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Nachricht vom 02.08.2021    

Neues Altenkirchener Fachmarktzentrum: Die ersten Mieter stehen fest

Die Konturen des zu bauenden Fachmarktzentrums auf dem Altenkirchener Weyerdamm treten immer deutlicher hervor. Hinter den Kulissen hat das Projekt, das die Unternehmensgruppe Widerkehr aus Stuttgart umsetzen wird, an Fahrt aufgenommen. Die ersten Mieter stehen fest.

Das ist die aktuelle Planung für das neue Fachmarktzentrum auf dem Altenkirchener Weyerdamm. (Skizze: VG-Verwaltung)

Altenkirchen. Noch bestimmen das leer stehende Gebäude, in dem bis zum 30. April des vergangenen Jahres das Rewe-Center seine Waren anbot, und das mit dem nach wie vor geöffneten Elektromarkt Expert Klein die Szenerie am Altenkirchener Weyerdamm. Für das neue Fachmarktzentrum, das der Besitzer beider Immobilien, die Unternehmensgruppe Widerkehr aus Stuttgart, an gleicher Stelle zum Leben erwecken wird, sind weitere Vorarbeiten bereits erledigt bzw. in die Wege geleitet worden, wie Stadtbürgermeister Matthias Gibhardt und Ulrich Konter vom Fachbereich Infrastruktur, Umwelt und Bauen der Verbandsgemeindeverwaltung am Montagmittag (2. August) darlegten. Die neueste Planung weist anstelle von vier nunmehr fünf Geschäfte aus: Elektromarkt Expert Klein, Drogeriemarkt DM, Lebensmitteldiscounter Penny und Vollsortimenter Rewe-Petz. Wer das Quintett auf verbleibenden rund 120 Quadratmetern vervollständigen wird, ist noch offen.

Erste Teilaspekte geklärt
„Es passiert etwas“, nahm Gibhardt all denen den Wind aus den Segeln, die das Projekt mit der Umschreibung „Stillstand“ belegt hatten. „Wir sprechen regelmäßig mit dem Investor“, ergänzte er und verwies auf inzwischen festgelegte Teilaspekte. So wird das neue Ensemble fußläufig und barrierefrei (durch die Fußgängerunterführung) an die Innenstadt angeschlossen. Für diese Variante entstehen ungefähr in Höhe der „unteren“ Ecke des Rewe-Center-Gebäudes (Nähe zur Quengelstraße) Aufzüge und Treppen. Die beiden vorhandenen Rollsteige werden zu leichten Rampen umgestaltet. Erhalten bleibt die Treppe, die die Unterführung mit dem Fußweg in Richtung „Blitzbergwege“ und Stadthalle verbindet, die in den Genuss einer Oberflächenerneuerung kommen.

Belieferung über Dammweg
Der Rewe-Petz-Markt wird entgegen erster Gedankenspiele nicht über die Schützenstraße, sondern „von vorne“ über den Dammweg beliefert, da bestehende Kurven wie an der Ecke Dieperzberg-/Stadthallenweg für große Lastwagen nicht genügend Raum bieten. Die Schützenstraße selbst wird in unmittelbarer Nähe des Eingangs zum Parc de Tarbes enden. Die erforderliche Überbauung des Parkplatzes (Expert Klein und städtischer Bereich) lässt in Richtung evangelische Landjugendakademie nur noch eine begrenzte Anzahl an Stellflächen zu. Bei der Planung wird darauf geachtet, dass das unterirdische Regenrückhaltebecken der Verbandsgemeindewerke nicht angekratzt wird. Die Bachstraße (entlang des heutigen Expert-Klein-Gebäudes) fällt weg, die Schützenstraße endet im Bereich der rechtwinkligen Kurve, in der eben die Bachstraße beginnt. Die Nutzung der Bachstraße (aus Richtung Kumpstraße) wird nur noch für Rechtsabbieger (nach der Brücke über den Quengelbach) möglich sein. Auf dem vorderen Teil des Festplatzes werden eine Wendemöglichkeit für (größere) Busse (das Fachmarktzentrum soll eine eigene Haltestelle erhalten) und weitere Parkflächen entstehen. Vor den fünf Fachmärkten werden 240 Gelegenheiten geschaffen, Autos abzustellen. Nach derzeitigem Stand soll sukzessive neu gebaut werden, so dass Expert Klein von seiner alten in die neue Heimstatt umziehen kann, ohne einen längeren Zeitraum schließen zu müssen.

Es geht in die Gremien

Als nächstes werden sich erneut die Gremien des Stadtrates mit dem Vorhaben in den kommenden Sitzungen befassen. Der Verkauf von Grundstücken ist beispielsweise zu billigen. Das Bauleitverfahren verlangt Beschlüsse, „der klassische Verfahrensweg muss abgearbeitet werden“, sagte Konter und sprach von einer möglich Dauer des administrativen Prozesses von rund einem Jahr. Anschließend muss Baurecht geschaffen werden, um das sich der Investor zu kümmern hat. Ebenfalls muss eine Abbruchgenehmigung vorliegen. Zudem muss die Stadt ihr Einzelhandelskonzept überarbeiten und neu verabschieden, da der Bereich des geplanten Rewe-Petz-Marktes außerhalb des aktuell gültigen Abgrenzungsbereichs liegt. Der Verbandsgemeinderat Altenkirchen-Flammersfeld hatte der Änderung des Flächennutzungsplanes bereits zugestimmt.



Gutes Signal für die Kreisstadt
Vorsichtige Prognosen sehen den Start des Großprojektes bis Mitte des Jahres 2023 mit einer Realisierungszeit von grob geschätzten anderthalb bis zwei Jahren. Obwohl noch einige Zeit bis zur Eröffnung ins Land gehen wird, war sich Gibhardt sicher: „Das ist ein gutes Signal für uns als Kreisstadt.“ Nur versiegelte Flächen sind verpönt. Auf „Grünelemente“ wird auf keinen Fall verzichtet. Die Stadt stehe, so Gibhardt, noch in Gesprächen mit dem Investor, die die Installation von Fotovoltaikanlagen und „Gründächer“ zum Inhalt hätten. Über das neue Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Entwicklung - Nachhaltige Stadt" (70 Prozent Zuschuss für Projekte für die Dauer von zehn Jahren) soll der komplette Dammweg parallel zum Quengelbach aufgehübscht werden. Erste Gespräche mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion fanden bereits statt. „Wir wollen Fußgänger- und Autoverkehr gemeinsam organisieren und die Aufenthaltsqualität verbessern“, skizzierte Gibhardt die Vorstellungen. Alles solle als eine Einheit wahrgenommen werden.

Eröffnung im Oktober 1978
Die Geschichte eines Supermarktes an dieser tiefen Stelle Altenkirchens reicht bis in die 1970er-Jahre zurück. Unter der Bezeichnung „Interkaufpark" wurde das Objekt als Vollsortimenter am 26. Oktober 1978 eröffnet. Es steht auf einer Fläche, auf der sich bis zum Jahr 1945 ein kleiner Weiher befand. Als Folge des Zweiten Weltkriegs wurde der Tümpel mit Bauschutt nach dem Bombardement der alliierten Luftstreitkräfte eingeebnet. Das Areal diente in den folgenden Jahren unter anderem als Teilstandort des Schützenfestes (Vergnügungspark), als Austragungsort der Reitturniere des ZRFV Altenkirchen und auch des Simon-Juda-Marktes.

Sensation für die Region
Die Größe des Warenhauses war damals eine Sensation für die Region. Im Laufe der Jahre wechselten Namen und Betreiber mehrfach, die Immobilie blieb in Händen der Widerker Unternehmensgruppe. Im Jahr 2012 ließ die Toom-Kette (Rewe-Group) die Einheit mit ihren rund 5000 Quadratmetern Verkaufsfläche (4500 Quadratmeter Markt und 540 Quadratmeter Getränkemarkt) für rund sechs Millionen Euro bei laufendem Betrieb aufwendig sanieren. Nach Abschluss der Arbeiten waren nur noch die Außenmauern, die Zwischendecken und das Dach von (ganz) alter Prägung.

Neue Rollsteige aus China
Noch einmal deutlich sichtbar ins Blickfeld rückte das Gebäude im Frühjahr 2017, als vier Rollsteige- und -treppen, die das Unter- mit dem Erd- und das Erd- mit dem Obergeschoss verbinden, unter der Leitung von Architekt Franz-Arnold Geimer (Selbach) ausgetauscht wurden. Deswegen musste sogar extra die Innerortsumgehung einen Tag lang komplett gesperrt werden. Die neuen Fortbewegungsmittel waren in China produziert und in Containern bis nach Rotterdam geliefert worden, wo sie zusammengebaut und dann über die Straße nach Altenkirchen gebracht wurden. Rund 500.000 Euro hatte das Facelifting verschlungen, das zu Lasten des Besitzers gegangen war. Parallel hatte die Rewe-Group die Möglichkeit genutzt, den Vollsortimenter „konzeptionell neu auszurichten". Über mehrere Tage war er geschlossen, nur der Getränkeshop auf Parkhaus-Niveau geöffnet gewesen. Im Jahr 2015 waren unter Geimers Aufsicht schon die beiden Rollsteige zwischen der Fußgängerunterführung unter der B 8 hindurch und dem Eingang zum Komplex von der Quengelstraße aus erneuert worden. (vh)


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