten
Die Bewertungen für die verschiedenen Lose wurden anhand einer vorher festgelegten Bewertungsmatrix durchgeführt, so dass die Entscheidungen anhand der höchsten Punktezahlen wie folgt ausfielen:

Das Modell des Rathauses. (Quelle: Verwaltung)

Objektplanung (Los 1): Das Büro Heimspiel Architekten aus Münster gab das qualitativ beste Angebot ab. Eine Herausforderung, so Heimspiel-Architekt Marc Matzken während der Vorstellung zur Objektplanung, sei der Umgang mit dem Bestandsbau (altes Rathaus), da dieser während der Bauphase noch steht, genauso wie die Topografie mit einem Geländevorsprung von fünf Metern. Matzken stellte die Grundrisse Sockelgeschoss (Niveau Rathausvorplatz), Erdgeschoss (Niveau Parkplatz) sowie des ersten und zweiten Obergeschosses vor, die nach Auflagen der Verwaltung gestaltet wurden. Dabei spielten kurze Wege, offene Flure mit viel Licht, ein optimales Raumkonzept mit Erweiterungsoptionen bei der Planung von Heimspiel Architekten eine große Rolle.



Technische Gebäudeausstattung (Los 2): Hier überzeugte das Ingenieurbüro G-TEC aus Siegen mit seinen Ansätzen, die sich als ganzheitliche Planer sehen, so Christian Freischlad von G-TEC. Ziel sei es am Ende ein Rathaus zu haben, das allen Anforderungen im Hinblick auf das Energie-, Luft- Wärmeschutz-Konzept allen Anforderungen gerecht wird.

Tragwerkslast (Los 3): In der Wertung die höchste Punktezahl konnte hier das Büro Brendebach Ingenieure aus Wissen erzielen. Ein Heimspiel, so Geschäftsführer Markus Brendebach, welches in außergewöhnlicher Form verpflichte. Mit dem aufgestellten Kernteam für das Projekt Rathaus sollen hier drei Bauweisen in Betracht gezogen werden: Holzbau-/Holzhybrid, Massivbauweise und Hypridbauweise mit Stahlbeton.

Über allem, so Bürgermeister Berno Neuhoff, werde am Ende die Wirtschaftlichkeitsfrage bei diesem spannenden Konzept stehen. Wie die Entscheidungen zu den konkreten Konzepte im Einzelnen aussehen, wird sich im genauen Planungs-Prozess ergeben. Wichtig sei es, den Service für die Bürger zu verbessern, dafür brauche es ein vernünftiges Haus.

Begeisterung machte sich auch über alle Fraktionen hinweg breit. So äußerten sich die Fraktionsvorsitzenden wie folgt:
Hermann-Josef Selbach (CDU/FDP): „Der Rathausneubau wird das Bild der Innenstadt positiv beeinflussen“.
Bernhard Klappert (SPD): Dankte für die geleistete Vorarbeit „verbunden mit der Hoffnung, dass es endlich losgeht“ im ambitionierten Zeitplan bis Oktober.
Hubert Wagner (FWG): Hob die vielversprechende Planung hervor und lobte „Die Zusammenarbeit in der Projektgruppe Rathaus ist hervorragend“.
Sebastian Pattberg (Bündnis90/Die Grünen: Es sei ein großer Schritt getan und wir „tragen das Thema Rathaus jetzt ins Ziel“.

Entsprechend fiel die Entscheidung des Gremiums mit einer Enthaltung einstimmig, Heimspiel Architekten, G-TEC und Brendebach Ingenieure mit den Planungsleistungen zu beauftragen. Dabei wird eine stufenweise Beauftragung der Leistungsphasen vorgenommen. Über alle drei Lose mit den Leistungsphasen eins bis vier (einschließlich Genehmigungsplanung) beinhaltet sie ein Teilhonorar von rund 361.000 Euro (brutto) für die konkreten Planungen. Die erforderlichen Haushaltsmittel stehen im Haushaltsjahr 2021 zur Verfügung.

Die Angebote für die Gesamtplanung (nach Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) über alle Leistungsphasen aller drei Lose werden bei brutto rund 1 Millionen Euro liegen. (KathaBe)


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