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Nachricht vom 01.09.2021    

"Tag des offenen Denkmals": Auf den Spuren der Vergangenheit

Endlich wieder auf Du und Du mit alten Gemäuern & Co.: Der "Tag des offenen Denkmals", bundesweit auf den zweiten Sonntag im September angesetzt, bietet - nach der digitalen Variante im Vorjahr - nun wieder die Möglichkeit, sich vor Ort die „Ausstellungsstücke“ live und in Farbe anzuschauen.

Die romanische Basilika in Mehren bildet den Mittelpunkt der Denkmalzone im Ortskern der kleinen Gemeinde. (Foto: vh)

Altenkirchen. Der Bismarckturm in Altenkirchen, die alte Schmiede in Ölsen oder die romanische Kirche in Almersbach: Am Sonntag, 12. September, dem „Tag des offenen Denkmals“, der bundesweit im Terminplan verankert ist, gewähren auch in der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld wieder zahlreiche alte Gemäuer und Museen jeweils „richtigen“ Zutritt, nachdem im vergangenen Jahr lediglich eine digitale Version coronabedingt über die Bühne gehen konnte.

Dank der Fusion, die zum 1. Januar 2020 Realität wurde, ist die Zahl der Objekte, die unter dem Dach der neuen, großen Gebietskörperschaft offiziell geführt werden, auf knapp 150 angewachsen. Gelistet sind viele private Wohnhäuser, Kirchen, öffentliche Gebäude oder die Preußischen Meilensteine zur Entfernungsanzeige nach 1815 an der Bundesstraße 8. „Sein & Schein in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“ steht als Überschrift über den Besuchsmöglichkeiten.

Dennoch: Ganz ohne Spielregeln geht es nicht. Zutritt zu geschlossenen Räumen haben, darauf weist die Verbandsgemeindeverwaltung hin, laut aktueller Corona-Verordnung nur geimpfte, genesene oder getestete Menschen. Ausgenommen von der Testpflicht sind Kinder bis einschließlich 14 Jahre und Schüler. Erst ebenfalls als zugänglich deklariert, kann der Alvenslebenstollen in Burglahr doch nicht besichtigt werden.

Ausblick über Altenkirchen
Altenkirchen Bismarckturm (geöffnet 11 bis 17 Uhr): Er ist 14 Meter hoch und wurde nach dem Ersten Weltkrieg von Altenkirchener Bürgern aus heimischen Felsgestein erbaut. 2009/2010 wurden umfangreiche Sanierungssarbeiten erledigt, um den Erhalt und die Begehbarkeit der Aussichtplattform wieder herzustellen.
Almersbach spätromanische Pfeilerbasilika (geöffnet von 10 bis 17 Uhr): Sie fand 1199 ihre erstmalige Erwähnung. An der Kirche führte ein wichtiger Handels- und Pilgerweg vorbei. Bemerkenswert sind die Malereien aus dem 13. bis 15. Jahrhundert, von denen einige gesichert werden konnten. Bei der Freske „Pilgersegen durch Jakobus von Compostella“ sollen 1915, als die Malereien unter einer mehrfachen Kalkschicht freigelegt wurden, noch Reste von Rittern und Reisenden vorhanden gewesen sein. Vortrag von Anka Seelbach zum „Kloster" in Almersbach um 14 Uhr.

Auch an Raiffeisen wird gedacht
Birnbach romanische Pfeilerbasilika (geöffnet 13.30 bis 17.30 Uhr): Die dreischiffige, romanische Kirche wurde erstmals 1131 urkundlich erwähnt und ist eine der größten romanischen Kirchengebäude in der VG. Sie verdeutlicht die ehemals große Bedeutung des Kirchspiels Birnbach, in dem bereits im Mittelalter verschiedene Gerichtsbarkeiten ihren Sitz hatten (das „Hohe Gericht", das Kirchspiel- und das Hofgericht des Bonner St. Cassiushofes zu Birnbach).

Flammersfeld Raiffeisenhaus (geöffnet 11 bis 16 Uhr): Friedrich Wilhelm Raiffeisen übte von 1848 bis 1852 in diesem Haus das Amt des Bürgermeisters der „Samtgemeinde“ Flammersfeld aus. 1849 gründete er in diesen Räumen den „Flammersfelder Hülfsverein zur Unterstützung unbemittelter Landwirthe“, den weltweit ersten Darlehnskassenverein. Die Besucher erwarten viele Informationen über Raiffeisen und dessen Genossenschaftsidee und fühlen sich ein Stück weit in die Zeit um 1850 zurückversetzt. Anmeldungen sind bis zum 9. September unter Tel: 02681/85193 oder per E-Mail an tourist-info@vg-ak-ff.de erwünscht.

Von der Motte nach Mehren
Kircheib Motte Broichhausen (ganzjährig geöffnet): Bei der Motte Broichhausen handelt es sich um eine Natur-Denkmalzone. Hier war der Standort einer frühmittelalterlichen Burganlage. Die ehemalige Turmhügelburg war bis ins Jahr 1500 bewohnt. Heute sind noch der Burghügel und die Wallanlagen mit Wassergraben zu sehen. Dieses Kulturdenkmal kann jederzeit besichtigt werden, es liegt im Waldgebiet südlich von Kircheib zwischen den Ortsteilen Reisbitzen und Neuenhof. Die Motte kann nicht vollständig mit dem Auto erreicht werden. Die Strecke ist ab Kircheib beschildert und zu Fuß oder per Rad gut erreichbar und rund 1,5 Kilometer lang.



Mehren romanische Basilika (geöffnet von 13 bis 17 Uhr): Die dreischiffige Basilika wurde um 1200 erbaut und im 18. Jahrhundert mit einem Fachwerkaufbau aufgestockt. Ihre beherrschende Lage über dem kleinen Fachwerkdorf und die mächtigen Pfeiler im Innenraum sind für Liebhaber alter Dorfkirchen überaus beeindruckend. Infotafeln im Innenraum erläutern historische Details. Führungen gibt es nach Bedarf.

Mehren Denkmalzone Ortskern (Führungen zwischen 13 und 17 Uhr): Der Dorfkern ist wegen seines beispielhaften Fachwerkensembles bereits vor vielen Jahren unter Schutz gestellt worden. Fachwerkhäuser ab dem 15. Jahrhundert gruppieren sich um die romanische Basilika und ergeben gemeinsam mit dem Altbaumbestand ein beeindruckendes Dorfbild. Ein altes Gemeindegefängnis aus dem 15. Jahrhundert („Bullesje") mit darüber liegender alter Schule (1547), ein ehemaliges Eulerhaus (1720), der „Hartheis Hof" und weitere Baudenkmäler sind noch zu sehen.

Wo sich einiges um Eisen drehte
Ölsen-Friedenthal alte Schmiede (geöffnet 10 bis 17 Uhr): Die vollständig erhaltene alte Schmiede von 1878 besitzt auch ein kleines Hammerwerk, welches selbst gebaut und ehemals mit Wasserkraft angetrieben wurde. Die Werkstatt wird heute auch als Zinngieß-Refugium genutzt, in der bereits Tausende historische Figuren entstanden und im Nachbargebäude besichtigt werden können. Führungen und/oder Schmiede-Vorführung für Gruppen durch den Schmied und Besitzer Wilfried Kirchner können unter Tel. 02686/480 gebucht werden.

Willroth Förderturm der Grube Georg (geöffnet 11 bis 16 Uhr): Der Bergbau begann vor über 1000 Jahren im Tagebau in den Wäldern des sogenannten „Horhauser Gangzuges“. Der Förderturm ist 56 Meter hoch und förderte bis 1965 Eisenerz aus der Grube Georg, die eine Tiefe von rund 970 Meter aufwies. Er ist ein Industriedenkmal und als Wahrzeichen der Region von weitem sichtbar direkt an der Autobahn A 3 und der ICE-Trasse Köln-Frankfurt „beheimatet“. Anmeldungen sind erforderlich unter Tel. 02687/1323 oder 0177/3240622. Die obere Außentreppe ist im Rahmen der Führungen nur für Menschen ab 14 Jahren zugänglich.

Weitere Abstecher sind möglich

Helmenzen Museumsscheune (geöffnet 14 bis 17 Uhr): Sie ist ein kleines heimatkundliches Museum, welches erhaltenswerte Arbeits- und Gebrauchsgegenstände der Region sammelt. Das Museum wurde 1993 vom Arbeitskreis für Heimatgeschichte & Brauchtumspflege eingerichtet und wird mit viel Engagement ehrenamtlich geführt. Grundsätzlich ist die Museumsscheune von Mai bis September immer sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Kircheib-Neuenhof Elvis-Museum (geöffnet 11 bis 19 Uhr): Es zeigt Originalobjekte aus dem Leben von Evis Presley wie den Frisierstuhl des Friseurladens der Ray-Kaserne in Friedberg aus dem Jahr 1955, auf dem der „King of Rock’n’Roll“ zwischen 1958 und 1960 bedient wurde. Parallel gibt es Musik aus Elvis-Zeiten von Jonny Winters sowie Kaffee und Kuchen im Außenbereich. Irma Stanton bietet Führungen halbstündlich an. Anmeldungen unter Tel 02683/6562 oder unter www.jonnywinters.de (vh)

Informationen zum Programm unter Tel. 02681/850, per Mail an tourist-info@vg-ak-ff.de oder auf der Website. (VH)



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