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Nachricht vom 13.03.2026    

Der Druidensteig: Etappe 3 von Herdorf-Sassenroth nach Daaden

Von Katharina Kugelmeier

Auf der dritten Etappe führt er Wandernde vom Bergbaumuseum in Herdorf-Sassenroth über ehemalige Grubenfelder, Basaltbrüche und aussichtsreiche Höhenzüge bis in den Ort Daaden mit seiner markanten Barockkirche. Mit gut 12,5 Kilometern Länge und rund 360 Höhenmetern im Aufstieg ist sie eine angenehm fordernde Tagesetappe, die den Übergang vom engen Hellertal hinüber ins Daadener Land markiert.

Der “Silbersee“ des Basaltabbaugebietes Mahlscheid. (Foto: Christoph Eul)

Herdorf-Sassenroth. Der Druidensteig, der auf sieben Etappen von Freusburg bis nach Hachenburg verläuft und als längste zertifizierte GeoRoute Deutschlands gilt, erschließt die geologische Vielfalt zwischen Sieg und Westerwald in besonderer Dichte. Besonders deutlich wird dies rund um Herdorf, wo seit Jahrhunderten Eisenerz und Basalt gewonnen wurden und wo heute das Bergbaumuseum des Kreises Altenkirchen als Geo-Infozentrum die Geschichte der Region erzählt. Entlang der Route lassen mehr als 30 Infopunkte Gruben, Halden und Gesteine lebendig werden und machen deutlich, wie eng Landschaftsbild und Montangeschichte miteinander verknüpft sind.

Die dritte Etappe startet direkt am Fördergerüst des Bergbaumuseums in Herdorf-Sassenroth, wo Loren, Schmelztiegel und alte Geräte an den einstigen Erzbergbau erinnern. Zwischen historischen Industrieobjekten und Infotafeln hindurch folgt der Druidensteig zunächst ruhigen Ortsstraßen, bevor er zügig in den Wald eintaucht. Schon nach kurzer Zeit spürt man den Charakter einer klassischen Mittelgebirgsetappe: Der Weg steigt an, wechselt zwischen breiteren Waldwegen und naturbelassenen Pfaden und gewinnt stetig an Höhe.

Foto: Christoph Eul

Bald sind erste Relikte der Gruben „San Fernando“, „Zufällig Glück“ und „Friedrich-Wilhelm“ zu sehen, die von der intensiven Nutzung des Untergrundes zeugen. Vertiefungen, Halden und stillgelegte Stollen, teils von jungen Bäumen überwachsen, zeigen, wie sich die Natur ehemaliges Bergbaugelände zurückerobert. Informationstafeln am Weg erklären, wie hier Eisenerz abgebaut, verhüttet und mit der Bahn abtransportiert wurde – eine eindrucksvolle Zeitreise, während man Schritt für Schritt bergauf unterwegs ist.

Auf dem weiteren Weg in Richtung Mahlscheid und Hohenseelbachskopf öffnet sich die Landschaft: Zwischen Waldrändern und Lichtungen ergeben sich immer wieder weite Blicke über das Hellertal und hinüber zu den Höhenzügen des Westerwaldes. Ein besonderes Highlight ist der Silbersee, ein mit Wasser gefüllter ehemaliger Basaltsteinbruch, der heute als „Naturschatz“ der Etappe gilt. Die still daliegende Wasserfläche, umgeben von steilen Hängen, erinnert an Karl Mays „Schatz im Silbersee“ und lädt zu einer Pause ein. Von einer kleinen Aussichtsplattform aus kann man zudem einen Blick auf das Basaltabbaugebiet der Mahlscheid werfen – ein eindrucksvoller GeoBlick ins Herz des Druidensteigs.

Über den Hohenseelbachskopf, einen der fünf charakteristischen Höhen des Druidensteigs, setzt sich die Tour fort. Hier oben spürt man den Wind, sieht weit über Wälder und Täler und versteht, warum der Weg als aussichtsreiches Wanderziel gilt. Von der Höhe aus beginnt der langsame Abstieg in Richtung Daaden, zunächst auf Waldwegen und später entlang eines liebevoll gestalteten Natur- und Waldlehrpfades durch den Hüllwald. Tafeln informieren über Baumarten, Waldbewirtschaftung und die Bedeutung des Waldes für Klima und Artenvielfalt.




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Foto: Christoph Eul

Ein markanter Punkt ist die Hüllbuche, ein Naturdenkmal an einer alten Handelsstraße, die früher von Hachenburg über Daaden nach Siegen führte. Dieser historische Verkehrsweg unterstreicht, dass die Region nicht nur vom Bergbau, sondern auch vom Handel geprägt war. Von hier führt der Druidensteig weiter bergab, bis sich die Häuser von Daaden zeigen und der Weg über die letzten Meter in den Ortskern leitet. Die barocke Kirche, deren Turm schon von weitem sichtbar ist, und das Heimatmuseum bilden einen stimmungsvollen Abschluss dieser Etappe.

Die dritte Etappe des Druidensteigs ist damit geschafft. Knapp 13 Kilometer, rund 360 Höhenmeter im Aufstieg und ein stetiger Wechsel aus Waldwegen, Pfaden, Geo-Highlights und Weitblicken machen sie zu einer abwechslungsreichen, aber gut machbaren Tagesetappe. Wer hier ankommt, hat das Hellertal hinter sich gelassen und erreicht mit Daaden einen idealen Stützpunkt mit Gastronomie, Einkaufsmöglichkeiten und Anschluss an die Hellertal-Bahn. Wie auf allen Etappen des Druidensteigs gilt: Ausreichend Trinkwasser, ein Snack für unterwegs und wetterfeste Kleidung sollten zur Grundausstattung gehören.

Der Druidensteig ist als Deutschlands schönster Wanderweg 2026 nominiert und freut sich über jede Stimme aus der Wandercommunity. Unter https://www.westerwald.info/druidensteig-waehlen-2026 kann noch bis zum 30.06.2026 abgestimmt werden.


Tour-Informationen:

Art: Fernwanderweg-Etappe
Schwierigkeit: mittel
Strecke: 13 km
Dauer: ca. 4 Stunden
Steigung: ca. 360 Höhenmeter auf, 300 Höhenmeter ab
Beschildert: Ja, durchgehend markiert
Beschaffenheit: überwiegend Naturwege und Waldwege, kurze Asphalt- und Schotterabschnitte
Besonderheit: Silbersee, Mahlscheid, Hohenseelbachskopf, Naturdenkmal Hüllbuche, historische Handelsstraße
Startpunkt: Geo-Infozentrum/Bergbaumuseum des Kreises Altenkirchen, Schulstraße 13, 57562 Herdorf-Sassenroth
Zielpunkt: Daaden, Ortsmitte; ca. 500 m Zuweg (gelb-schwarze Druidensteig-Markierung) zum Bahnhof Daaden

Download GPX-Datei & weitere Infos


In unserer Facebook-Wandergruppe "Wandern im Westerwald" gibt es übrigens auch ständig schöne neue Ecken der Region zu entdecken.

Haben Sie auch einen Wander- oder Ausflugstipp? Dann schreiben Sie uns gerne an westerwaldtipps@die-kuriere.info. Vielen Dank!


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