Werbung

Pressemitteilung vom 20.07.2021    

Kosten sparen beim Hauskauf? - Risiken von verdeckten Bauherrenmodellen

INFORMATION | Die Notarkammer Koblenz informiert in ihrer Pressemitteilung vom 19. Juli (2021): In Zeiten steigender Immobilienpreise durch eine Aufspaltung von Grundstückskauf und Bauvertrag Grunderwerbsteuer und Notarkosten sparen? Klingt zunächst verlockend. Aber Vorsicht! Dies kann für Käufer ein großes Risiko bedeuten.

Fotoquelle: pixabay.com

Koblenz. Was bedeutet „verdecktes Bauherrenmodell“ überhaupt? Beim Kauf einer Neubau-Immobilie vom Bauträger erwirbt der Käufer üblicherweise das schlüsselfertige Haus und das Grundstück, auf dem das Haus errichtet wird, in einem einheitlichen Bauträgervertrag. Bei dem sogenannten verdeckten Bauherrenmodell wird dagegen der Erwerb in zwei getrennte Verträge aufgespalten: den Kaufvertrag über das Grundstück und einen separaten Werkvertrag/Bauvertrag mit dem Bauunternehmer über die schlüsselfertige Errichtung des Hauses auf dem Grundstück. Der Grundstückskaufvertrag wird wie üblich notariell beurkundet, während der Werkvertrag mitunter nur privatschriftlich von Käufer und Bauunternehmer unterzeichnet wird. Dabei gibt es häufig auch Fälle, in denen der Verkäufer und der Bauunternehmer verschiedene Personen sind, die teilweise aber eng miteinander verbunden sind.

Der hohe Preis für die scheinbare Kostenersparnis
„Verbraucher sollten bei solchen Gestaltungen vorsichtig sein, weil die Aufspaltung der Verträge mit erheblichen Risiken verbunden ist“, warnt Nadine Lüttchens, Geschäftsführerin der Notarkammer Koblenz. Während für Bauträgerverträge die Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) gilt, die den Käufer besonders schützt (zum Beispiel bei Insolvenz des Bauträgers), ist das bei aufgespaltenen Verträgen meistens nicht der Fall. Im Regelfall will der Käufer das Grundstück nur dann erwerben, wenn das von ihm beauftragte Haus auf dem Grundstück auch errichtet werden kann. Dann müssen jedoch zwingend beide Verträge notariell beurkundet werden. Geschieht dies nicht, sind die Verträge wegen der Verletzung der Beurkundungspflicht nichtig.



Das kann für den Käufer nicht nur zum Verlust beispielsweise seiner Mängelgewährleistungsrechte gegenüber dem Bauunternehmer, sondern im schlimmsten Fall zum Totalverlust der an diesen geleisteten Zahlungen führen. „Die Beurkundung beider Verträge ist daher zwingend, aber darüber hinaus stets sinnvoll, weil Notarinnen und Notare nur dann den Käufer ausreichend informieren und Vorsorge für mögliche Störfälle, wie beispielsweise das Fehlen einer Baugenehmigung oder die Insolvenz des Bauunternehmers, treffen können“, gibt Lüttchens zu bedenken.

Dabei spart man mit dem verdeckten Bauherrenmodell auch nur scheinbar Steuern. Die Finanzämter betrachten verdeckte Bauherrenmodelle als einheitliche Erwerbsvorgänge und erheben Grunderwerbsteuer auf die Gesamtsumme aus Kaufpreis und Werklohn. Auf die Bauleistung aus dem Werkvertrag muss der Käufer zudem die Umsatzsteuer in Höhe von derzeit 19% entrichten. Das ist bei einem Bauträgervertrag anders. Hier fällt nur die Grunderwerbsteuer auf den Gesamtkaufpreis an.

Notarielle Beratung kann helfen
Bei Unklarheiten sollten Käufer das Gespräch mit ihrer Notarin oder ihrem Notar suchen. Diese sind in der Lage die Situation rechtlich einzuschätzen und Käufer vor den beschriebenen Risiken zu schützen. (PM)


Mehr zum Thema:    Ratgeber   

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
 


Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Unfall B 8: Zwei Schwer- und ein Leichtverletzer

Buchholz. Der Unfallort befand sich auf der Bundesstraße 8 in Höhe der Einfahrt zum Industriegebiet Mendt. Beim Eintreffen ...

Unfall in Steinebach/Sieg: Großer Schaden an vier Autos

Steinebach/Sieg. Ein missglücktes Überholmanöver und das Versagen einer Bremsanlage könnten nach derzeitigem Stand die Gründe ...

Neuer Rossmann-Markt eröffnet in Altenkirchen

Altenkirchen. Laut Pressemitteilung erwartet den Kunden "ein sowohl in Breite als auch Tiefe überzeugendes Sortiment mit ...

Vogelgrippe: Aufstallpflicht wird aufgehoben

Puderbach. Das teilt das Gesundheitsamt des Kreises Neuwied aktuell mit. Wie Veterinär Daniel Neumann erklärt, hat es glücklicherweise ...

Westerwaldwetter: Stürmisches Wochenende

Region. In der Nacht zum Samstag ist es wechselnd bis stark bewölkt und niederschlagsfrei. Oberhalb etwa 400 Metern sowie ...

Güllesheim erhält 16. kommunale Kita der VG Altenkirchen-Flammersfeld

Altenkirchen/Güllesheim. Ein Zaun umgibt bereits ein Grundstück in unmittelbarer Nachbarschaft zur Raiffeisenhalle in Güllesheim. ...

Weitere Artikel


Aufruf an Vereine: "Meldet Hochwasser-Schäden!"

Region. Hierzu wird im Laufe der Woche eine Homepage freigeschaltet und die dazugehörige Adresse kommuniziert. Alle Vereine ...

Minigolfplätze im Westerwald: Unsere Tipps für Spielfreude pur

Wissen. Ob als entspannende Familienrunde oder fast schon mit Wettkampf-Charakter und unbedingtem Siegeswillen, Minigolf ...

Hochwasserkatastrophe: Handwerkskammer nimmt Hilfsangebote auf

Koblenz/Ahrregion. "Nach vier Tagen haben wir über 400 Angebote aus ganz Deutschland und sogar aus dem Ausland, insbesondere ...

Grüne auf Tour im Westerwald: Kritik an bürokratischen Hürden

Region. Der Kreisverband der Grünen hatte die grüne Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner eingeladen, die Firma Mann Naturenergie ...

Vorschulkinder der Kita Birken-Honigsessen wurden verabschiedet

Birken-Honigsessen. „Das war ein schönes Abenteuer…“ so klang die Aussage eines Kindes auf die Frage, wie hat euch die Wanderung ...

Neuer Einsatzleitwagen in Pleckhausen

Pleckhausen. Ab 19 Uhr warteten die Kameraden gespannt auf ihr neuestes „Mitglied“. Wie immer waren einige Feuerwehrleute ...

Werbung