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Nachricht vom 15.07.2021    

Hillscheider Limespfad: Rundwanderung auf den Spuren der Römer am Limes

Von Katharina Kugelmeier

Eine historisch spannende und wirklich schön angelegte Rundwanderung im Kannenbäckerland ist der etwas über acht Kilometer lange Limespfad in Hillscheid. In den Fußstapfen der alten Römer kann man hier entlang des früheren Limes wandern und auch Überbleibsel historischer Bauwerke erkunden.

Geschichte und Natur sind auf dem Limespfad in Hillscheid perfekt vereint. Foto: Förderkreis Limes

Hillscheid. Historisch nachempfundene Bauwerke wie der Limesturm mit einem Museum, Überbleibsel original historischer Bauten sowie verschiedene Statuen sind auf dem Hillscheider Limespfad inmitten wunderbarer Natur vereint. Wie auf eine kleine Zeitreise können sich Wandernde auf den über acht Kilometern begeben. Wer an einem Sonntag im Sommer auf den Spuren der Römer unterwegs ist, kann nachmittags auch einen Blick in den Limesturm werfen.

Foto: Förderkreis Limes

Der Limesturm, welcher im Jahr 1994 nach neusten Limesforschungen rekonstruiert und gebaut wurde, ist der Beginn der Strecke. Hier stehen auch kostenfreie Parkplätze zur Verfügung. Nahe des Limesturms findet man auch einen römischen Nutzgarten, einen “Hortus Rusticus“. Dieser ist auch einen kleinen Abstecher und etwas Zeit wert, denn neben einer Sonnenuhr und einem römischen Bienenhaus kann man hier erfahren, welche heute bei uns heimischen Nutzpflanzen ursprünglich mal von den Römern bei uns eingeführt wurden. Man staunt wirklich, was wir den Römern doch so alles zu verdanken haben.

Um sich aber nun endlich auf den Rundwanderweg zu begeben, folgt man den Schildern bis zur Landstraße und rechts über die Industriestraße bis zum Bärenrondell. Von dort aus geht es in Richtung Hillscheid und nach einem kleinen Anstieg durch den Wald weiter in Richtung Höhr-Grenzhausen. Hier erreicht man dann auch das Eingangstor zum eigentlichen Limespfad, welcher nahe am früheren Limes verläuft. Der ursprüngliche Limes ist selbst an dieser Stelle leider nicht mehr erhalten, da er durch eine Tongrube zerstört wurde. Kurze Zeit später gelangt man eine Brücke, von welcher man links den Limesgraben sehen kann, so wie er nach 2000 Jahren noch erhalten ist.

Folgt man dem Weg weiter durch einen beeindruckenden Hochwald sowie einen Fichtenwald, kann man vor dem Überqueren des Waldweges eine weitere Besonderheit entdecken. Halb aus dem Waldboden herausragend gibt es nämlich einen Süßwasserquarzit. Dieser Tertiärquarzit hat ein Alter zwischen 5 und 24 Millionen Jahren und besteht aus zusammenhängend kieselig verdichteten Sandsteinschichten. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde er in diesem Areal mit Sonden gesucht, ausgegraben, zerkleinert und in gemahlener Form als Zugabe für Schamottsteine genutzt.




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Foto: Förderkreis Limes

Auf weiterer Strecke durch einen Fichtenwald, wo der Limes auch völlig zerstört ist, kommt man zum Ort des früheren Wachturms, welcher leider nicht mehr zu sehen ist. Ein Schild weist jedoch auf den Standort hin. Während wir weiter durch den Fichtenwald wandern, sehen wir immer wieder Hinweistafeln zu geschichtlichen Besonderheiten der jeweiligen Stellen. Später erreicht man dann ein römisches Kastell, welches in seinen Außenmauern wieder sichtbar gemacht wurde. Einzelne Fragmente wurden rekonstruiert und auch eine Wasserstelle, welche einem römischen Brunnen nachempfunden, ist hier zu finden. Ein Tisch mit Holzbänken lädt zu einer Rast oder einem Picknick in historischem Ambiente ein.

Vor dem sehr schön erhaltenen Wall geht man weiter am Kastell vorbei und in den Buchenwald. Kurz darauf erreicht man ein Schild mit Erklärungen zum dortigen Schutthügel. Folgt man der Beschilderung über einen Schulhof und vorbei an einer Turnhalle, hat man einen herrlichen Ausblick bis zur “Hohen Acht“ in der Eifel. Bergab geht es weiter bis zur Historiensäule. Von jetzt an geht es zurück in Richtung Limesturm. Am Hinweisschild “Rundofen“ lohnt sich ein kurzer Abstecher zu diesem Industriedenkmal, bevor man nach einem letzten halben Kilometer wieder am Limesturm ankommt.

Der Hillscheider Limespfad ist vor allem für geschichtlich interessierte Menschen eine richtig tolle Wanderung. Doch auch, wenn Geschichte nicht unbedingt zu den Lieblingsthemen gehört, wird sie hier so anschaulich nahegebracht, dass der Rundweg definitiv eine Empfehlung für jeden ist. Die Strecke ist kurzweilig und es gibt so viel zu sehen, dass es auch ohne Interesse an den historischen Hintergründen absolut lohnenswert ist. Hier und da findet man bei der Suche nach dem Limespfad in Hillscheid die Angabe, es handele sich um einen fünf Kilometer langen Rundweg, was aber nicht korrekt ist. Die 8,2 Kilometer mit insgesamt 220 Höhenmetern ist dennoch als leicht zu bezeichnen und gut zu bewältigen.


Tour-Informationen:

Art: Rundweg
Schwierigkeit: leicht
Strecke: 8,2 km
Dauer: 2,5 Stunden
Steigung: circa 220 Höhenmeter
Familiengeeignet: Ja
Beschildert: Ja
Beschaffenheit: verschiedene Untergründe und Pfade
Besonderheit: historisch bedeutend
Startpunkt: Limesturm Hillscheid (Am Limes, 56204 Hillscheid)
Zielpunkt: wie Startpunkt

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