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Nachricht vom 02.09.2021    

Bundestagskandidatin Altgeld (Freie Wähler): „Wir können das!“

Marianne Altgeld tritt für eine Partei an, die auf Bundesebene lange kaum ein Beobachter auf dem Schirm hatte. Nun ist nicht ausgeschlossen, dass die Freien Wähler in den Bundestag einziehen – und mit ihnen die 33-Jährige aus Döttesfeld. Wer ist die Kandidatin, was will sie - und wieso nennt sie Michelle Obama als ihr Vorbild?

Marianne Altgeld ist Bundestagskandidatin für die Freien Wähler. (Fotos: Kandidatin)

Wofür haben Sie sich bisher politische engagiert – und wieso?
In der nahen Vergangenheit war das Entschädigungsgesetz für von Corona betroffenen Soloselbstständige ein wichtiger politischer Punkt. Menschen, die unverschuldet in eine wirtschaftliche Schieflage geraten sind, um das Pandemiegeschehen einzudämmen, verdienen Unterstützung.

Des Weiteren ist mir die Gesundheits – und vor allem auch Geburtsinfrastruktur ein Herzensthema. Letztere nehme ich seit einiger Zeit vermehrt als defizitär wahr. Es mangelt an Hebammen, Geburtsstationen und Ärzten. Gesundheit ist Daseinsvorsorge. Wenn wir schon am Beginn des Lebens sparen, sind wir schneller am Ende als wir denken.

Als dritten Punkt möchte ich die heimische Landwirtschaft nochmal hervorheben. Der Beitrag unserer Landwirte in der Region ist im wahrsten Sinn lebensnotwendig für uns alle. Zukünftig muss mehr Fokus aus lokaler beziehungsweise regionaler Erzeugung liegen. Internationale Lebensmittellieferketten schaffen Intransparenz und Unsicherheit beim Verbraucher. Nur wenn wir mehr vor Ort erzeugen und verarbeiten, können wir auch die Qualität kontrollieren.

Was muss sich in Deutschland dringend verändern?
Wir müssen wieder an einem Strang ziehen. Die zunehmende Spaltung in der Gesellschaft ist kein guter Weg. Hier wollen wir Freien Wähler als bürgerliche Partei der Mitte ein Bindeglied anbieten.

Was wollen Sie konkret im Wahlkreis verändern? Wie wollen Sie vorgehen?
Ich möchte die Kommunen stärken. Ganz nach dem Subsidiaritätsprinzip muss die Ebene, auf der das Leben stattfindet, genug finanzielle Mittel haben, um gut arbeiten zu können. Die Zusammenarbeit von Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik möchte ich intensivieren und so auch den unteren Ebenen mehr Gehör verleihen. Zuhören ist manchmal sinnstiftender als Reden.

Deshalb sind Sie in die Partei eingetreten, für die Sie als Kandidat antreten:
Die Freien Wähler waren tatsächlich meine politische Liebe auf den ersten Blick. Es geht hier immer um die Sache. In der Ausrichtung sowie den kommunal orientierten Werten der Partei fand ich mich direkt wieder. Ich bin der Überzeugung, dass Wettbewerb das Geschäft belebt, in der Wirtschaft wie in der Politik und daher braucht es uns dringend im Bundestag.

Worüber können Sie lachen?
Wenn ich wochenlang mit einem blauen Zehnagel rumlaufe, weil es die schönen orangen Gummistiefel nicht mit Stahlkappe gab (Anmerkung: Orange ist die Freie-Wähler-Farbe).

Was löst bei Ihnen Frust aus oder macht Sie sogar wütend?
Ich finde es sehr schade, dass nicht mehr Menschen politisch mitwirken. Die Mitgliederzahlen in der deutschen Parteienlandschaft gehen sukzessive zurück. Vor allem junge Menschen nutzen nicht die Möglichkeit Gehör zu finden. Nur Protestieren oder Reden allein reicht leider nicht aus. Man muss dahin, wo die Entscheidungen getroffen werden. Ich wünsche mir hier in den nächsten Jahren ein Umdenken, denn politisches Engagement, egal auf welcher Ebene, ist wichtig und macht außerdem auch mehr Spaß, als man vielleicht initial denkt.



Welche Schlagzeile würden Sie gerne mal lesen?
„Altgeld macht neu“ – Junge Frau aus dem Westerwald zieht nach Berlin

Was betrachten Sie als Ihre größte Fehleinschätzung bezogen auf Ihre eigene politische Arbeit und/oder Partei?
Ich hätte schon viel früher in die Politik gehen sollen. Mich ärgert, dass ich erst in meinen Dreißigern den Schritt nach vorne macht habe.

Deshalb sollten die Wähler mir Ihre Stimme geben:
Freie Wähler sind die einzige wählbare Alternative zur etablierten Parteienlandschaft, da wir bereits jahrzehntelang kommunal mitgestalten und nun bereits in drei Landesparlamenten Verantwortung tragen. Wir können das!

Marianne Altgeld im Profil:

Wohnort: Döttesfeld
Geburtsdatum: 16.05.1988
Familienstand: ledig

Beruflicher Lebenslauf/ Ausbildung:
Nach meinem Abitur 2007 habe ich einen Bachelor- und Masterstudiengang im Agrar- und Lebensmittelbereich abgeschlossen. Als Schwerpunkt wählte ich BWL. Beruflich zog es mich dann in den Handel sowie die Getränkeindustrie, wo ich sowohl Einkaufs- als auch Vertriebsverantwortung übernehmen durfte. Persönlich bin ich ein sehr ergebnisorientierter und strukturierter Mensch.

Politischer Werdegang:
Meine aktive politische Laufbahn begann mit der Kandidatur im Wahlkreis Bendorf/Weißenthurm zur Landtagswahl. Bei den „Freien Wählern Frauen Bund“ begleite ich seit Oktober 2020 eine Vorstandsposition. Zur stellvertretenden Landesvorsitzenden von Rheinland-Pfalz wurde ich im Juni diesen Jahres gewählt. Die Bundestagswahl darf ich für meinen Heimatwahlkreis Neuwied bestreiten. Zudem gehe ich für Rheinland-Pfalz als Spitzenkandidatin voraus.


Gesellschaftliches Engagement und Vereinsaktivitäten:
Im Studium war ich aktiv in der internationalen Studentenorganisation AIESEC Bonn und später auch Vorstandsmitglied. Fokus war hier der Austausch von Studenten mittels sozialer und wirtschaftlicher Praktika. Die Arbeit mit Menschen hat mir schon früh sehr viel Freude bereitet. Beruflich hat es mich in den letzten Jahren durch ganz Deutschland gebracht, weshalb ich erst seit kurzem so richtig sesshaft werden konnte. Sobald der Wahlkampf beendet ist, werde ich dann auch endlich die Vereinslandschaft unsicher machen.

Hobbys:
Wandern, Salsa tanzen, Möbel upcycling
Von ruhig, über energiegeladen bis hin zu kreativ ist bei mir in der Freizeit alles möglich. Ich liebe die Abwechslung.

Drei Lieblingsorte im Wahlkreis:
Therme Bad Hönningen: ein schöner Ort, um zu entspannen und mal durchzuatmen.
Grenzbachtal: besonders der Abschnitt am Klettersteig bei Döttesfeld. Hier hat man einen tollen Blick ins Tal. Seit meiner frühsten Kindheit haben wir hier oft Zeit verbracht. Im renaturierten Tal kann man herrlich spazieren gehen. Erholung gleich vor der Haustür.
Linzer Altstadt: Zahlreiche kleine Geschäfte und eine herzliche Gastronomie laden zum Verweilen ein. Perfekt für einen freien Nachmittag.

Vorbilder:
Mein globales Vorbild ist Michelle Obama, die Ex-First Lady hat mit größter Integrität und Weitsicht Einfluss auf das Gelingen der demokratischen Politik genommen. Eine Powerfrau.


Mehr zum Thema:    Bundestagswahl 2021   
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